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GebrauchtwagencheckRenault Twingo - Erfolgsmodell mit Problemzonen 

10.07.2026, 17:36 Uhr
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Der Renault Twingo bleibt in der dritten Generation seiner Tradition treu. (Foto: Renault)

Niedlich, geräumig und auf Wunsch elektrisch - aber nicht in jeder Hinsicht eine sichere Bank: Einen gebrauchten Renault Twingo kauft man besser nicht blind.

Der kleine Twingo steht in der Renault-Modellgeschichte für eine große Erfolgsgeschichte. Der Kleinstwagen startete seine Karriere 1992/93 und begeisterte die Käufer millionenfach mit seinen niedlichen Kulleraugen-Scheinwerfern und dem flexiblen Innenraumkonzept - trotz großer Qualitätsprobleme. Mittlerweile ist seit Anfang 2026 die vierte, rein elektrisch angetriebene Generation erhältlich. Die dritte Auflage (September 2014 bis Mitte 2025) ist nun im besten Gebrauchtwagenalter.

Qualität

Ob die Tüv-Prüfer tief durchatmen, wenn ein Twingo der dritten Generation zur Hauptuntersuchung vorfährt? Seine Mängelquoten liegen über alle Jahrgänge stets über dem Schnitt. Der kleine Franzose zeigt zudem schon früh Mängel. Bereits vier Jahre alte Modelle fallen durch teure Probleme mit den Achsaufhängungen und der Abgasanlage negativ auf. Ölverlust registrieren die Experten schon ab der ersten HU. Die Beleuchtungsanlage sowie die Bremsbauteile werden ebenfalls häufig kritisiert.

Karosserie und Innenraum

Die dritte Twingo-Generation entstand in Zusammenarbeit mit Smart, die Verwandtschaft mit dem Smart Forfour ist nicht zu übersehen. Der 3,60 Meter lange Twingo sieht zwar immer noch recht niedlich aus, wirkt aber erwachsener als die Vorgängergenerationen. Der Motor sitzt im Heck, statt der Vorder- wird die Hinterachse angetrieben. Der Wendekreis fällt daher mit 8,65 Metern sehr klein aus. Rangieren gelingt selbst bei beengten Platz- und Verkehrsverhältnissen leicht.

Der Viersitzer verfügt über zwei Fondtüren, der Einstieg auf die hinteren Plätze gelingt daher leicht. Vorn geht es für die Insassen recht luftig zu, hinten ist das Raumangebot aufgrund der knappen Außenabmessungen beschränkt.

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Der Innenraum des Renault Twingo nimmt die Wagenfarbe auf. (Foto: Renault)

Der Kofferraum fasst nur 188 Liter, lässt sich aber durch Umlegen der Rücksitzlehnen auf knapp 1000 Liter erweitern. Klappt man noch den Beifahrersitz um, passen Gegenstände bis zu 2,31 Meter Länge ins Fahrzeug. Das Interieur ist je nach Ausstattung und der Bereitschaft der Erstkäufer in Dekorelemente zu investieren, farbenfroh und fröhlich gestaltet. Wer Frischluft liebt, sucht nach Exemplaren mit Faltdach.

Das 2019 durchgeführte Facelift brachte unter anderem eine geänderte Frontschürze, neue Scheinwerfer und eine Mittelkonsole mit Staufach.

Motoren und Antrieb

Das Motorenangebot war überschaubar und bestand zunächst aus zwei Dreizylinder-Triebwerken, einem 1,0-Liter-Sauger mit 52 kW/71 PS sowie einem 0,9-Liter-Turbo mit 66 kW/90 PS. Den Normverbrauch gab Renault für beide Motoren mit je 4,2 Litern an. Ab 2016 offerierte den Turbo in der Ausbaustufe mit 80 kW/110 PS. Die GT genannte Topversion benötigt im Schnitt einen Liter mehr als der 90-PS-Turbo. Das Facelift nutzte Renault, um mit dem 48 kW/65 PS starken 1,0-Liter eine neue Basismotorisierung zu implementieren. Den GT nahmen die Franzosen auf dem Programm.

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Auch eine Elektrovariante ist zu haben vom Renault Twingo. (Foto: Renault)

Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Fünfganggetriebe, alternativ konnten Erstkäufer - außer für das Basisaggregat ein - Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ordern. Ab Ende 2019 reduzierte sich das Angebot auf den 65-PS-Sauger sowie die seit Ende 2020 erhältliche E-Version (Z.E.) mit 60 kW/82 PS und einem 22 kWh großen Akku.

Ausstattung und Sicherheit

Soll eine Klimaanlage und ein Infotainmentsystem an Bord sein, sucht man Fahrzeuge mit den höheren Ausstattungslinien, die zum Marktstart "Dynamique" und "Luxe" hießen, und lässt die Basisversion ("Expression") links liegen. 2018 sortierte und benannte Renault die Ausstattungsniveaus neu (Life, Limited, Intens, Urban Night). Interessenten sollten also bei ihrem Wunschexemplar genau hinschauen, welche Komfortmerkmale an Bord sind.

Fazit

Der Twingo sammelt durch Optik und Platzangebot Punkte. Ein gründlicher Check in einer Werkstatt oder bei einer Sachverständigenorganisation vor Vertragsabschluss ist aber Pflicht. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 2000 gebrauchte Renault Twingo-Modelle der dritten Generation auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab knapp 3000 Euro, zusätzliches Budget für Reparaturen sollte man jedoch einplanen.

Quelle: ntv.de, Elfriede Munsch, sp-x

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