Dienstag, 29. November 2022Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:18 Uhr

Das war Dienstag, der 29. November 2022

Die Inflationsrate sinkt im November überraschend - aber nicht so stark, wie man sich wünscht. Die Teuerungsrate beträgt immer noch 10,0 Prozent. Wie viel länger man wegen gestiegener Preise arbeiten muss, um bestimmte Produkte zu kaufen, veranschaulicht dieses Video:

Und jetzt zu den weiteren Nachrichten des Tages. Hier ein kurzer Überblick:

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen eine gute Nacht! Bis morgen!

21:47 Uhr

Wann wird die Maskenpflicht im ÖPNV abgeschafft?

Ein Endtermin für die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr bleibt vorerst weiter offen. Die Verkehrsministerinnen und -minister der Länder verständigten sich auf ihrer Sonderkonferenz zwar darauf, möglichst eine bundesweit einheitliche Regelung anzustreben, konnten sich aber nicht auf ein Datum einigen, wie Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer als Konferenzvorsitzende anschließend mitteilte. Die Frage soll nun an die kommende Woche tagende Gesundheitsministerkonferenz sowie an die Ministerpräsidentenkonferenz weitergegeben werden.

21:07 Uhr

Bundeswehr-Offizier kollabiert bei Lehrgang und stirbt

Ein Offizier der Bundeswehr ist bei einem Lehrgang an der Infanterieschule im bayerischen Hammelburg kollabiert und dann in einem zivilen Krankenhaus gestorben. Bei dem Zwischenfall bereits am Donnerstag in der vergangenen Woche seien zivile Rettungskräfte zur Hilfe gerufen worden, sagte ein Bundeswehrsprecher. Der Mann sei zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden, aber am Tag darauf gestorben. Der Offizier war auf einem Einzelkämpferlehrgang, vor dem üblicherweise eine gesundheitliche Untersuchung und ein Eingangstest zu bestehen sind.

20:28 Uhr

Parlament in Wien hält Trauerminute für lebenden Ex-Kanzler Vranitzky ab

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Franz Vranitzky war von 1986 bis 1997 Österreichs Bundeskanzler.

(Foto: picture alliance / MICHAEL GRUBER / APA / picturedesk.com)

Eine gefälschte Twitter-Nachricht zum angeblichen Tod des österreichischen Ex-Kanzlers Franz Vranitzky hat zur Abhaltung einer Trauerminute in einem Parlamentsausschuss geführt. Eine sozialdemokratische Abgeordnete, die selbst Twitter nicht aktiv nutzt, wurde über Whatsapp von einer Bekannten von der Nachricht informiert, wie ein Sprecher der Partei SPÖ sagte. Die SPÖ-Fraktion bat daraufhin im gerade tagenden Sozialausschuss um ein Trauerminute für ihren ehemaligen Parteichef. Wenige Momente später habe die Abgeordnete den Fehler jedoch erkannt und in der Sitzung richtiggestellt, dass Vranitzky noch lebe, sagte der Sprecher.

Der 85-jährige Vranitzky war von 1986 bis 1997 Bundeskanzler. Die gefälschte Nachricht wurde von einem Twitter-Account abgesetzt, das vorgab, dem konservativen Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zu gehören.

20:00 Uhr

Länder streben Start des 49-Euro-Tickets zum 1. April an

Die Länder streben einen Start des 49-Euro-Tickets im Nah- und Regionalverkehr zum 1. April an. Das geht aus einem Beschlusspapier der Verkehrsministerkonferenz hervor, das der dpa vorliegt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hatte ursprünglich als Ziel für die Einführung des Tickets Anfang 2023 genannt. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hält eine Einführung erst zum 1. Mai für realistisch, wie es hieß. Zuvor hatte er den 1. März als machbar bezeichnet.

19:30 Uhr

Bewährungsstrafen für fünf Berliner IS-Terrorunterstützer

Wegen der Unterstützung von Terrororganisationen im Ausland sind fünf Männer in Berlin zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Nach Überzeugung des Kammergerichts waren die 36 bis 52 Jahre alten Männer 2013 und 2014 in der Salafisten-Szene in Berlin aktiv. Sie unterstützten den bewaffneten Kampf der in Syrien operierenden Terrororganisation Dschunud al-Scham und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das Gericht verhängte Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren sowie einem Jahr und vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die nicht vorbestraften Angeklagten - vier Türken und ein Deutscher - hatten zuvor Geständnisse abgelegt.

Die Männer waren teils Gründungsmitglieder oder Funktionsträger des inzwischen verbotenen Moscheevereins "Fussilet 33". Die Gebetsräume dort galten als Treffpunkt gewaltbereiter Islamisten. Den Verein hatte auch der islamistische Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, regelmäßig besucht.

19:00 Uhr

Schlagzeilen am Abend

18:42 Uhr

Sex zwischen Männern ist kein Verbrechen mehr in Singapur

In Singapur ist Geschlechtsverkehr zwischen Männern nicht mehr strafbar. Das entschied das Parlament des asiatischen Stadtstaates und hob damit ein aus der britischen Kolonialzeit stammendes Gesetz auf. Die Aufhebung des Gesetzes sei richtig, weil "einvernehmlicher Sex zwischen Männern nicht länger als Verbrechen angesehen werden kann", sagte Justizminister K. Shanmugam zum Abschluss der Parlamentsdebatte.

Das Parlament in Singapur verabschiedete am Dienstag auch eine Verfassungsänderung, die klarstellt, dass die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden könne. Die traditionelle Definition von Familie sei das Fundament der Gesellschaft, sagte Sozial- und Familienminister Masagos Zulkifli. Es gebe keine Pläne, diese Definition zu ändern, um gleichgeschlechtliche Ehen einzubeziehen.

18:00 Uhr

"Stirb langsam"-Star Clarence Gilyard Jr. ist tot

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Clarence Gilyard Jr. wurde 66 Jahre alt.

(Foto: imago/Future Image)

Der vor allem aus den Erfolgsfilmen "Stirb Langsam" und "Top Gun" bekannte US-Schauspieler Clarence Gilyard Jr. ist tot. Gilyard sei im Alter von 66 Jahren gestorben, teilte die University of Nevada in Las Vegas, wo Gilyard als Dozent gearbeitet hatte, mit - ohne weitere Details zu nennen. Der 1955 im US-Bundesstaat Washington geborene Gilyard hatte in den 80er und 90er Jahren erste Rollen in Hollywood bekommen - unter anderem in den Fernsehserien "Trio mit vier Fäusten", "Matlock" und "Walker, Texas Ranger". Später wurde er auch mit Rollen in verschiedenen Filmen bekannt, bevor er sich ab den 2000er Jahren hauptsächlich auf die Universität konzentrierte.

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17:24 Uhr

Base-Jumper stirbt bei Sprung von 200-Meter-Brücke

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Seit dem Sommer ist das Springen von der spektakulären Autobahnbrücke bei Millau explizit verboten.

(Foto: imago images/Gala Images)

Ein Extremsportler ist in Südfrankreich beim Sprung von einer 200 Meter hohen Autobahnbrücke ums Leben gekommen. Der Fallschirm des 32 Jahre alten Base-Jumpers habe sich beim Sprung vom Viadukt von Millau offenbar nicht geöffnet, berichtete der Sender France 3. Der Mann sei auf der Stelle tot gewesen. Die genauen Umstände des Unglücks müssten noch ermittelt werden.

16:36 Uhr

Mann ersticht Sechsjährige und vergeht sich an ihrer Leiche - lebenslange Haft

Im Baden-Badener Prozess um den Mord an einer Sechsjährigen ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht stellte außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest. Es sah es als erwiesen an, dass der 34-Jährige das Mädchen in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres mit einem Messer getötet und sich an der Leiche vergangen hat. Die Sechsjährige hatte bei seinem Sohn übernachtet - sie war seine Spielplatzfreundin.

  • Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.
  • Das Landgericht verurteilte den gelernten Straßenbauer wegen Mordes und Störung der Totenruhe.
  • Der nicht vorbestrafte Deutsche hatte nach dem Verbrechen ein Feuer gelegt, um die Tat zu vertuschen - obwohl vier Verwandte im Haus schliefen, darunter sein Sohn.
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15:52 Uhr

EX-SPD-Bundestagsabgeordneter Florian Post wechselt zur CSU

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Er war "schon immer dem bürgerlichen Lager zuzuordnen": Florian Post.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post ist in die CSU eingetreten. Nach seinem Austritt aus der SPD sei die CSU für ihn "die richtige Antwort", sagte Post der "Süddeutschen Zeitung". "Ich war ja schon immer dem bürgerlichen Lager zuzuordnen."

Post war erst im August aus der SPD ausgeschieden. Für die Sozialdemokraten hatte der 41-Jährige acht Jahre, von 2013 bis 2021, ein Bundestagsmandat inne. Dabei war er unter anderem durch scharfe Kritik am heutigen Kanzler Olaf Scholz und der früheren Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles aufgefallen.

15:21 Uhr

Drei Männer überleben elf Tage auf dem Ruderblatt eines Tankers

Drei Migranten aus Afrika haben elf Tage auf dem Ruderblatt eines Öltankers überlebt und so die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln erreicht. Das Schiff sei von Lagos in Nigeria aus im Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria angekommen, schrieb die spanische Seenotrettung auf Twitter. Die drei Männer hätten die ganze Fahrt über auf dem riesigen Ruderblatt gesessen, wobei das Wasser fast bis an ihre Füße heranreichte, wie auf Fotos im Internet zu sehen war. Sie seien sofort in Krankenhäuser gebracht worden.

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14:43 Uhr

Kritik an Einbürgerungsrecht: Grüne attackieren Merz

In der Debatte über eine Verkürzung von Einbürgerungsfristen haben die Grünen CDU-Chef Friedrich Merz scharf kritisiert. Der Partei- und Fraktionschef stehe "für eine kalte und ausgrenzende CDU", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge. "Friedrich Merz macht mit seiner Sprache aus Nachbarn wieder die Anderen. Und das ist gefährlich, so zu spalten." Deutschland sei schon immer ein Einwanderungsland gewesen und habe davon profitiert.

Dem CDU-Generalsekretär Mario Czaja warf sie vor, die Debatte anzuheizen: "Wenn Politiker wie Mario Czaja jetzt davon sprechen, dass man Pässe verramschen kann oder sogar von Black Friday spricht, dann ist das eine Verrohung der Sprache."

Bundesinnenministerin Nancy Faeser von der SPD will Einbürgerungen beschleunigen. Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft soll nach fünf statt derzeit acht Jahren Aufenthalt möglich sein, in bestimmten Fällen schon nach drei Jahren. Zudem sollen Eingebürgerte nicht mehr gezwungen sein, ihre bisherige Staatsbürgerschaft aufzugeben. Ihr Gesetzentwurf wird derzeit zwischen den Ministerien beraten.

14:15 Uhr

Schichtwechsel

Sabine Oelmann verabschiedet sich in den Feierabend, ich übernehme ihren Platz in der Redaktion. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich wünsche Ihnen einen schönen Nachmittag!

13:58 Uhr

Lauterbach: "Drei Pflanzen pro Person"

Karl Lauterbach geht davon aus, dass der Gesetzentwurf zur Legalisierung von Cannabis Ende des ersten Quartals kommenden Jahres fertig sein könnte. Wenn alles gut laufe, könnte der Entwurf dann in der zweiten Jahreshälfte dem Bundestag vorliegen, so der Bundesgesundheitsminister.

Der Cannabiskonsum solle legalisiert werden mit dem Ziel, dass der Kinder- und Jugendschutz gestärkt und der Schwarzmarkt zurückgedrängt werde, die Produkte durch weniger Beimengungen weniger gefährlich würden und gleichzeitig der Konsum in der Bevölkerung nicht steige, bekräftigt Lauterbach. Parallel zum Gesetzentwurf sei ein Gutachten geplant zu der Frage, ob dieses Ziel mit den Gesetzesplänen umsetzbar ist. Mit der Vorlage setzt Lauterbach eine Festlegung aus dem Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung um. Weil es Bedenken gibt, ob das Vorhaben im Einklang mit dem europäischen Recht steht, lässt der Gesundheitsminister sein Vorhaben noch vor Einleitung des Gesetzgebungsverfahrens von der EU-Kommission prüfen.

Lauterbachs Konzept sieht unter anderem vor, dass Erwerb und Besitz von bis zu 20 bis 30 Gramm straffrei sein sollen. Lieferung und Vertrieb sollten nur innerhalb eines lizenzierten und staatlich kontrollierten Rahmens zugelassen werden. Der private Eigenanbau solle in begrenztem Umfang erlaubt werden - vorgesehen sind drei Pflanzen pro Person.

13:40 Uhr

Schule wird immer schlechter - in Berlin wird was dagegen unternommen

Gerade hat der Deutsche Lehrerverband (DL) auf die drastisch schlechteren Pisa-Ergebnisse im kommenden Jahr hingewiesen: Sie würden mit großer Sicherheit einen weiteren dramatischen Leistungsabfall deutscher Schüler zeigen. Wenn nicht genug für die Schulen getan werde, habe das für alle negative Folgen für die Zukunft.

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Damit es so weit nicht kommt, ist immer mehr Initiative gefragt, privat und von Unternehmen. Das PxP Festival, normalerweise in Sachen Musik unterwegs, startet deswegen die große Crowdfunding Kampagne "Schule feiert Zukunft". Ziel ist es, am 17. und 18. Juni des nächsten Jahres gemeinsam mit der PxP Embassy e.V. und einer Allianz von zahlreichen Bildungsorganisationen die "Schule von morgen" zu gestalten. Mit dem Verkauf von 17.000 Tickets wird dann im Sommer 23 das beliebte Festival in der Wuhlheide stattfinden.

Seit der Gründung der PxP Embassy 2015 setzen sich Fetsum Sebhat und Teddy Tewelde für die Rechte von Kindern ein, deren Stimme nicht gehört wird. Wie die der Hunderttausende junger Menschen, die schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Jedes Jahr kommen rund 50.000 Schulabbrechende hinzu, das heißt, die soziale Spaltung steigt. "Bildung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Bei der aktuellen Bildungsmisere brauchen wir eine Plattform, auf der wir als Gemeinschaft zusammenkommen und Lösungen erarbeiten können" betonen Sebhat und Tewelde. #wirfürschule startete im Mai 2020 als Initiative von Verena Pausder und Max Maendler und ist Antreiber für die Schule von Morgen. Mehr Infos hier.

13:23 Uhr

Weiterhin Chaos auf Ischia

Im Norden Ischias herrscht nach Sturm und Regen vom Wochenende weiter Chaos. Zwischen Schutt und Schlamm finden die Suchtrupps weitere Opfer. Die Feuerwehr fand einen 15 Jahre alten Jungen im nördlichen Küstenort Casamicciola. Damit stieg die Zahl der Toten auf acht. Am Sonntag hatten die Rettungskräfte die sechs Jahre alte Schwester und den elf Jahre alten Bruder des Jungen in den Schlammmassen entdeckt. Außerdem bargen sie ein erst 22 Tage altes Baby tot aus den Trümmern sowie drei Frauen und einen Mann. Vier Menschen gelten noch als vermisst, darunter laut Medien die Eltern der drei gestorbenen Geschwister.

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Am Abgrund - 94 Prozent der Kommunen in Italien sind gefährdet.

(Foto: dpa)

Starke Regenfälle hatten zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Besonders betroffen war der Nordteil der Insel. Etwa 30 Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. Schlammmassen trieben durch die Straßen bis in die Häuser, zerstörten Autos und rissen sie ins Meer. Nachdem das Ausmaß des Unwetters deutlich wurde, tauchten erste Fragen nach dem Warum auf und ob das Unglück nicht hätte verhindert werden können. Vorwürfe richteten sich gegen die Behörden, die nicht genug in den Schutz der Hänge investiert hätten. Andere kritisierten die Politik der vergangenen Jahre, die den Schwarzbau auf Ischia noch unterstützt habe. Bekannt war, dass an den bebauten Hängen auf der größten Insel im Golf von Neapel ein Risiko für Erdrutsche bei Unwettern bestand.

Ein Risiko für Überschwemmungen, Erdrutsche und Erosionen besteht laut Curcio in ganz Italien und nicht nur auf Ischia mit seinen etwas mehr als 60.000 Einwohnern. 94 Prozent der Kommunen seien gefährdet.

13:07 Uhr

G7 will russische Kriegsverbrechen intensiver verfolgen

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Buschmann und sein ukrainischer Amtskollege Denys Maljuska.

(Foto: dpa)

Die G7-Staaten wollen die Verfolgung russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine künftig besser koordinieren. Zum Auftakt der Beratungen der G7-Justizminister sagt Bundesjustizminister Marco Buschmann in Berlin: "Wir müssen dafür sorgen, dass diese Anstrengungen noch besser miteinander vernetzt werden." Es gehe etwa darum, doppelte Arbeit zu vermeiden und Beweismittel so sicherzustellen, dass die Antwort auf diese Kriegsverbrechen dem Prinzip des fairen Prozesses gerecht werde.

Es müsse dafür gesorgt werden, dass Menschen, die Opfer von Kriegsverbrechen geworden sind, nicht unnötig häufig belastet werden. Buschmann verurteilt das Vorgehen Russlands in der Ukraine scharf. Die Taktik, Menschen ohne Heizung und Strom einem Winter auszusetzen, in dem es bis zu minus 30 Grad kalt werden könne, sei "verbrecherisch", sagte er. Bislang seien insgesamt 45.000 Fälle registriert, zudem befänden sich 200 Tatverdächtige in Verfahren.

Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der Gruppe von sieben führenden Industriestaaten (G7) inne. Mitte November hatten bereits die G7-Innenminister Russland "grausamste Verbrechen" vorgeworfen und über ein gemeinsames Vorgehen bei der Strafverfolgung beraten.

12:44 Uhr

Zu wenig Wasser in den Flüssen

Im vergangenen Jahr haben die Flüsse in großen Weltregionen weniger Wasser geführt als im langjährigen Durchschnitt. Das berichtet die Weltwetterorganisation (WMO) in ihrem ersten Bericht über die Frischwasserreserven der Welt. Sie spricht von einem negativen Trend.

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Blick auf den Fluss Ter, der zu einem Stausee in der Nähe von Vilanova de Sau fließt. In der spanischen Region Katalonien beginnen Beschränkungen der Wassernutzung für die Landwirtschaft und für Freizeitaktivitäten, da die monatelange Dürre, die verheerende Folgen für die Ernten hatte, die menschlichen Lebensbedingungen zunehmend einschränkt.

(Foto: dpa)

2021 hätten große Teile der Erde trockenere Perioden als im langjährigen Durchschnitt erlebt. Die WMO untersuchte die Abflussmengen von Flüssen. Die Regionen mit unterdurchschnittlichen Abflussmengen seien 2021 doppelt so groß gewesen wie die Regionen mit überdurchschnittlichen Abflussmengen. Die Vergleichsgröße ist für das jeweilige Gebiet der Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Für Europa sind in dem Bericht keine großen Abweichungen vom Durchschnitt angegeben. Der Klimawandel verändere den Wasserhaushalt, aber es gebe noch zu wenig Informationen über die Qualität, Menge und Verteilung der Frischwasserreserven.

Unterdurchschnittliche Abflussmengen erlebten etwa einige Regionen in Südosten Südamerikas und in den südlichen USA, sowie in Afrika die Flüsse Niger, Volta, Nil und Kongo und Regionen im Osten Russlands und in Zentralasien. Mehr Wasser floss unter anderem im Norden des nordamerikanischen Kontinents und in China am Fluss Amur.

12:30 Uhr

Ridley Scott zum 85. noch ohne Oscar

Mit "Napoleon" dürfte Ridley Scott rund um seinen 85. Geburtstag alle Hände voll zu tun haben. Das Regie-Genie hinter Filmen wie "Alien", "Thelma & Louise", "Blade Runner", "Gladiator", "The Last Duel", "Der Marsianer" und "House of Gucci" inszeniert ein Geschichtsepos mit riesigen Kampfszenen und einer explosiven Lovestory. Nach dem Drehstart im Februar an Schauplätzen in England und Malta steckt der gebürtige Brite nun mitten in der Postproduktion - und die Filmbranche rätselt, ob Geldgeber Apple TV+ das mit Spannung erwartete Prestigeprojekt noch vor Jahresende in die Kinos bringen wird. Das wäre eine Voraussetzung für "Napoleon", um im Oscar-Rennen 2023 mitzumischen.

Scott, der an diesem Mittwoch seinen 85. Geburtstag feiert, hat wieder eine Star-Riege versammelt und sagt über Napoleon: "Er tauchte aus dem Nichts auf, um alles zu beherrschen, während er zugleich einen Liebeskrieg mit seiner ehebrecherischen Frau Josephine führte."

Scott brachte fast 30 Spielfilme auf die Leinwand, doch auf der Oscar-Bühne ging er selbst bisher immer leer aus. Drei Mal war Scott in der Regie-Sparte schon nominiert.

12:18 Uhr

Krokodil schnappt nach Handwerker

Weltweit ereignen sich die erstaunlichsten Dinge. ntv fasst außergewöhnliche Geschichten für Sie zusammen. Dieses Mal machen australische Handwerker eine gefährliche Begegnung - und das, wo Handwerker doch so schwer zu bekommen sind .

12:00 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

11:32 Uhr

JLo über Trennungsschmerz von Ben Affleck

Jennifer Lopez hat ihre Trennung von Ben Affleck im Jahr 2004 als extrem schmerzhaft in Erinnerung. "Es war der größte Herzschmerz meines Lebens. Ich habe mich ehrlich gefühlt, als würde ich sterben", sagt die 53-Jährige. 18 Jahre lang habe sie sich auch in ihrer Kreativität als Musikerin eingeschränkt gefühlt, erklärt Lopez. "Aber heute, 20 Jahre später, hat es ein Happy End."

2002 wie heute war die Musikerin mit Schauspieler Ben Affleck liiert. 2004 trennte sich das Paar und löste die Verlobung auf. Im Juli 2022 heirateten Lopez und Affleck schließlich in Las Vegas und im August bei einer größeren Zeremonie auf Afflecks Anwesen in Georgia.

11:15 Uhr

Steinmeier ruft zu mehr Hilfe auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der massiven Zerstörung der Energieinfrastruktur in der Ukraine zu mehr Hilfe für das Land aufgerufen. "Millionen von Ukrainern stehen jetzt vor einem Winter in großer Not, Dunkelheit und Kälte", so Steinmeier bei einem Besuch des Logistikzentrums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Flughafen BER vor seinem Abflug nach Skopje. Er forderte Städte und Gemeinden dazu auf, Partnerschaften mit ukrainischen Kommunen einzugehen. Über diese erfolge Hilfe ganz unbürokratisch von Mensch zu Mensch. Er rief zudem zu Geldspenden auf, damit Hilfsorganisationen etwa Generatoren oder Heizgeräte beschaffen könnten.

Steinmeier ließ sich von der DRK ihre Arbeit und die Einsatzbedingungen bei der Hilfe für die Ukraine und für nach Deutschland geflohene Ukrainer erklären. Der neue ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev, der Steinmeier begleitete, bedankte sich für die Hilfe. Er sagte, die Lieferungen des DRK gingen auch an die Aufwärmpunkte, die in vielen Städten aktuell eingerichtet werden. An diesen Stellen sollen sich Menschen wärmen und mit Strom und Internet versorgen können.

Nach der massiven Zerstörung der Wasser-, Energie- und Wärmeversorgung unterstütze man die Bevölkerung mit 7000 Heizöfen zum Wärmen und Kochen, 100 Generatoren und mehr als 20 mobilen Tankanlagen. Zuletzt konzentrierten sich die russischen Angriffe unter anderem auf ukrainische Strom- und Wärmekraftwerke.

10:47 Uhr

Will Smith versteht alle, die seinen Film nicht sehen wollen

Hollywoodstar Will Smith kann es nach eigenen Angaben "komplett verstehen", wenn Menschen nach seiner Ohrfeige bei der Oscarverleihung seinen neuen Film "Emancipation" nicht sehen wollen.

"Ich würde das absolut respektieren und ihnen ihren Platz lassen, noch nicht bereit zu sein", sagte der 54-Jährige. Er hoffe dennoch auf Zuschauer für den Film, erklärte Smith. "Meine tiefempfundene Hoffnung ist, dass meine Handlungen nicht mein Team bestrafen."

Smith hatte bei den Oscars Ende März dem Komiker Chris Rock auf der Bühne eine Ohrfeige verpasst, nachdem dieser einen Witz über Smiths Ehefrau Jada Pinkett gemacht hatte.

10:24 Uhr

Erkältungswelle rollt heftig über Deutschland

Kitas und Schulen leeren sich, Erkältungskrankheiten beschäftigen momentan zahlreiche Familien. "Die Erkältungswelle schlägt früher ein, als wir es gewohnt sind", sagt Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. "Ich glaube, die Schlangen vor den Praxen bundesweit sind lang und die Wartezimmer voll", so der Berliner Kinderarzt.

Verschiedene Erkältungsviren, Influenza und RS-Viren seien momentan im Umlauf. "Wir haben eine Anhäufung von Infekten. Die Kinder sind teilweise rund um die Uhr krank und die Eltern machen sich Sorgen, dass sie gar nicht mehr gesund werden", berichtet der Arzt. Dabei seien es oft einfach viele Infekte, die aufeinanderfolgten und in der Regel harmlos seien. Durch die Corona-Pandemie und das Tragen von Masken hätten viele Kinder nicht die Möglichkeit gehabt, ihr Immunsystem zu trainieren.

"Es sind winterliche Verhältnisse, die wir derzeit haben", berichtet Maske, der mit einem Kollegen am Montag allein in seiner Praxis 160 junge Patienten behandelte. "Das ist der Wahnsinn." Sonst kämen etwa 90 bis 110 Kinder und Jugendliche pro Tag in die Praxis. Die Kunst bestehe darin, die wirklich kranken Kinder herauszufiltern. Die Situation mache ihm und Kollegen sehr zu schaffen, vor allem, weil wirklich kranke Kinder kaum noch in den Kliniken unterzubringen sind, weil "alle so runtergespart sind, dass sie kaum noch Betten haben."

09:52 Uhr

Polizistin scheitert mit Klage wegen Namensschild

Eine Polizistin aus Brandenburg ist vor dem Bundesverfassungsgericht mit einer Beschwerde gegen die Pflicht zum Tragen eines Namensschilds an ihrer Dienstkleidung gescheitert. Die Verfassungsbeschwerde der Hauptkommissarin sei nicht ausreichend begründet, erklärt das Gericht in Karlsruhe. In Brandenburg müssen Polizeibeamte seit 2013 im Dienst ein Namensschild tragen.

Es gibt Ausnahmefälle, beispielsweise wenn die polizeiliche Maßnahme dadurch beeinträchtigt würde. Beim Einsatz in geschlossenen Einheiten wird das Namensschild an der Uniform durch ein anderes Kennzeichen ersetzt. Die Kommissarin beantragte schon im Frühling 2013 erfolglos beim Polizeipräsidium ihre Befreiung von der Kennzeichnungspflicht.

Nachdem auch ihr Widerspruch abgelehnt worden war, zog sie vor das Verwaltungsgericht Potsdam. Dieses wies ihre Klage ebenso ab wie das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ihre Berufung. Auch die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig scheiterte. Gegen all diese Entscheidungen wandte sich die Polizistin vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses erklärte nun, dass sie eine Verletzung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung nicht ausreichend dargelegt habe.

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09:17 Uhr

Mariah Carey mag es heiß

Die US-Musikerin Mariah Carey steigt als Produzentin am New Yorker Broadway ein. Carey werde Mit-Produzentin des Musicals "Some Like It Hot", das am 11. Dezember Premiere feiern soll, teilten die Veranstalter mit.

Es handelt sich um eine Neuauflage der gleichnamigen Filmkomödie aus dem 1959 mit dem deutschen Titel "Manche mögen's heiß" und Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon in den Hauptrollen. Auch sie habe den Film gesehen und sei großer Fan von Monroe, wurde Carey zitiert. Dann sei ihr von dem Musical erzählt worden - "und ich wusste, ich muss ein Teil davon sein".

08:31 Uhr

Generation Mitte ist besorgt: Krieg, Kälte, Klima

Die mittlere Generation gilt als "Leistungsträger" der Gesellschaft, etwa 70 Prozent der Erwerbstätigen sind zwischen 30 und 59 Jahre alt; sie erwirtschaften einen Großteil der steuerpflichtigen Einkünfte. Die Stimmung in dieser Gruppe hat also Gewicht - und sie ist trübe: Der Krieg in der Ukraine, die anhaltend hohe Inflation und die Energieknappheit verunsichern nach einer Umfrage die 30- bis 59-Jährigen in Deutschland stärker als die Corona-Pandemie vor einem Jahr.

Die sogenannte Generation Mitte schaut mit großer Sorge vor einem wirtschaftlichen Abstieg auf die kommenden Monate, wie die am Dienstag vorgelegte jährliche Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die Versicherungswirtschaft (GDV) ergab. Vor einem Jahr, inmitten des zweiten Corona-Herbstes, habe die mittlere Generation noch mit verhaltener Zuversicht nach vorn geschaut. Nur zwölf Monate später sei der Optimismus vollends verflogen.

Im Auftrag der Versicherer befragt das Institut für Demoskopie Allensbach jedes Jahr 30- bis 59-Jährige in Deutschland. Nach der Untersuchung schaut mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten mit "großen Befürchtungen" auf die kommenden Monate, weitere 27 Prozent mit "Skepsis". Die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, spricht gar von einem beispiellosen Stimmungseinbruch.

07:42 Uhr

Urteil im Baden-Badener Kindermordfall

Eine unerklärliche Tat und ein Mann, der nichts erklären will: Im Baden-Badener Prozess um den Mord an einer Sechsjährigen spricht das Landgericht heute um 15.30 Uhr sein Urteil. Ein 34-jähriger Deutscher soll die Spielplatzfreundin seines Sohnes bei einem Übernachtungsbesuch ermordet haben. Ihm wird zur Last gelegt, das Mädchen in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Baden-Baden mit einem Messer getötet und sich an der Leiche vergangen zu haben. Danach soll er Feuer gelegt haben, um die Tat zu vertuschen - obwohl vier Verwandte im Haus schliefen, darunter sein sechsjähriger Sohn.

Der nicht vorbestrafte Angeklagte hat die Tat nicht gestanden und im ganzen Prozess geschwiegen. Die Staatsanwaltschaft ist sich aber sicher, dass die Beweismittel für eine Verurteilung ausreichen. Sie wirft dem gelernten Straßenbauer unter anderem Mord, Störung der Totenruhe sowie versuchten Mord in vier Fällen vor. Sie fordert eine lebenslange Haftstrafe - und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die Nebenkläger, darunter die Mutter und der Vater des getöteten Mädchens, schlossen sich dem in nicht öffentlicher Sitzung dem Vernehmen nach an. Der Pflichtverteidiger verzichtete auf einen Antrag zum Strafmaß.

Warum das Verbrechen geschah, ist ungeklärt. Der Untersuchung durch einen Psychiater stimmte der Angeklagte nicht zu. Aus Sicht eines Gutachters spricht nichts für eine verminderte Schuldfähigkeit, auch Pädophilie war nicht festzustellen.

07:31 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen, liebe Leser, ich melde mich heute zum ersten Mal aus unserem Hauptstadtstudio, wir sind umgezogen. An der einen oder anderen Stelle könnte es noch ruckeln (also bei mir), ansonsten starten wir einfach mal frisch in den Tag. Fußball bekommen sie zum Glück ja von den Kollegen, ich tue einfach so, als wäre nichts und fahre weiter meine Vermeidungsstrategie. Wie handhaben Sie es? Falls Sie mir das mitteilen möchten, dann schreiben Sie an dertag@n-tv.de.

Was heute ansteht:

  • Die NATO-Außenminister treffen sich in Bukarest. Im Zentrum der Debatte in der rumänischen Hauptstadt wird der Krieg in der Ukraine stehen. Am Rande der Tagung soll zudem ein Treffen der G7 stattfinden, bei dem über Soforthilfe zum Wiederaufbau der ukrainischen Energieversorgung nach den russischen Angriffen beraten wird.
  • Angesichts von Stromausfällen durch russische Raketenangriffe auf Kraftwerke und Stromleitungen warnt der ukrainische Justizminister, Denys Maljuska, vor einer Notsituation in ukrainischen Gefängnissen. Nach einer Woche sind Versorgung, Heizung und auch Sicherheit stark gefährdet, da im Gefängnis auch Strom für Überwachungskameras und andere Sicherheitsausstattung benötigt wird.
  • Apple hat nach Darstellung des neuen Twitter-Chefs Elon Musk damit gedroht, die App des Textdienstes nicht mehr über seinen Online-Store zu vertreiben. Als Teil einer Reihe von Tweets, die unter anderem an Apple-Chef Tim Cook gerichtet waren, schrieb Musk: "Apple hat auch damit gedroht, Twitter aus seinem App Store zu verbannen, will uns aber nicht sagen, warum." Zudem erklärte Musk, Apple habe zum großen Teil damit aufgehört, über Twitter Werbung zu schalten.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Landsleute auf einen harten Winter mit heftigen russischen Angriffen eingestimmt. "Solange sie Raketen haben, werden sie nicht ruhen", so Selenskyj in seiner jüngsten Videoansprache.
  • Der Deutsche Ethikrat stellt um 10 Uhr eine Ad-hoc-Empfehlung zum Thema Pandemie und psychische Gesundheit vor. Konkret geht es um "Aufmerksamkeit, Beistand und Unterstützung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in und nach gesellschaftlichen Krisen".
07:14 Uhr

Menschenrechtsanwältin fordert Waffen für Ukraine

Oleksandra Matwijtschuk vom Center for Civil Liberties aus der Ukraine.

Oleksandra Matwijtschuk vom Center for Civil Liberties aus der Ukraine.

(Foto: -/Right Livelihood Foundation/dp)

In einem ungewöhnlichen Schritt hat die ukrainische Menschenrechtsanwältin Oleksandra Matwijtschuk, deren Organisation CCL den Friedensnobelpreis 2022 erhält, Waffenlieferungen für ihr Heimatland gefordert. "Wir brauchen Flugabwehrsysteme. Wir brauchen andere Arten militärischer Ausrüstung, die uns helfen würden, unseren Himmel zu schützen", so Matwijtschuk in Stockholm. "Wir müssen neuen Schaden an kritischer ziviler Infrastruktur verhindern", fügte sie hinzu.

Es sei eine seltsame Situation für sie und ein "klares Zeichen", dass mit dem "ganzen internationalen System" etwas nicht stimme, wenn eine Menschenrechtsanwältin um Flugabwehrsysteme bitten müsse, sagt Matwijtschuk.

Die CCL-Vorsitzende klagte, dass internationales Recht nicht mehr länger wirksam sei. "Ich habe jetzt kein rechtliches Instrument mehr, das russische Gräueltaten stoppen kann, weil Russland öffentlich internationales Recht und alle Entscheidungen internationaler Organisationen ignoriert", so die 39-Jährige. Die Ukraine brauche zudem dringend humanitäre Hilfe, um "diesen sehr harten Winter zu überstehen". Sie selbst habe gerade drei Tage ohne Strom und Heizung in ihrer Wohnung in Kiew erlebt.

06:50 Uhr

Explosion in Geisterbahn - Anklage gegen 41-Jährigen erhoben

Nach der Explosion in einer Geisterbahn auf der Annakirmes in Düren hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Mann aus Köln erhoben. Das bestätigte das Amtsgericht Düren auf Anfrage. Der Kölner wird auch verdächtigt, eine Explosion in einer Geisterbahn auf der Düsseldorfer Kirmes ausgelöst zu haben. In diesem Fall - der etwa zwei Wochen vor der Annakirmes passierte - laufen die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf aber noch. Auf der Annakirmes ließ der Kölner nach früheren Angaben der Ermittler am Nachmittag des 2. August eine Plastikflasche explodieren.

Die Polizei zeigte ein Foto des Verdächtigen in einer Gondel der Geisterbahn bei "Aktenzeichen XY... ungelöst". Wenig später stellte der Kölner sich und kam vorübergehend in Untersuchungshaft. Aufgrund der identischen Spuren war für die Ermittler schnell klar, dass der Mann auch in Düsseldorf zugeschlagen hatte. In beiden Fällen war niemand verletzt worden.

Angeklagt wurde der 41-Jährige im Fall der Annakirmes von der Staatsanwaltschaft Aachen wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

06:33 Uhr

20 Jahre Oasis-Prügelei: "Die haben sich aufgeführt wie Schwein"

Wenn Hotelchefin Innegrit Volkhardt in Großbritannien unterwegs ist, um Werbung zu machen für ihren Bayerischen Hof, dann wird sie oft auf eine legendäre Nacht vor 20 Jahren angesprochen: Denn damals, am 1. Dezember 2002, wurde in ihrem Münchner Nobelhotel Musikgeschichte geschrieben - "weil das ja mehr oder weniger das Ende von Oasis war".

"Die haben sich aufgeführt wie Schwein", zitierte der "Spiegel" damals einen Polizeisprecher. "Englische Rockband Oasis nach Schlägerei in München festgenommen", hieß es ein wenig nüchterner im offiziellen Polizeibericht. Nüchtern war aber wohl bei diesem Ereignis wirklich nur der Bericht der Polizei. Nur kurz gelang es Sicherheitsleuten und Hotelangestellten, zu schlichten - und die Mitarbeiter riefen die Polizei. "Einer der eingesetzten Beamten wurde von Liam G., dem Frontman der Band, mit voller Wucht gegen die Brust getreten und hierbei leicht verletzt", steht im Polizeibericht.

Dieser "Liam G." wurde daraufhin gemeinsam mit zwei weiteren Bandmitgliedern - darunter allerdings nicht sein Bruder Noel G. - festgenommen und musste eine Nacht im Gefängnis verbringen. Dass es sich bei "Liam G." um Liam Gallagher handelte, war - vor allem angesichts der Tatsache, dass die Polizei sofort den Bandnamen veröffentlichte - schon kurz nach dem Vorfall kein Geheimnis mehr. Heute will Gallagher nicht mehr über jenen Abend reden, wie eine Sprecherin seiner Plattenfirma sagt. Eine Übernachtungsmöglichkeit in München hätten sie auf jeden Fall: "Die waren nicht allein schuldig", so Hotelchefin Volkhardt. "Wir würden sie natürlich wieder nehmen."

06:00 Uhr

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