Samstag, 30. Mai 2020Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:39 Uhr

Das war Samstag, der 30. Mai 2020

Im zweiten Anlauf hat es doch geklappt: Die Falcon-9-Rakete des Unternehmens SpaceX startet erfolgreich zur ISS. Während Präsident Trump den Start vom Cape Canaveral beobachtet, eskaliert die Lage in vielen Teilen des Landes weiter: Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz gehen immer mehr Menschen auf die Straßen, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Die Proteste werden immer gewalttätiger. In mehreren Städten fallen Schüsse.

Was war heute sonst wichtig:

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und eine gute Nacht! Bis morgen!

22:11 Uhr

Kleinflugzeug stürzt in Hausdach

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Der Pilot überlebte wie durch ein Wunder den Unfall.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dramatische Bilder aus dem Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz: Im Ort Langenhahn ist ein Kleinflugzeug in das Dach eines Hauses gekracht.

  • Der Pilot hatte Glück im Unglück: Er überlebte den heftigen Crash und kam verletzt ins Krankenahaus.  
  • Die beiden Bewohner des Hauses konnten dieses unverletzt verlassen. Das Flugzeug war nur mit dem Piloten besetzt.
  • Der Flieger touchierte nach ersten Erkenntnissen eine Stromleitung. Das löste einen Stromausfall aus, der laut Polizei einen großen Teil des Westerwalds betraf. Geschätzt etwa 50.000 Menschen seien betroffen.
  • Warum das einmotorige Kleinflugzeug abstürzte, ist noch unklar.
21:41 Uhr

Die Videos des Tages

21:29 Uhr

Trump droht mit "unbegrenzter Macht des Militärs"

Wegen Ausschreitungen in vielen Städten hat US-Präsident Donald Trump örtlichen Behörden mit dem Einsatz der "unbegrenzten Macht des Militärs" gedroht.

  • Gouverneure und Bürgermeister müssten "viel härter" vorgehen, sonst werde die Regierung einschreiten, drohte er über Twitter.
  • Die Regierung sei bereit, das nötige zu tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Dann werde es auch "viele Festnahmen" geben, drohte er über Twitter während eines Flugs in den Bundesstaat Florida.
  • Trump hatte bereits kurz zuvor erklärt, er habe dem Bundesstaat Minnesota wegen der gewaltsamen Proteste die Hilfe der Streitkräfte angeboten. Die Soldaten stünden bereit und könnten "sehr schnell" vor Ort sein, sagte Trump im Garten des Weißen Hauses.
21:24 Uhr
Breaking News

SpaceX-Rakete zur ISS gestartet

Mit zwei Astronauten an Bord ist die Falcon-9-Rakete der Firma SpaceX in Florida Richtung Internationale Raumstation abgehoben. Es ist die erste bemannte Raummission eines Privatunternehmens und der erste US-Flug zur ISS seit neun Jahren.

Mehr dazu lesen Sie hier.
20:51 Uhr

Auseinandersetzung in Worms - fünf Verletzte

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Die Polizei ermittelt nach den Hintergründen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei einer Auseinandersetzung im rheinland-pfälzischen Worms sind fünf Männer verletzt worden, sie kamen ins Krankenhaus.  

  • Die Hintergründe sind unklar. Der Tatort ist abgesperrt, die Polizei sichert Spuren.
  • Aus Notrufen habe die Polizei Hinweise auf Schüsse, sagte ein Sprecher. Das konnten die Ermittler aber zunächst nicht bestätigen. Vermutlich sei es vor einem Café zu der Auseinandersetzung gekommen. "Wir ermitteln intensiv", sagte der Sprecher.
  • Die Polizei geht davon aus, dass keiner der Verletzten in Lebensgefahr ist.
20:11 Uhr

Grimes verkauft Teil ihrer Seele - für zehn Millionen Dollar

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Grimes' Lebensgefährte Elon Musk könnte sich das leisten.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Bei Musikerin und Künstlerin Grimes muss alles raus: Die Lebensgefährtin von Tesla-Chef Elon Musk will einen Teil ihrer Seele für zehn Millionen Dollar verscherbeln.

  • Das rechtsgültige Dokument, das dem Käufer ein Stückchen von Grimes' Wesen zusichert, ist das Herzstück ihrer Kunstausstellung mit dem Titel "Ausverkauf", die seit dem 28. Mai in Los Angeles gezeigt wird.
  • Grimes, die mit bürgerlichem Namen Claire Boucher heißt, hat allerdings kein wirkliches Interesse daran, dass ein Teil ihrer Seele den Besitzer wechselt: "Ich wollte nicht, dass jemand das Dokument kauft, also dachte ich mir, ich verlange einfach zehn Millionen Dollar dafür, dann wird es sich sicher nicht verkaufen", verriet die 32-Jährige im Interview mit dem US-Wirtschaftsmagazin "Bloomberg".
  • Sie gab auch zu, zehn Millionen Dollar für ein Kunstwerk zu verlangen, erscheine in Zeiten von Corona etwas unpassend: "Angesichts des gegenwärtigen Zustands der Welt, sollte man wirklich zehn Millionen Dollar für etwas verlangen?" Sie werde daher auch das "beste Angebot" annehmen und es somit dem Käufer überlassen, zu entscheiden, was ihre Seele wert ist.
19:26 Uhr

Frau fährt mit Auto in Café

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Zwei Café-Besucher wurden verletzt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Frau ist mit einem Auto in den Außenbereich eines Cafés in Frankfurt gefahren.

Wie die Polizei mitteilte, sind dabei mindestens zwei Menschen verletzt worden. Sie seien zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden. Bei dem Vorfall handle es sich um einen Unfall.

Die Frau habe einem behinderten Mann beim Ausparken helfen wollen. "Aufgrund der baulichen Veränderungen an dem Auto hat sie die Pedale vertauscht", teilte ein Sprecher der Polizei mit. Offenbar waren die Pedale anders angeordnet als üblich.

18:50 Uhr

Hunderte protestieren in Berlin nach Tod von George Floyd

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in der US-Großstadt Minneapolis protestieren mehrere Hundert Menschen vor der US-Botschaft in Berlin.

Die Versammlung sei damit größer als zunächst erwartet, sagte ein Polizeisprecher. Unter dem Motto "Gerechtigkeit für George Floyd! Gegen rassistische Polizeigewalt" hatten mehrere Initiativen zu dem Protest aufgerufen.  

Der Tod Floyds hat in den USA eine Welle von friedlichen Protesten aber auch von Gewalt ausgelöst.

18:22 Uhr

Igor Levit spielt 20-Stunden-Live-Konzert

Der Pianist Igor Levit hat heute um 14 Uhr einen Klavier-Marathon gestartet und will bis zum späten Sonntagmorgen rund 20 Stunden ununterbrochen am Flügel spielen.

  • Das Werk "Vexations" (etwa Quälereien), das er spielt, passt auf eine Notenseite, hat aber 840 Wiederholungen. Mit seiner Aufführung wolle er auf die Notlage der Musiker angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen, hatte Levit zuvor erklärt.
  • "Diese Zeit, sie ist für uns Künstler brutal - körperlich, mental, emotional. Und deswegen, glaube ich, passt dieses Werk so gut: um die Aufmerksamkeit auf den Zustand zu richten, in dem wir uns befinden", hatte Levit der dpa gesagt.
  • "Vexations" ist eine der längsten Kompositionen der Musikgeschichte. Uraufgeführt wurde das Stück 1963 in New York unter Federführung des Komponisten John Cage. Das Werk sei in seiner Monotonie und Grenzwertigkeit wie "ein stummer Schrei", hatte Levit gesagt.
  • Levit gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der jüngeren Generation. Er wurde 1987 im russischen Nizhni Nowgorod geboren, und zog mit acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland, wo er an der Musikhochschule Hannover studierte.
18:01 Uhr

Festnahmen bei Corona-Demos in Frankfurt

Bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik sind in Frankfurt vier Menschen festgenommen worden.

  • Zwei hätten die Polizei während des Einsatzes gestört und angegriffen, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein weiterer Mann sei wegen Hausfriedensbruchs und der Vierte wegen der Störung einer Versammlung festgenommen worden.
  • Zudem seien fünf Bußgeldverfahren wegen des Verstoßes gegen Abstands- und Mundschutzregeln eingeleitet worden.
  • "Überwiegend waren die Demonstrationen aber friedlich", sagte der Polizeisprecher.
17:06 Uhr

Vater und Sohn sterben bei Motorradunfall

Ein Motorradfahrer und sein 15-jähriger Sohn sind nach einem Zusammenstoß mit einem Kleintransporter ums Leben gekommen.

Der 56-Jährige war laut Polizei zusammen mit seinem Sohn auf dem Motorrad nahe Neutraubling in Bayern unterwegs. An einer Baustelle sei der Mann ersten Erkenntnissen zufolge statt der erlaubten 30 Kilometer pro Stunde schneller gefahren. Er überholte mehrere Fahrzeuge. "In einer scharfen Rechtskurve hat er vermutlich die Kontrolle über das Motorrad verloren, geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal in einen entgegenkommenden Kleintransporter", sagte ein Polizeisprecher. Der 56-Jährige starb am Unfallort, der Sohn kurz danach in einer Klinik.

16:14 Uhr

Belgischer Prinz nach Feier in Spanien mit Corona infiziert

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Prinz Joachim ist positiv getestet worden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der belgische Prinz Joachim, ein Neffe von König Philippe, ist nach einer Familienfeier in Spanien positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Nach einem spanischen Medienbericht soll die Feier 27 Teilnehmer gehabt haben und damit mehr als vor Ort erlaubt. Dem widersprach der Palast jedoch und sprach von einem Treffen mit höchstens zwölf Personen. Die Grenze liegt bei 15.

Der 28-jährige Prinz flog nach einem Bericht der Agentur Belga am 24. Mai zu einem dienstlichen Termin nach Madrid und reiste von dort nach Córdoba in Andalusien, wo er am 26. Mai an der Feier teilnahm. Am nächsten Tag bekam er Symptome und wurde am 28. Mai positiv auf das Coronavirus getestet.

Update: Eine Leserin aus Andalusien hat uns auf einen Artikel in der spanischen Zeitung "El Mundo" aufmerksam gemacht. Laut dem Bericht lebt Prinz Joachim seit Jahren in der südspanischen Region. Demnach kehrte er am Montag nach einem zweimonatigen Aufenthalt in Belgien zurück nach Spanien.

15:45 Uhr

Unbekannter schießt auf Demonstranten - ein Toter in Detroit

In Detroit im US-Bundesstaat Michigan ist ein 19-Jähriger getötet worden, nachdem ein Unbekannter aus einem fahrenden SUV heraus auf Demonstranten geschossen hatte. Der junge Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert, dort starb er an seinen Verletzungen.

In Oakland im Bundesstaat Kalifornien erlitten zudem zwei Polizisten Schusswunden. Einer der Beamten starb später im Krankenhaus.

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15:15 Uhr

Trump droht Demonstranten mit "bedrohlichsten Waffen"

US-Präsident Trump gießt weiter Öl ins Feuer: Nach einer vergleichsweise kleinen und harmlosen Demonstration vor dem Weißen Haus hat er die Sicherheitskräfte des Secret Services für ihre besonnene Professionalität gelobt. Falls Demonstranten über den Zaun des Regierungssitzes gekommen wären, hätten ihnen dort allerdings "boshafte Hunde und die bedrohlichsten Waffen" gedroht, schrieb Trump auf Twitter. Dann wären sie "mindestens schwer verletzt" worden, warnte er.

Die Proteste in Washington verlief größtenteils friedlich. Nur vereinzelt warfen Demonstranten Behelfszäune aus Metall um, die rund 30 Meter vor dem eigentlichen Zaun des Weißen Hauses Passanten zurückhalten.

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14:38 Uhr

Minneapolis: Gouverneur spricht von Schüssen auf Polizisten

Nach Angaben von Minnesotas Gouverneur Tim Walz sollen Demonstranten in Minneapolis auf Polizisten geschossen haben. "Hier geht es nicht um Georges Tod. Hier geht es um Chaos", sagte Walz.

In der Nacht kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, bei denen laut Walz auch auf Polizisten geschossen wurde. Die Polizei setzte ihrerseits Tränengas und Blendgranaten ein. An mehreren Orten wurden Geschäfte geplündert.

14:30 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Ina Bullwinkel startet jetzt etwas verspätet in das Wochenende, ab sofort begleite ich Sie durch den "Tag". Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich wünsche Ihnen einen schönen Nachmittag!

14:25 Uhr
Breaking News

Formel-1-Saison kann mit Doppelrennen in Österreich starten

Gute Nachricht für alle Motorsport-Fans: Die Formel-1-Saison 2020 kann mit den Rennen am 5. und 12. Juli in Österreich verspätet beginnen. Das österreichische Gesundheitsministerium bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur APA, dass das Gesundheitskonzept der Veranstalter die aktuellen Erfordernisse in der Corona-Pandemie erfülle.

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13:43 Uhr

Peking droht London nach Einbürgerungsangebot an Hongkonger

China hat mit Verärgerung auf die Drohung aus Großbritannien reagiert, ehemaligen Untertanen des Vereinigten Königreichs aus Hongkong den Weg zur britischen Staatsbürgerschaft zu ebnen. "Wir sind entschlossen dagegen. Wie behalten uns das Recht vor, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Alle Chinesen in Hongkong - bis ins Jahr 1997 eine britische Kronkolonie - seien chinesische Staatsbürger.

Die britische Regierung hatte im Streit um das von Peking geplante Sicherheitsgesetz für Hongkong gedroht, ehemalige Untertanen einzubürgern. Wenn China das Gesetz einführe, werde man Optionen prüfen, um Bürgern der Ex-Kolonie einen Weg zur britischen Staatsbürgerschaft zu eröffnen, sagte Innenministerin Priti Patel. Bislang können Bürger Hongkongs sich bis zu sechs Monate ohne Visum in Großbritannien aufhalten, wenn sie den Status eines British National Overseas (BNO) haben und im Besitz eines entsprechenden Ausweises sind.

13:18 Uhr

Linken-Chef will Söder als Kanzler verhindern

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch möchte nicht, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder einmal Bundeskanzler wird. Er kritisiere Söder auch öffentlich, "sonst wird er wirklich noch Kanzler und das möchte ich gerne verhindern", sagte Bartsch dem Nachrichtenportal watson.de. Es sei "ein Problem, dass die Pandemie relevant wurde, als in der Union die Frage der Kanzlerkandidatur diskutiert wurde", sagte Bartsch.

"Nicht jedes Handeln der Ministerpräsidenten ist an der Bekämpfung der Pandemie orientiert. Gerade Markus Söder nutzt die Krise offensichtlich zur Profilierung", kritisierte er.

12:56 Uhr

Anwälte von Floyd-Familie äußern Zweifel an Obduktionsergebnis

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Mehr als acht Minuten lang drückte der Polizist sein Knie auf George Floyds Nacken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Anwälte des nach einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Stadt Minneapolis gestorbenen Schwarzen George Floyd haben Zweifel an den Ergebnissen einer Obduktion angemeldet. Zugleich kündigten sie nach einem Bericht des Fernsehsenders ABC an, bei einem bekannten Gerichtsmediziner eine eigene Untersuchung in Auftrag zu geben. Im Haftbefehl gegen einen beteiligten Polizeibeamten heißt es, nach vorläufigen Erkenntnissen sei Floyd nicht erstickt.

Die beiden Anwälte von Floyds Familie, Benjamin Crump und S. Lee Merritt, sagte zum Obduktionsergebnis, man habe bereits in anderen Fällen gesehen, dass Menschen, die mit den Behörden zusammenarbeiteten, Dinge präsentierten, die eine "Illusion" seien. "All diese Dinge wie Asthma oder Herzprobleme spielen keine Rolle, solange sie (die Opfer) leben, atmen, gehen, reden. Alles ist in Ordnung - bis die Polizei sie anspricht." Einer der Polizisten hatte bei dem Einsatz am Montag dem Haftbefehl zufolge sein Knie insgesamt acht Minuten und 46 Sekunden auf den Nacken Floyds gedrückt.

12:27 Uhr

Altkanzler legt sich mit Botschafter an - und kassiert Spott

Mit Empörung hat der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, auf Äußerungen von Altkanzler Gerhard Schröder in dessen neuem Podcast reagiert. "Herr Schröder wird in die Weltgeschichte als ein zynischer Kreml-Lobbyist in Deutschland eingehen, der Putins aggressive Politik verharmlost sowie die Kriegsverbrechen Russlands in der Ostukraine und auf der Krim schamlos schönredet", sagte Melnyk der dpa.

In der ersten Folge seines Podcasts "Gerhard Schröder - Die Agenda" hatte der Altkanzler Melnyk einen "Zwerg aus der Ukraine" genannt, dessen Kritik niemanden interessiere. Schröder, der von 1998 bis 2005 Kanzler war, ist heute Aufsichtsratsvorsitzender des russischen Ölriesen Rosneft. Der Konzern ist von EU-Sanktionen betroffen, die 2014 wegen des Ukraine-Konflikts verhängt wurden. Er hat zudem den Aufsichtsratsvorsitz bei dem vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline-Betreiber Nord Stream.

Schröder pflegt persönlichen Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und fordert ein Ende der Russland-Sanktionen, wofür ihn Melnyk immer wieder kritisiert.

12:01 Uhr

Schlagzeilen am Mittag

11:50 Uhr

Ohne Maske unterwegs: Kretschmer entgeht Strafverfahren

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Michael Kretschmer diskutiert - hier ohne Mund-Nase-Schutz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit seinem Verzicht auf einen Mundschutz bei einer Diskussion mit Demonstranten nicht strafbar gemacht. Die Ermittlungsbehörde sieht darin eher eine Ordnungswidrigkeit und hat die Sache an die Landeshauptstadt Dresden abgegeben.
"Eine Straftat war nicht erkennbar", sagte ein Sprecher. Nach einem Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten" muss die kommunale Behörde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren prüfen - und ob 150 Euro Bußgeld gegen den Regierungschef verhängt werden.

Kretschmer hatte am 16. Mai in Dresden mit Demonstranten diskutiert, die gegen die Corona-Maßnahmen protestierten, und dabei keinen Mundschutz getragen. Schon vor Ort hatte er erklärt, dass er eine Mund-Nase-Bedeckung normalerweise nutze, bei dieser Gelegenheit aber darauf verzichte, weil die Demonstranten einen solchen Mundschutz ablehnten.

10:57 Uhr

Bordellbetreiber lockt mit Drive-in-Striptease

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Die Autofahrer bekamen in einem Zelt die Striptease-Show zu sehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bordelle bleiben in Corona-Zeiten geschlossen, das zwang einen Betreiber, kreativ zu werden: Mit einem Strip-Drive-in lockte er in Landshut zahlreiche Schaulustige an. In einem Zelt in einem Gewerbegebiet tanzten und räkelten sich leicht bekleidete Frauen und Männer zu Discomusik, während die Besucher vom Auto aus zusahen.

Jeweils 20 Minuten lang dauerte eine Show, dann kamen die nächsten Fahrzeuge an die Reihe. Zu vorgerückter Stunde legte Nacktmodell und DJane Micaela Schäfer Musik auf.

Die Zuschauer kamen längst nicht nur aus Landshut, sondern aus ganz Ostbayern und auch aus München. Bereitwillig stellten sie sich in die Warteschlange vor dem Zelt, um sich dann von ein bisschen Nachtclub-Atmosphäre unterhalten zu lassen.

10:09 Uhr

Spahn mahnt WHO zu Reformen

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Spahn bedauert den Rückzug der USA aus der WHO.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Enttäuschung auf den Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert. Die von US-Präsident Donald Trump verkündete Entscheidung sei ein "enttäuschender Rückschlag für die internationale Gesundheitspolitik", schrieb Spahn bei Twitter auf Deutsch, Englisch und Französisch. Zugleich räumte der Minister Reformbedarf bei der WHO ein.

"Damit die WHO eine Zukunft hat, braucht sie Reformen", schrieb Spahn. Außerdem müsse sich Europa "stärker engagieren, auch finanziell". Dies wolle er zu einer der Prioritäten seines Ministeriums während Deutschlands EU-Ratspräsidentschaft machen, die am 1. Juli beginnt.

09:50 Uhr

Greenpeace provoziert mit riesigem Schalter

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Protest gegen Datteln IV - mit einem riesigen Schalter.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Umweltorganisation Greenpeace protestiert gegen die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln IV. Greenpeace-Aktivisten projizierten am frühen Morgen das Bild eines An- und Ausschalters auf den 180 Meter hohen Kühlturm des Kraftwerks und den Satz "Klimakrise - Made in Germany". Greenpeace-Energieexpertin Lisa Göldner kritisierte, der Betreiber Uniper nehme eine "gigantische CO2-Schleuder" in Betrieb. Vor Ort in Datteln sind nach Angaben der Polizei zahlreiche Protestveranstaltungen geplant. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot präsent.

09:02 Uhr

G7-Gipfel: Merkel will nicht in die USA fliegen

Kanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich nicht zum geplanten G7-Gipfel in die USA fliegen. "Die Bundeskanzlerin dankt Präsident Trump für seine Einladung zum G7-Gipfel Ende Juni in Washington. Stand heute kann sie in Anbetracht der Pandemie-Gesamtlage ihre persönliche Teilnahme, also eine Reise nach Washington, nicht zusagen", erklärte ein Regierungssprecher. Merkel werde die Entwicklung der Pandemie aber weiter im Blick behalten.

US-Präsident Donald Trump peilt für Ende Juni ein reales G7-Gipfeltreffen in Washington an. Die US-Hauptstadt und ihr Großraum sind jüngsten Daten zufolge proportional besonders von Corona-Infektionen betroffen.

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08:21 Uhr

"Feuer des Rassismus angeheizt": Popstar ätzt gegen Trump

Mit seiner Reaktion auf den Tod eines Schwarzen bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat Donald Trump auch bei Sängerin Taylor Swift heftige Kritik ausgelöst. Swift wandte sich mit scharfen Worten gegen eine Äußerung des US-Präsidenten, die als Androhung von Waffengewalt gegen die Demonstranten verstanden wurde, die wegen des Todes von George Floyd in vielen US-Städten auf die Straße gehen.

"Nachdem Sie die Feuer der weißen Überlegenheit und des Rassismus während Ihrer ganzen Präsidentschaft angeheizt haben, haben Sie den Nerv, moralische Überlegenheit vorzutäuschen, bevor Sie Gewalt androhen?", schrieb Swift auf Twitter, wo ihr 86 Millionen Nutzer folgen.

Sie zitierte Trumps umstrittenen Tweet "When the looting starts, the shooting starts" (Wenn die Plünderungen losgehen, geht auch das Schießen los) und sagte Konsequenzen für die US-Präsidentschaftswahl im November voraus: "Wir werden im November nicht für Sie stimmen, @realdonaldtrump." In der Vergangenheit hatte Swift den US-Präsidenten bereits wiederholt kritisiert.

08:02 Uhr

Berlin will Tausende Sumpfkrebse in Parks fangen

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Im vergangenen Jahr wurden 23.000 Sumpfkrebse in Berlin gefangen.

(Foto: picture alliance / Gregor Fische)

Den Sumpfkrebsen in Berlin geht es etwas zu gut, es gibt zu viele von ihnen. Deshalb sollen sie in diesem Sommer weiter zurückgedrängt werden. Seit einigen Wochen läuft die Fangsaison im Tiergarten in Mitte und im Britzer Garten in Neukölln. "Es dürften auch in diesem Jahr einige Tausend Stück zusammenkommen", sagte Wildtier-Experte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

  • Bisher sind die Erträge in den Reusen demnach "mäßig": Rund 900 Krebse verzeichne der beauftragte Fischer, davon etwa zwei Drittel im Tiergarten. Dort startete der Fang Ende April, im Neuköllner Park erst am 7. Mai, wie Ehlert berichtet.
  • Im Fangjahr 2018 waren an beiden Orten zusammen insgesamt rund 38.000 Exemplare gefangen worden, im vergangenen Jahr noch rund 23.000. Damit sei die erwünschte abnehmende Tendenz sichtbar, sagte Ehlert.
  • Nach seiner Einschätzung steht die Hochphase für den Fang in diesem Jahr noch bevor: Angesichts noch relativ kühler Temperaturen seien die Krebse im Wasser bisher recht inaktiv - in größerer Zahl werden sie im Juli und August in den 60 Reusen erwartet.
07:22 Uhr

Kinderleiche in Garten gefunden - Eltern festgenommen

Die slowakische Polizei hat die Leiche eines im Alter von acht Monaten verschwundenen Mädchens gefunden - im Garten hinter dem Haus der Eltern in der Kleinstadt Nove Zamky. Wie der Fernsehsender TV Joj und die Nachrichtenagentur Sita berichteten, wurden die Eltern nach dem Leichenfund festgenommen. Zugleich leitete die Polizei ein Strafverfahren wegen Tötungsverdachts ein. Die tatsächliche Todesursache müsse allerdings erst durch eine Obduktion festgestellt werden, erklärte eine Polizeisprecherin dem TV-Sender.

Die Polizei hatte offenbar am Donnerstag Ermittlungen begonnen, weil sich misstrauisch gewordene Nachbarn an das lokale Sozialamt gewandt hatten. Wie diese Nachbarn dem TV-Sender erklärten, war die damals acht Monate alte Lucia bereits im Juli 2019 verschwunden. Als sie sich über den Verbleib des Mädchens erkundigten, hätten die Eltern erklärt, es sei krank und deshalb in ein Krankenhaus der Hauptstadt Bratislava gebracht worden.

Als die Eltern des Mädchens jedoch Bett und Spielsachen des Kindes entsorgten, fragten die Nachbarn beim Sozialamt nach, ob das Kind tatsächlich in einem Krankenhaus registriert sei. Die offenbar in Armut lebende Familie hat noch zwei weitere kleine Kinder.

06:48 Uhr

Konzern nimmt umstrittenes Kraftwerk in Betrieb

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Das Kohlekraftwerk Datteln IV wird heute in Betrieb genommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Begleitet von Protesten von Klimaschützern wird heute das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln IV kommerziell in Betrieb genommen. Wie eine Sprecherin des Energiekonzerns Uniper sagte, wird damit die Phase der Inbetriebsetzung formal abgeschlossen. Nach Angaben der Polizei Recklinghausen, die mit einem Großaufgebot vor Ort sein will, sind in einem Zeitfenster von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr insgesamt zehn Versammlungen am Kraftwerk geplant.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Fridays-for-Future-Bewegung, Greenpeace und die Organisation Ende Gelände wollen vor Ort eine Pressekonferenz abhalten.

Das Kohlekraftwerk gilt seit Monaten als neues Symbol des Widerstands von Klimaaktivisten gegen die Kohleverstromung. Uniper verweist hingegen darauf, dass Datteln IV "eines der modernsten Kohlekraftwerke" sei. Nach Angaben des BUND halten indes laut einer repräsentativen Umfrage 63 Prozent der Bundesbürger die Inbetriebnahme für "falsch".

06:16 Uhr

USA: Russland hat libysches Falschgeld gedruckt

Sicherheitsbehörden in Malta haben nach US-Angaben gefälschte libysche Banknoten im Wert von 1,1 Milliarden Dollar sichergestellt. Das US-Außenministerium teilte mit, die Banknoten seien von dem russischen Staatsunternehmen Gosnak gedruckt worden. Das Falschgeld sei von einer "illegitimen Parallel-Instanz" bestellt worden.

  • Russland gehört zu den Unterstützern des aufständischen Generals Chalifa Haftar, der die international anerkannte Einheitsregierung Libyens in Tripolis stürzen will. Zu Haftars Verbündeten zählen außerdem die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich und Ägypten.
  • Das US-Ministerium betonte, die libysche Zentralbank in Tripolis sei die einzige legitime Zentralbank des Landes. Der Vorfall unterstreiche, dass Russland seine Destabilisierung Libyens beenden müsse. Die USA hatten Russland erst vor wenigen Tagen vorgeworfen, Kampfjets nach Libyen zur Unterstützung Haftars geschickt zu haben.
06:00 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht