mit Michael BauerDas war Dienstag, der 4. März 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
ein ereignisreicher Tag endet. Die Sondierungen von Union und SPD werden von sich überschlagenden außenpolitischen Ereignissen überschattet. In einem ersten Schritt einigen sich beide Seiten darauf, Milliarden in Verteidigung und Infrastruktur zu investieren. Derweil meldete sich Selenskyj zu Wort und macht einen Schritt auf Trump zu. Der US-Präsident hat aber bereits den nächsten forschen Angriff in Sachen Zöllen gestartet und wohl einen Zollkrieg mit Kanada losgetreten.
Diese Themen waren heute ebenfalls wichtig:
Die Europäer müssen sich beeilen. US-Präsident Trump droht damit, sie militärisch fallen zu lassen. Für ihre Verteidigung braucht die EU jetzt viel Geld. Deshalb legt die Kommissionspräsidentin einen Fünf-Punkte-Plan vor - dessen Umsetzung aber schwierig wird.
Über dem Mittelmeer gerät eine französische Aufklärungsdrohne ins Visier einer russischen SU-35. Der Kampfjet nähert sich mehrfach dem unbemannten Fluggerät. Paris reagiert empört auf die Manöver und spricht von "aggressivem Verhalten".
Milliardenschwere Aufrüstungspläne, Schuldenproblematik, Zollchaos - Anleger suchen nach Orientierung in der Gemengelage einer neuen Weltordnung, die Donald Trump diktiert. ntv.de fragt Chefvolkswirt Folker Hellmeyer, wie es an den Finanzmärkten weitergeht.
Im Profibereich zählen in Mixed Martial Arts vor allem Titel, aber auch im Amateurbereich gibt es internationale Turniere. Alina Dalaslan sorgt im Herbst für Furore, als sie sich bei den Weltmeisterschaften die Krone aufsetzt. Für die 24-Jährige steht nun ihr erster Profikampf auf dem Programm. Das ist Deutschlands gefährlichste Buchhalterin.
Damit soll es das gewesen sein. Der Tag ist morgen wieder für Sie da. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht!
Wölfin entkommt aus Gehege in Hessen - und wird abgeschossen
Eine junge Wölfin ist während der tierärztlichen Behandlung eines Wolfs im Wildtierpark Edersee in Panik geraten und über den Zaun des Geheges geflohen. Die Nationalparkverwaltung habe den Tierpark nach dem Vorfall umgehend evakuiert und geschlossen, teilte ein Sprecher mit. Die Wölfin überlebte die Flucht nicht: Sie wurde innerhalb des Wildtierparks erlegt, wie es hieß.
"Da das Tier weder eingefangen noch betäubt werden konnte, blieb aus amtlicher Sicht keine andere Möglichkeit, als den Abschuss anzuordnen", hieß es in der Mitteilung. Es sei befürchtet worden, dass die Wölfin auch den Außenzaun des Wildtierpark-Geländes überwindet.
Tansania erhält 18 weiße Nashörner von Südafrika
Nach Jahrzehnten der Abwesenheit gibt es in Tansania wieder weiße Nashörner. Das ostafrikanische Land erhielt am Dienstag 18 Tiere der vom Aussterben bedrohten Spezies von Südafrika, später sollen 18 weitere dazukommen. Südafrika hatte zuletzt aufgrund ansteigender Wilderei häufiger Nashörner an andere afrikanische Länder übergeben.
Die letzten weißen Nashörner waren in Tansania in den 1970er-Jahren der Wilderei zum Opfer gefallen. Und auch die schwarzen Nashörner sind in dem Land bedroht. Von 10.000 Tieren in den 1970er-Jahren waren im Jahr 2021 laut einem Bericht der gemeinnützigen Organisation International Rhino Foundation (IRF) noch 212 Exemplare übrig.
Schin Bet belastet israelische Regierung in Bericht zum 7. Oktober
Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat das Ergebnis einer Untersuchung zum von der Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 veröffentlicht. Darin räumt der Nachrichtendienst ein, dabei versagt zu haben, vor der beispiellosen Attacke zu warnen. Zugleich weist er aber auch der politischen Führung des Landes Verantwortung zu. Die Erkenntnisse wurden am Dienstag im Anschluss an eine separate Untersuchung des Militärs öffentlich gemacht.
Während die Armee befand, sie habe die Fähigkeiten der Hamas unterschätzt, erklärte Schin Bet, man habe ein "tiefes Verständnis der Bedrohung" gehabt. In einer verschleierten Kritik an der Regierung hieß es, die Versuche des Geheimdiensts, die Gefahr abzuwenden, seien nicht umgesetzt worden.
Papst muss in der Nacht wieder Beatmungsmaske tragen
Papst Franziskus muss nach seinen jüngsten Atemnotanfällen in der Nacht zum Mittwoch wieder eine Beatmungsmaske tragen. Der 88-Jährige habe sich im Laufe des Dienstags ausgeruht und keine weiteren Anfälle gehabt, teilte der Vatikan mit. Während des Tages habe er nur zusätzlichen Sauerstoff über eine Nasensonde bekommen.
Am Montag hatte der an einer Lungenentzündung erkrankte Papst laut Vatikan "zwei Episoden akuter Atemnot" erlitten, die durch Schleim in seinen Lungen verursacht wurden, der Bronchialkrämpfe ausgelöst hat.
Von Wellen geflutet: Touristenfähre sinkt vor Malediven
Die Malediven gelten als Traumurlaubsziel. Rund 50 Touristen erleben auf einer Fähre nun allerdings das Gegenteil. Bei hohem Wellengang dringt Wasser in das Bootsinnere. Der Motor erstickt, das Schiff sinkt. Passagiere treiben eine Stunde lang im Meer.
Polizei überführt dreiste Butter-Diebe
163 Packungen Butter hat die Polizei bei zwei Dieben in Kaiserslautern entdeckt. 35 Pakete trug einer der Beschuldigten unter seinem Hemd, die anderen Packungen entdeckten die Beamten in einem Auto - neben anderem Diebesgut, wie die Polizei mitteilte.
Die Beamten hatten den 37-Jährigen und seine Begleiterin am Montagmittag zufällig vor einem Supermarkt kontrolliert. Dabei stießen sie nicht nur auf Butter: Die 42-Jährige hatte in ihrer Handtasche auch mehrere gestohlene Weingläser, Honiggläser und abgepacktes Bio-Fleisch versteckt. Im Auto des Duos fand die Polizei neben der Butter auch andere gestohlene Lebensmittel, Hygieneartikel sowie Kleidung im Gesamtwert von fast 900 Euro.
Kleinflugzeug stürzt in der Nähe von Häusern im Sauerland ab
In der Nähe von Häusern ist in Plettenberg im Sauerland ein Kleinflugzeug abgestürzt. «Das Flugzeug ist nahe der Wohnbebauung abgestürzt, aber nicht in ein Gebäude», sagte ein Sprecher der Polizei.
Der Absturzort sei weiträumig abgesperrt worden. Polizei und Feuerwehr seien im Großeinsatz.
Zu möglichen Unfallopfern oder der Ursache des Absturzes machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben.
Orange Karte im Briefkasten: Nummer nicht anrufen!
Dass man auf Links von unbekannten Absendern in E-Mails nicht klicken soll, ist vielen bekannt. Nun aber setzen Betrüger auf eine neue Masche: die klassische Post. Orange Karten im Briefkasten erinnern an Gerichtspost und suggerieren Dringlichkeit. Verbraucherschützer aber warnen vor dem Griff zum Telefon.
USA stufen Huthi-Miliz zu Terrororganisation
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stuft die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen wieder als ausländische Terrororganisation ein. Das teilte US-Außenminister Marco Rubio mit. Trump hatte den Schritt bereits im Januar, wenige Tage nach seiner Vereidigung, angeordnet. Die US-Regierung begründet dies unter anderem mit Angriffen der Miliz auf das US-Militär und Handelsschiffe im Nahen Osten. Mit der Ausweisung als ausländische Terrororganisation gehen scharfe Sanktionen einher.
Kleinflugzeug stürzt bei Zell am See ab - ein Toter
Der Pilot eines Kleinflugzeuges ist im österreichischen Bundesland Salzburg tödlich verunglückt. Wie die Polizei mitteilte, stürzte die einmotorige Maschine während des Landeanfluges in der Nähe des Flugplatzes Zell am See ab. Nach ersten Informationen war nur ein Mensch an Bord.
Nach Angaben der Feuerwehr landete das Flugzeug auf einer Wiese - ohne in Flammen aufzugehen. Über die Flugroute und die Identität des Piloten machte die Polizei vorerst keine Angaben. Die österreichische Flugunfallkommission werde den Vorfall untersuchen, hieß es.
Mannheim: Was steht auf dem Notizzettel des Todesfahrers?
Einen Tag nach der Bluttat von Mannheim mit zwei Toten laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Vernehmung des Tatverdächtigen wurde für den heutigen Dienstag angestrebt, wie das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart mitteilte. In dem Auto, mit dem der 40-Jährige am Montag durch die Fußgängerzone gerast sein soll, wurde ein Zettel mit Notizen gefunden, der nun ausgewertet wird.
Der Deutsche aus dem rheinland-pfälzischen Ludwigshafen kam nach seiner Festnahme zunächst in ein Krankenhaus. Er hatte sich womöglich mit einer Schreckschusspistole selbst in den Mund geschossen. Inzwischen wurde er dem LKA zufolge aber aus dem Krankenhaus entlassen und kam in Polizeigewahrsam. Laut Mannheimer Staatsanwaltschaft gab es konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er psychisch krank ist.
Der Tatverdächtige soll am Montag mit einem Kleinwagen in hoher Geschwindigkeit mehrere hundert Meter durch eine Fußgängerzone in Mannheim gerast sein und dabei zwei Menschen getötet haben.
Diese Markenschokolade wird bald richtig teuer
Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli plant weitere starke Preiserhöhungen. Im vergangenen Jahr seien die Preise bereits um 6,3 Prozent gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Im laufenden Jahr seien nun Anhebungen im zweistelligen Bereich geplant, sagte Finanzchef Martin Hug. Hintergrund sind Kostensprünge für Kakao am Weltmarkt.
Angesichts schlechter Ernten sind die Kakaopreise in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen. An der New Yorker Börse wurde Kakao 2023 im Schnitt 70 Prozent teurer gehandelt als im Vorjahr, 2024 betrug der Preisanstieg sogar 161 Prozent. Viele Schokoladenhersteller erhöhten deshalb ihre Preise.
Für Lindt & Sprüngli war 2024 dennoch ein erfolgreiches Jahr. Der Nettogewinn belief sich nach Unternehmensangaben auf 672,3 Millionen Franken (715,7 Millionen Euro). Das war zwar nur 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr, allerdings war im Vergleichsjahr 2023 der Gewinn wegen eines einmaligen Steuereffekts besonders hoch ausgefallen. Die Gewinnmarge konnte der Chocolatier aus Kilchberg bei Zürich nach eigenen Angaben von 15,6 auf 16,2 Prozent steigern.
Tempolimit sorgt in Sauerland-Örtchen für Frust - Pendler antworten mit Hupkonzert
Im kleinen Sauerland-Ortsteil Antfeld soll Tempo 30 die Lärmbelästigung verringern, seit der Einführung vor gut sechs Wochen ist aber genau das Gegenteil eingetreten. "Pendler fahren laut hupend durch den Ort und lassen ihrem Frust über die Geschwindigkeitsbegrenzung damit freien Lauf", sagt Ortsvorsteher Martin Aleff. Unter den rund 800 Einwohnern hätten sich viele bei ihm auch über laut aufheulende Motoren und extra stark aufgedrehte Musik aus den durchfahrenden Autos beklagt.
Die Tempo-30-Schilder seien am 20. Januar aufgestellt, dann schon beschmiert und ausgetauscht worden. Längst nicht alle Durchfahrenden seien rücksichtslos, die Störer nervten allerdings gewaltig mit lautstarkem Hupen von frühmorgens bis mitten in der Nacht.
Grob geschätzt passieren Tag für Tag 10.000 bis 20.000 Fahrzeuge das Örtchen. Mit der heftigen Reaktion habe man nicht gerechnet. Rückkehr zu Tempo 50 sei aber keine Option, betont er. "Wie soll man überhaupt noch Verkehrsmaßnahmen gegen Lärmbelästigung durchsetzen, wenn man sich solchen armen Geistern beugt."
"Dreisteste Umweltlüge": Diese Unternehmen sind für Negativ-Preis nominiert
Meist ist ja schon eine Nominierung eine große Ehre, aber über die folgende Nominierung werden sich die betroffenen Unternehmen ganz und gar nicht freuen: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat zur Wahl der "dreistesten Umweltlüge" aufgerufen. Wie die Organisation mitteilt, sind die Supermarktkette Kaufland, das Wohnungsunternehmen Vonovia und der Feuerwerksanbieter Nico nominiert und zwar für diese "dreisten Umweltlügen":
Die DUH wirft Kaufland vor, ihren Kunden einen Cent für die dünnen Einweg-Plastiktüten für Obst und Gemüse zu berechnen, um nach Worten des Unternehmens "die Umwelt zu schützen und Plastik zu sparen". Es sei "mehr als fraglich", ob der Betrag für bewussteren Plastikverbrauch sensibilisiere oder "die Umweltsünde" einfach gegenfinanziere, erklärte die DUH.
Im Fall der Vonovia prangert die Organisation an, dass der Konzern in einer Mieter-App einen Erdgas-Tarif aus "100 Prozent Erneuerbarer Energie" anbiete. "Wie es möglich sein kann, dass der Brennstoff eigenen Angaben zufolge 100 Prozent Erdgas - also einen fossilen Brennstoff - beinhaltet, gleichzeitig aber aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien kommen soll, bleibt leider offen", so die DUH.
Nico Europe wirbt demnach mit "ökologischem Feuerwerk" für eine "neue grüne Linie" des Unternehmens. "Klimakompensationsversprechen, Verpackungen aus Altpapier und ein paar Buzzwords zum Umweltschutz klingen verdächtig nach dreister Umweltlüge", kritisierte die DUH.
Bis zum 3. April können Verbraucherinnen und Verbraucher den Gewinner des Goldenen Geiers 2025 auswählen. Die DUH verleiht den Negativ-Preis nach eigenen Angaben zum siebten Mal. Im vergangenen Jahr bekam der Nestlé-Konzern den Schmähpreis für seine Kampagne "Unterwegs nach besser".
Schichtwechsel
Meine Kollegin Johanna Ohlau verabschiedet sich in den Feierabend. Bis in den späten Abend macht der Tag natürlich keine Pause. Mein Name ist Michael Bauer und ich wünsche Ihnen einen schönen Nachmittag.
Situation zwischen Familien der Hamas-Opfer und Knesset-Wachpersonal eskaliert
Im israelischen Parlament, der Knesset, kommt es zwischen dem Sicherheitspersonal und Angehörigen der Todesopfer der Hamas zu einer Rangelei, weil die Familien als Besucher an der Sitzung teilnehmen wollen. In dieser sollte es um eine mögliche Untersuchungskommission zu Fehlern während des Hamas-Angriffs gehen.
Kanadischer Provinzchef wegen Trumps Zoll-Krieg: Stellen den USA die Energie ab
Die Gangart ist mit dem neuen Mann an der Spitze der USA nicht nur härter geworden. Das wäre eine Untertreibung sondergleichen. Donald Trump fängt momentan mit allem und jedem - ob Gegner oder Verbündeter - Krieg und Streitereien an. Er sieht die USA wohl als Supermacht, der niemand etwas anhaben kann. Ob das stimmt? Die Antwort des Regierungschefs der bevölkerungsreichsten kanadischen Provinz, Ontario, auf die Zölle für Waren aus Kanada in Höhe von 25 Prozent wird den USA wohl maximal einen kleinen Stich versetzen. Dennoch zeigt es, wo wir mittlerweile im Umgang mit Trump angekommen sind in der Welt: Es wird öffentlich beleidigt, brüskiert, beschämt und gedroht. Doug Ford droht den USA mit - zumindest aus kanadischer Sicht - scharfen Worten Konsequenzen für ihre Zollpolitik. "Wenn sie Ontario vernichten wollen, werde ich alles tun, um sie daran zu hindern, auch ihnen die Energie abzustellen", sagte Doug Ford. "Sie müssen den Schmerz spüren. Sie wollen uns hart treffen. Wir werden doppelt so hart zurückschlagen." Diese Drohung ist nicht ganz neu: Ontarios Regierungschef hatte bereits Anfang Februar, als die US-Zölle dann am Ende zunächst doch nicht in Kraft gesetzt wurden, harte Gegenmaßnahmen angekündigt. Etwa sollte ein millionenschwerer Vertrag mit dem Satellitennetzwerk Starlink des US-Präsidentenberaters Elon Musk gekündigt und US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden.
Zwei Reisebusse krachen zusammen - mehr als 50 Verletzte
Bei einem Verkehrsunfall im spanischen Barcelona krachen zwei Busse zusammen. Mehr als 50 Insassen sind verletzt, vier davon schwer. In einem der Reisebusse fährt eine Gruppe junger Italiener mit - im anderen Kreuzfahrtpassagiere, unter denen sich auch Deutsche befinden.
Rassistische Chats: Hamburger Polizei ermittelt gegen eigene Kollegen
Ding Dong! Die Kolleginnen und Kollegen von der Polizei sind da! In Hamburg klingelten die Beamtinnen und Beamten heute Morgen jedoch nicht bei neun Polizisten, um sich mit ihnen zum Frühstück zu treffen. Gegen 15 aktive und pensionierte Beamten stehen schwere Vorwürfe im Raum: Gegen sie wird ermittelt wegen rechtsextremistischer und rassistischer Chatnachrichten. Deshalb geht die Hamburger Polizei nun disziplinarrechtlich gegen die Männer in ihren eigenen Reihen vor. Auf der Suche nach Beweismitteln die Wohnungen von sechs aktiven und drei pensionierten Polizisten durchsucht, wie die Polizei in der Hansestadt mitteilt. "Menschen- und Verfassungsfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz", teilte Polizeipräsident Falk Schnabel mit. "Wir werden die Vorwürfe restlos aufklären und alle nötigen disziplinarrechtlichen Konsequenzen ziehen."
Auf die Chat-Aktivitäten der Beschuldigten sind die Ermittler eher zufällig gestoßen. Ausgelöst wurden die Ermittlungsverfahren laut Polizei durch Strafverfahren gegen einen Schutzpolizisten und einen Beamten der Wasserschutzpolizei wegen Beleidigung beziehungsweise wegen eines Waffenrechtsverstoßes. Die nach Verfahrensabschluss von der Staatsanwaltschaft an die polizeiinterne Dienststelle für Disziplinarangelegenheiten weitergeleiteten Strafakten enthielten demnach mehrere zehntausend Nachrichten aus Messengerchats. Bei der aktuell noch laufenden Auswertung ergab sich nach Polizeiangaben inzwischen der Verdacht, dass beide Beamte "voneinander unabhängig in Einzel- und Gruppenchats fremdenfeindliche, rassistische sowie Gewalt und teilweise den Nationalsozialismus verherrlichende Nachrichten versandt und empfangen" hätten. Der Austausch erfolgte demnach jeweils im Kollegenkreis.
Wie lange arbeiten Lehrkräfte an was? Bremen will Arbeitszeit erfassen
"Lehrer arbeiten ja gar nicht so viel" - das wird Lehrkräften ja gern mal unterstellt. Das Land Bremen will das dokumentieren, wie lange die Pädagoginnen und Pädagogen Unterricht vorbereiten und Klausuren korrigieren - als erstes Bundesland überhaupt. Geplant sei eine Pilotphase zum Schuljahr 2026/2027, wie das Bildungsressort mitteilt. Dazu soll auch eine Software entwickelt werden. Bremens Bildungssenatorin Sascha Aulepp von der SPD hofft, dass sich andere Bundesländer anschließen. "Wir brauchen eine Lösung, die die Interessen der Schülerinnen und Schüler ebenso wie die der Kolleginnen und Kollegen berücksichtigt und umsetzbar ist", so die SPD-Politikerin.
Hintergrund ist auch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022: Demnach müssen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - also auch Lehrkräfte - ihre Arbeitszeiten vollständig dokumentieren.
Kleiner Junge von Müllwagen überfahren - tot
Schrecklicher Unfall in Hamburg: Ein sieben Jahre alter Junge ist von einem Müllfahrzeug überfahren und tödlich verletzt worden. Das Kind sei noch an der Unfallstelle gestorben, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zuvor hatten Medien berichtet. Der kleine Junge war laut Polizei im Stadtteil Volksdorf in einer ruhigen Wohngegend mit dem Fahrrad auf dem Gehweg unterwegs, als der Unfall passierte. Der Siebenjährige kam zu Fall und stürzte auf die Fahrbahn. Dort wurde er von einem rechts abbiegenden Müllfahrzeug erfasst. Am Unfallort waren zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams, um Angehörige und Augenzeugen zu betreuen.
Starkregen und Sturzbäche verwüsten Gran Canaria
Auf der Kanareninsel Gran Canaria tragen Sturzbäche manche Autos bis ins Meer. In wenigen Stunden fielen enorme Regenmassen, im Osten der Insel brach ein Wasserreservoir und setzte hunderttausende Liter frei.
Mehr Autos und mehr mit E-Antrieb auf den Straßen - aber weniger Verbrenner
Mehr als 40 Millionen private Fahrzeuge sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Da machen Elektroautos mit 1,65 Millionen Fahrzeugen immer noch einen kleinen Anteil aus. Im Vorjahresvergleich stieg ihre Anzahl jedoch deutlich: um 17,2 Prozent. Laut Kraftfahrt-Bundesamt machen die E-Autos inzwischen 3,3 Prozent im Verkehr aus. Die Zahl der Hybridautos stieg im vergangenen Jahr ebenfalls stark um 22,2 Prozent, ihr Anteil betrug damit zum Stichtag 7,2 Prozent oder rund 3,56 Millionen.
Es sind insgesamt etwas mehr Fahrzeuge auf den Straßen (0,5 Prozent). Gleichzeitig sank der Bestand an Verbrennerautos etwas - bei Diesel um 2,2 Prozent auf einen Anteil von 28 Prozent, bei Benzinern um 1,0 Prozent auf einen Anteil von 60,6 Prozent. Der Anteil der Autos mit Erdgas- oder Wasserstoffantrieb lag jeweils deutlich unter einem Prozent.
Mehrere Tote bei schweren Unfällen auf der A1
Auf der Autobahn 1 ist es am frühen Morgen zu einem folgeschweren Unfall gekommen: Zunächst kollidierte ein Auto auf der Fahrbahn in Richtung Hamburg mit einem Lkw. Dabei erlitt ein Mensch tödliche Verletzungen. Wie die Polizei Delmenhorst mitteilt, sind danach weitere Menschen aus dem Fahrzeug eigenständig ausgestiegen und von der Unfallstelle zu Fuß geflüchtet. Durch den Unfall staute sich der Verkehr, sodass am Ende zwei Lastwagen kollidierten, wobei ebenfalls ein Mensch ums Leben kam. Die Polizei setzte einen Hubschrauber ein, um die weggelaufenen Menschen aufzuspüren. Die Autobahn war am Morgen deshalb voll gesperrt.
Von der Leyen schlägt "Plan zur Wiederaufrüstung Europas" vor
Zwei Tage vor einem EU-Krisengipfel zur Ukraine schlägt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen milliardenschweren "Plan zur Wiederaufrüstung Europas" vor. Die EU-Kommission will für eine Erhöhung der nationalen Verteidigungsausgaben die EU-Stabilitätskriterien lockern. Zudem soll es einen neuen Fonds im Volumen von 150 Milliarden Euro geben, um die 27 Mitgliedstaaten bei Investitionen in die Verteidigung zu unterstützen. Insgesamt könnten dadurch Finanzmittel in Höhe von 800 Milliarden Euro mobilisiert werden, sagt von der Leyen. Kurz zuvor hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump verkündet, ihre Militärhilfen für die Ukraine vorerst einzustellen.
Mehr Meldungen gibt es im Ukraine-Ticker.
Wildschwein geht auf Menschen los - Polizist schießt
Angst haben die meisten Menschen ja eher vor einer Begegnung mit einem Wolf, aber auch die mit einem Wildschwein kann äußerst unangenehm werden. So auch in einem Fall in Rheinland-Pfalz, wo ein aggressives Wildschwein drei Menschen angegriffen und leicht verletzt hat. Laut Polizei griff das Tier zunächst einen 77-jährigen Mann auf einem Wohnmobilstellplatz bei Rhodt an und verletzte ihn am Bein. Kurz danach attackierte es einen 66-jährigen Mann und seine 62-jährige Begleiterin und verletzte auch diese leicht an ihren Beinen. Die drei Verletzten wurden den Angaben zufolge nach dem Vorfall in Krankenhäuser gebracht. Ein Polizist zückte die Waffe und erschoss das Wildschwein noch vor Eintreffen des verständigten Jagdpächters. Was das Schwein so in Aufruhr versetzt hat oder ob es krank war, ist nicht bekannt.
"Böswillig": Jay-Z wehrt sich gegen Missbrauchsvorwürfe und verklagt Frau
Der Rapper Jay-Z hat Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vehement bestritten. Nun hat der 55-Jährige eine Verleumdungsklage gegen die Anwälte Tony Buzbee und David Fortney sowie die unbekannte Frau, die ihm in einer zuvor fallen gelassenen Klage sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatte, eingereicht. Die Klage wurde laut "Variety" im US-Bundesstaat Alabama eingereicht. Jay-Z, bürgerlich Shawn Carter, behauptet, dass die ursprünglichen Vergewaltigungsvorwürfe wissentlich "falsch" und "böswillig" waren und "strategisch und taktisch berechnet, um Herrn Carter maximale Schmerzen und Leid zuzufügen".
Die Anwälte hatten die Klage zunächst im Oktober 2024 eingereicht. Zwei Monate später fügte er Jay-Z als Beklagten auf und reichte die Klage erneut ein. Neben Carter wird auch Sean "Diddy" Combs darin beschuldigt, die unbekannte Frau im Jahr 2000 bei einer Afterparty der MTV Video Music Awards vergewaltigt zu haben. Sie soll damals 13 Jahre alt gewesen sein. Am 14. Februar zog die Frau die Klage dann zurück. Warum ist nicht bekannt.
Unionsfraktion will Aufnahmestopp von Afghanen bis zur Regierungsbildung
Das Auswärtige Amt plant wohl für Mittwoch den nächsten Charterflug mit Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland - ein "ungeheuerlicher Vorgang" für die stellvertretende Unionsfraktionschefin Andrea Lindholz. Die CSU-Politikerin kritisierte, dass die Strukturen des Bundesaufnahmeprogramms "in höchstem Maße fragwürdig" seien: "In einem intransparenten Verfahren werden Personen ausgewählt, deren Identitäten sich offenbar schon als falsch erwiesen haben." Die Unionsfraktion fordert das Auswärtige Amt auf, bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung keine Menschen aus Afghanistan mehr einfliegen zu lassen. "Entscheidungen über Einreisen aus Afghanistan sollten der neuen Bundesregierung obliegen", so Lindholz. Es dürfe nicht sein, dass die scheidende Bundesaußenministerin Annalena Baerbock von den Grünen "noch wöchentlich bis zu zwei Flüge nach Deutschland organisiert". Hintergrund für die Diskussion ist ein Charterflug in der vergangenen Woche, mit dem 155 gefährdete Menschen aus Afghanistan aufgenommen worden sind.
Neuer Sand: Wangerooge putzt sich für Urlauber raus
Stürme haben auch in diesem Winter wieder am Sandstrand auf Wangerooge genagt. Für die neue Badesaison wird künstlich Sand rangeschafft. Nach den vergangenen Wintersturmfluten fehlen am Strand der Nordseeinsel rund 25.000 Kubikmeter Sand, wie die Inselgemeinde mitteilte. "Glücklicherweise ist der Schaden nicht so groß wie im Vorjahr, dennoch sind die Kosten für uns als Eigenbetrieb nicht zu stemmen", sagte Kurdirektorin Rieka Beewen. Voraussichtlich ab Mitte März schippen Kipplaster, sogenannte Dumper, zusätzlich Sand aus dem Osten der Insel an den Badestrand. Das lässt sich die Gemeinde Jahr für Jahr einiges kosten: Die Kurverwaltung rechnet mit Kosten von mehr als 180.000 Euro. "Das gibt unser Budget in der Kurverwaltung in diesem Jahr nicht her", sagte Beewen laut einer Mitteilung. Deshalb hat die Gemeinde den Landkreis Friesland um Unterstützung gebeten.
Was heute wichtig wird
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
die Sonne lockt einen heute ja regelrecht vor die Tür. Was für ein schöner Hauch von Frühling! Doch Obacht, damit Sie nicht wie ich schniefend und röchelnd zu Hause sitzen: Ganz so warm, wie es aussieht, ist es doch noch nicht draußen. Schauen wir nun auf die Termine des Tages, die dieser Dienstag für uns bereithält:
Arabische Staats- und Regierungschefs beraten über Pläne für einen möglichen Wiederaufbau des Gazastreifens. Mit dem Gipfeltreffen in Kairo will die ägyptische Regierung den umstrittenen Plänen von US-Präsident Donald Trump etwas entgegensetzen, die Palästinenser dauerhaft in arabische Länder "umzusiedeln".
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt seine Südamerika-Reise in Chile fort.
In den Tarifverhandlungen ringen Vertreter von Verdi und der Deutschen Post weiter um eine Einigung. Heute soll die gestern begonnene vierte Verhandlungsrunde fortgesetzt werden.
Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental legt seine Bilanz für 2024 vor.
Champions League: Für Borussia Dortmund geht es im Achtelfinal-Hinspiel gegen OSC Lille um eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der kommenden Woche (21.00 Uhr/Amazon Prime).
Werfen Sie gern auch einen Blick in unseren Ukraine-Ticker, in den Sport-Tag und den Börsen-Tag.
Dolly Parton trauert um ihren Ehemann
Dolly Parton traf die Liebe ihres Lebens bereits mit 18 Jahren, als sie nach Nashville zog. Nach fast 60 gemeinsamen Jahren ist der Ehemann von US-Sängerin Dolly Parton am Montag (Ortszeit) gestorben. Carl Dean starb im Alter von 82 Jahren in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. "Carl und ich haben viele wunderbare Jahre miteinander verbracht. Worte können der Liebe, die wir über 60 Jahre lang geteilt haben, nicht gerecht werden. Ich danke Ihnen für Ihre Gebete und Ihr Mitgefühl", teilte Parton mit. Die Todesursache wurde nicht bekannt gegeben.
Obwohl sich Dean weitgehend aus dem Rampenlicht heraushielt und nach Angaben seiner Frau nichts mit Country-Musik anfangen konnte, beeinflusste er Partons Arbeit. So inspirierte er sie zu ihrem Klassiker "Jolene". Es soll sich dabei um eine Bankangestellte gehandelt haben, die wohl ziemlich verliebt in Partons Ehemann war, wie sie 2008 in einem Interview verriet.
Führerschein: So viele fallen durch die Theorieprüfung
Wie weit sollte man beim Überholen gucken können? Wo ordnet man sich in einer Einbahnstraße beim Linksabbiegen ein? Wie finde ich den richtigen Reifendruck heraus? Fragen über Fragen, mit denen alle, die einen Führerschein wollen, in der Theorieprüfung gequält werden. Fast jeder Zweite schafft es nicht, genug Fragen richtig zu beantworten: Mit einer Durchfall-Quote von 45 Prozent der Fahrschüler lag der Wert im vergangenen Jahr auf demselben hohen Niveau wie 2023 (46 Prozent), wie aus Daten des TÜV-Verbands hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die meisten Fahrschülerinnen und Fahrschüler fallen in Berlin und Sachsen-Anhalt durch. Dort war jede zweite Theorieprüfung fürs Auto erfolglos. Dabei verbesserte sich die Bundeshauptstadt bei der Durchfall-Quote immerhin von 52 auf 50 Prozent. Laut TÜV-Verband ist die Quote der Durchfaller in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. 2015 lag sie noch bei 35 Prozent.
Besonders bitter: Die aktuelle Statistik zeige, dass auch mehrfaches Scheitern keine Seltenheit sei, teilte der Verband mit. Zwei von fünf Theorieprüfungen fürs Auto waren im vergangenen Jahr ein Wiederholungsversuch. "Jeder gescheiterte Versuch steigert die mentale Belastung der Betroffenen und führt zu weiteren Kosten", sagte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. Immerhin: Nach dem dritten Versuch haben demnach 91 Prozent der Bewerber die Theorieprüfung, nach dem vierten sind es 96 Prozent. Das ist nicht nur psychischer Stress, sondern auch finanziell eine Belastung: Die Preise sind zuletzt deutlich gestiegen. Pauschale Preise gibt es zwar wegen des unterschiedlichen Schulungsaufwands nicht und die Fahrschulen können die Preise für Fahrstunden oder Unterricht selbst festlegen. Dem ADAC zufolge kostete ein Auto-Führerschein zuletzt aber zwischen 2500 und 4400 Euro.
Trump macht im Handelskrieg ernst - Trudeau kündigt Vergeltung an
Trump gibt sich ja als vermeintlicher "Friedensstifter", was den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine betrifft. Während diese angebliche Friedensstifterei der pure Zynismus gegenüber der überfallenen Ukraine und ihrem Staatschef Wolodymyr Selenskyj ist, lässt der US-Präsident in Sachen "Business" ganz deutlich heraushängen, dass er Krieg will, einen Handelskrieg mit Verbündeten und Gegnern. Geschlossenen Freihandelsabkommen zum Trotz sind nun wohl Kanada und Mexiko an der Reihe - mit ungeahnten Folgen für die Weltwirtschaft: Der Republikaner zeigte sich bei einer Pressekonferenz entschlossen, die Strafzölle gegen beide Länder zu erheben. Vom Nachbarn im Norden gibt es eine selbstbewusste Antwort: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat kurz vor Inkrafttreten der US-Strafzölle gegen sein Land im Gegenzug Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt. "Sollten die amerikanischen Zölle heute Nacht in Kraft treten, wird Kanada ab (..) 0:01 Uhr Ostküstenzeit mit Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf amerikanische Waren im Wert von 155 Milliarden Dollar reagieren", erklärte Trudeau am Montagabend (Ortszeit).
Dieses Damoklesschwert schwebt bereits seit Wochen über beiden Ländern: Trump hatte bereits Anfang Februar Zölle von 25 Prozent auf die meisten Importe aus Kanada sowie auf alle Einfuhren aus Mexiko verhängt. Die Zölle setzte Trump dann aber kurz vor dem geplanten Inkrafttreten für 30 Tage aus. Warum der Republikaner einen Handelskrieg vom Zaun bricht, begründet Trump damit, dass beide Ländern nicht genug gegen irreguläre Migration den Drogenschmuggel täten.