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Ist das ein Ufo oder ein Auto?Raumschiff Xpeng X9 baggert mit Designsprache, Luxus und Tempo

27.06.2026, 14:12 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Sagres/Malaga
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Was die Front angeht, waren die Xpeng-X9-Designer einfallslos und haben offenbar bei Tesla abgeschaut. Zum Glück gibt es ja auch noch andere Perspektiven. (Foto: Xpeng)

Xpeng bekommt Familienzuwachs und installiert einen großen Tourer. Damit bekommen Konsorten wie Lexus und Mercedes Wettbewerb. Ist die chinesische Ausgabe besser als LM oder der brandneue VLE? Günstiger in jedem Fall. ntv.de war mit ihm auf Langstrecke.

Xpeng gehört zu den wenigen chinesischen Automarken, die ein dickes Asset haben, gar keine Frage. Und zwar das schnelle Laden. Deshalb reichte es dem Markenteam nicht, im Rahmen einer Presse-Fahrveranstaltung die üblichen 150 oder 200 Kilometer abzuspulen zu lassen, nein, es mussten über 500 sein. Damit auch ja zwischendurch eine kleine Lade-Demo eingebaut werden konnte. Insgesamt haben die Fahrzeuge sogar 10.000 Kilometer zurückgelegt auf dem Weg vom Norden in den Süden Europas und zurück, aber ein einzelner Slot je Kollegenpaarung liegt eben in dieser Größenordnung.

Nun, die Sache hätte auch gut nach hinten losgehen können, denn beim Start im portugiesischen Sagres war performante Ladeinfrastruktur eher durch Abwesenheit geprägt, und in Südspanien sind Hypercharger ebenfalls nicht so häufig wie in Westeuropa. Doch der Reihe nach.

Das Auto, das hier und heute vorgestellt wird, ist durchaus ein besonderes. Und wenn man in der letzten Zeit auf den Markt geschaut hat, könnte man fast meinen, es gebe einen Aufwärtstrend im Bereich komfortabler Personentransporter. Mercedes macht mit dem VLE gerade richtig Aufruhr in diesem Segment. Auch Lexus versucht sein Glück in Europa, und zwar mit dem ähnlich gelagerten LM - er fristet jedoch ein Nischendasein hierzulande.

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Mit deutlich über fünf Metern Länge besitzt der Van wahrlich Oberklasse-Format. (Foto: Xpeng)

Nun folgt also der Xpeng X9. Der 5,32 Meter lange Luxustransporter feierte sein Debüt bereits im Herbst 2023 in China, allerdings entschied das Label, ihn erst jetzt nach Deutschland zu bringen. Aufmerksamkeit wird ihm jedenfalls zuteil: Das futuristisch-geometrische Objekt auf Rädern, das fast wie ein Ufo aussieht, bringt die Köpfe der Passanten so was von zum Drehen. Diesmal aber nicht in Deutschland, sondern am Flughafen Faro, wo der riesige Allrounder gleich mal seine Shuttle-Qualitäten unter Beweis stellt. Fauteuils mit mächtigen Armlehnen inklusive Tasten-Board zum Aktivieren diverser Funktionen wie Massage oder Klimatisierung empfangen den Passagier und bieten ihm ein kommodes Plätzchen auf geschmeidigem Nappaleder.

Der Preis ist heiß

Also nichts zu meckern? Doch, natürlich: Warum bitte müssen die Fensterrollos angesichts so viel Luxus manuell bedient werden? Das geht definitiv anders. Und das per Knopfdruck aus dem Deckenbereich fahrende Display wirkt von seiner Machart billig. Genau wie auch Cockpit und sowieso der gesamte Innenraum von der Anmutung deutlich hinter dem bleiben, was die etablierten Premiumhersteller bieten.

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Außergewöhnliche Formensprache sowie große Glasflächen lassen den X9 speziell wirken. Aber auch cool. (Foto: Xpeng)

Was hart im Urteil klingt, wird jedoch umso schlüssiger, wenn man sich die Preisgestaltung vor Augen führt. Mit 86.600 Euro (Topmodell) kostet der jüngste Xpeng in Deutschland verdammt viel Geld, ist aber immer noch nur halb so teuer wie der hiesige Wettbewerb. Die einmotorige, von der Ausstattung aber keineswegs schlechtere Version mit immerhin 320 PS startet bereits ab 77.600 Euro. Bleibt die Frage: lieber hinten wiegen lassen auf den technischen Elementen der Zweikammer-Luftfederung oder gleich hinter das Steuer?

Dass Xpeng den Performance mitgebracht hat, macht die Auswahl leichter. Ab nach vorn und schauen, was geht. Nicht weniger als 503 Pferdchen wüten da unter dem Blech, um 2,7 Tonnen Leermasse ihre Trägheit auszutreiben. Also schnell die Assistenten-Orgie abstellen auf dem großen Touchscreen, was recht intuitiv gelingt, und los. Funktioniert sogar ordentlich, allerdings merkt man schnell, dass die Xpeng-Ingenieure nicht so akribisch-feingeistig an die Abstimmungsarbeit gehen wie ihre deutschen Kollegen.

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Auch innen macht dieser Xpeng auf Tesla, was ein bisschen schade ist. (Foto: Xpeng)

So ringt der Allradler um Traktion, scharrt kurz mit den Pneus, um dann letztlich doch Grip aufzubauen. Die angegebenen 5,9 Sekunden bis 100 km/h nimmt man diesem Van definitiv ab, aber er sprintet eben nicht so unaufgeregt und entkoppelt, wie man es sich wünschen würde bei einem Auto, das nicht allzu weit von der 100.000-Euro-Grenze entfernt ist. Man hat das Gefühl, der X9 würde sich nach Einsetzen der vollen Last kurz schütteln, um dann nach vorn zu stürmen. Alles im grünen Bereich, aber eben keine Perfektion.

Schneller lädt kein Van

Doch der große Moment kommt nach etwa 220 gefahrenen Kilometern. Denn der Akkustand ist mittlerweile bei 28 Prozent angelangt, und es liegen noch etwa 300 Kilometer vor mir bis zum Ziel - nicht zu schaffen mit 161 Kilometern Restreichweite auf der Uhr. Da kommt die Ionity-Station auf dem Weg gerade recht. Also nichts wie angesteckt, den schweren X9 und schauen, was passiert. Exakt zehn Minuten dauert es, bis der 110 kWh (brutto) große Akku auf 78 Prozent geladen hat. Und abgesteckt nach elf Minuten, die Fahrt wird fortgesetzt mit 81 Prozent State of Charge sowie 476 Kilometern Reichweite auf dem Display.

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Der wahre Sitzluxus spielt sich in der zweiten X9-Reihe ab. (Foto: Xpeng)

Bezüglich des Ladegeschehens kann Xpeng so schnell wirklich niemand etwas vormachen, der Hersteller gibt gar 542 kW Ladeleistung an und lediglich zwölf Minuten, um den Stromspeicher von 10 auf 80 Prozent zu bringen.

Und sonst? Das Raumwunder mit 3,16 Metern Radstand ist mit ziemlich allem ausgestattet, was das Herz begehrt. Dazu zählen auch technische Highlights wie beispielsweise eine Hinterachslenkung, sodass der Trip in Richtung Parkhaus nicht zur Horrorerfahrung wird. Und mit 200 km/h Höchsttempo avanciert er außerdem zum Expressgleiter.

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Ein integrierter Kühlschrank ist bei sommerlichen Temperaturen natürlich Gold wert. (Foto: Xpeng)

Ob er sich in Deutschland gut vermarkten lässt, steht auf einem anderen Blatt, schließlich ist das Segment eher Nische denn Volumen. Als Hingucker geht der mit bis zu sieben Sitzplätzen ausgerüstete X9 in jedem Fall durch, dafür garantiert schon sein optischer Auftritt. Mal sehen, ob sich die Interessenten dieser Fahrzeugkategorie überzeugen lassen.

Quelle: ntv.de

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