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Familienauto zum fairen KursSiebensitziger Skoda Peaq feiert Weltpremiere - Größter seiner Art

24.06.2026, 08:24 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Genf
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Skoda vorn
Frisches Gesicht für den neuen Skoda Peaq. Markant sind die in mehrere Segmente aufgeteilten LED-Tagfahrleuchten. (Foto: Skoda)

Und wieder kommt Skoda mit einem neuen E-Auto um die Ecke. Diesmal greifen die Tschechen im großen Segment an. Und zwar positionieren sie den neuen Peaq als großes Familien-SUV für entspannte Urlaubsfahrten. Doch Alltag sollte er ebenso draufhaben.

Skoda ist gerade dabei, seine Antriebspalette gehörig zu elektrifizieren. Nach dem kleinen Epiq kommt jetzt zur Abwechslung mal ein großer Brocken. Ganz unhistorisch ist das bei der Marke nicht - zur Demonstration hat der Konzern einen großen Skoda Popular aus der Vorkriegsära mitgebracht und ihn neben seiner Neuheit platziert. Diese hört auf den Namen Peaq. Also "Peak", das bedeutet nichts Geringeres als Spitze. Und Skoda selbst spricht vom neuen elektrischen Flaggschiff.

Dieses Topmodell scheint den Tschechen verdammt wichtig zu sein - jedenfalls gemessen am Aufwand der Präsentation. So hat Skoda die vielen Demofahrzeuge des Peaq einfach mal auf den Mont Salève nahe Genf verfrachtet, um sie in über 1000 Metern Höhe feierlich zu enthüllen. Und damit der Showeffekt auch ja erhalten bleibt, lässt man gleich noch eine Handvoll Profi-Rennradfahrer die Serpentinen heraufstrampeln. Ein bisschen Unterhaltung muss eben sein.

Doch es ist Zeit, den 4,87 Meter langen Neuling zu entern. Und schon auf den ersten Blick fällt auf, dass die Innenarchitekten ganze Arbeit geleistet und nicht bloß Kosmetik angewandt haben. So gibt es jetzt erstmals einen hochformatig angelegten Screen, und als Kombiinstrument kommt ein zweites, waagerecht platziertes Display zum Einsatz. Wie gut es mit dem Infotainment läuft, muss zu einem späteren Zeitpunkt eruiert werden.

Skoda seite
Dass der Skoda Peaq nicht eben klein ist, kann er kaum kaschieren. Er besticht durch extravagantes Design, insbesondere die Fensterlinie fällt ins Auge. (Foto: Skoda)

Was man aber schon sagen kann, ist, und das geht als intuitiv durch, dass drei ausgefallen gestaltete extragroße Tasten für Lüftung und Temperaturkontrolle herhalten. Und dann ist der Peaq wirklich einladend. Und zwar allein mit seinen himmlisch geschmeidigen Sitzen. Skoda spendiert sogar ein kleines Kopfkissen im Bereich der Kopfstützen - da weht ein Hauch von Oberklasse durch den im Grunde bodenständigen Tschechen. Langstrecke, du darfst kommen!

Bisher größtes SUV der MEB-Plattform

Obwohl er aktuell das größte SUV auf dem konzernweit eingesetzten modularen Elektrobaukasten ist (also mit rein elektrischem Antrieb), bietet Mladá Boleslav ihn fast zum Kampfpreis an - ruft nämlich nur 49.900 Euro auf. Ja, das ist zweifellos viel Geld - aber nicht für ein derart geräumiges Auto mit unzähligen Ausstattungsmerkmalen bereits serienmäßig an Bord. Nur um mal ein paar Features zu nennen: Die elektrische Hecklappe ist ebenso am Start wie Navi, schlüsselloses Schließsystem, adaptiver Tempomat oder die Wärmepumpe.

Skoda hinten
Auch beim Heck des Skoda Peaq gehen die Kreativen neue Wege. T-förmige LED-Schlussleuchten verleihen dem Tschechen etwas Frisches. (Foto: Skoda)

Nicht serienmäßig ist leider der neue Lackton Rosewood-Beige-Metallic. Diese Farbe steht dem vor allem hinten progressiv gezeichneten Peaq mit den T-förmigen LED-Rückleuchten verdammt gut zu Gesicht, verteuert ihn allerdings um 850 Euro. Auch vorn wirkt der Skoda neuartig mit seinem segmentierten Tagfahrlicht.

Aber was bekommt man noch zum Basispreis? Beispielsweise einen im Verhältnis zur Wagengröße recht kleinen Akku mit nur 59 kWh netto an Kapazität. Nicht, dass man einen wenig souveränen Antrieb zu erwarten hätte angesichts 204 PS Motorleistung (8,4 Sekunden bis 100 hm/h und 160 km/h Topspeed). Aber wer 389 Kilometer WLTP-Reichweite bucht, wird mit dem voraussichtlich bequemen Auto womöglich mehr Ladestopps machen müssen, als ihm lieb ist. Kein Ding, es gibt ja auch die große Batterie mit 86 kWh netto.

Skoda Cockpit
Neuigkeiten aus dem Cockpit: Der Zentralscreen fällt jetzt hochformatig aus. Darüber hinaus gibt es zwei induktive Ladeflächen für Smartphones und cool designte Knöpfe für das Innenraumklima. (Foto: Skoda)

Laden könnte schneller gehen

Apropos Plattform: Die verhagelt dem feinen Peaq so ein bisschen die Gesamtbilanz. Eigentlich dürfte ein solch ausgefeiltes Produkt wie der jüngste Skoda nicht länger als 20 Minuten am Lader verweilen müssen - so wie es bei immer mehr Wettbewerbern vor allem aus China der Fall ist. Es sind aber immer noch knapp 30 Minuten bei einem Ladeleistungspeak von rund 200 kW. Hier ist der Peaq eben gar nicht so peakig.

Dafür gibt es keinerlei Leistungsmangel. Optional steigt die Power wahlweise auf 286 PS (Hinterachse) oder gar 299 PS - dann verteilt auf alle vier Räder. In diesem Fall gelingt die Beschleunigung deutlich feuriger mit 7,1 respektive 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Außerdem dürfen die Varianten mit großem Akku 20 Sachen schneller rennen. Deutlich über 500 Newtonmeter sind darüber hinaus sicherlich ein Anreiz für Drehmoment-Fans.

Skoda sitze
Drei Sitzreihen gehören zum praktischen Rüstzeug des großen Skoda Peaq. Das Mobiliar lässt sich vielfältig zurechtrücken. (Foto: Skoda)

Charme hat sicherlich die Kombination mit lediglich einer angetriebenen Achse und der großen Batterie. Glaubt man an das Effizienzversprechen des Herstellers (an der Aerodynamik sollen die Ingenieure ausgiebig gefeilt haben), lässt sich je nach Bereifung ein Verbrauch von 15,1 kWh je 100 Kilometer realisieren, was eine Reichweite von über 600 Kilometern zur Folge hätte. Mit den üblichen Schwankungen natürlich je nach Fahrstil wie Temperatur.

Das wirklich Sensationelle am Peaq ist jedoch gar nicht sein Antrieb, sondern sein Innenleben. Ganze 935 Liter an Gepäckäquivalent weist das Datenblatt aus in der fünfsitzigen Konfiguration. Maximal sind es über 2000 Liter. Das ist eine mächtige Ansage. Und die üblichen bei Skoda zum Einsatz kommenden Praktikabilitäts-Gimmicks bietet der Peaq ohne Frage ebenso.

Kofferraum
Über 900 Liter Kofferraumvolumen sind eine Ansage. Die auf dem Bild sichtbaren Elemente lassen sich per Klettband anbringen und verhindern das Verrutschen der Taschen. (Foto: Skoda)

Das geht ganz profan los mit verschiebbaren Rücksitzen. Beengt geht es in der zweiten Reihe allerdings nie zu. Klar - auf 2,97 Metern Radstand lässt sich einiges anstellen. Und dann währen da noch Dinge wie ein Klapptisch zwischen den Vordersitzen. Wer das ulkig findet, hat den Handbesen noch nicht entdeckt. Und keine allgemeine Neuheit zwar, aber angenehm sind in den Wischerblättern integrierte Scheibenwaschdüsen - so landet die Waschflüssigkeit auch wirklich auf der Frontscheibe und wird nicht in der Luft zerstäubt.

Cool ist außerdem, dass man je nach Ausstattung unter dem bei Skoda bisher größten Panoramadach hockt. Und dann freut sich der Betrachter über die hochwertige Anmutung und exzellente Materialverarbeitung. Das müssen Wettbewerber zu diesem Preis erst einmal hinbekommen. Bestellbar ist das große Elektrofahrzeug ab sofort, die ersten Exemplare rollen gegen Herbst auf die Straße.

Quelle: ntv.de

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