mit Janis PeitschDas war Donnerstag, der 22. Januar 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
der "Tag" neigt sich dem Ende entgegen. Wenn Sie wollen, können Sie mich morgen wieder an gewohnter Stelle lesen. Bevor ich mich in den Feierabend verabschiede, möchte ich Ihnen noch folgende Stücke der Redaktion empfehlen:
Gegenteil von Faulheit: Debatte um Krankenstand macht Experten fassungslos
Einstieg in Bergbau und Wasser: US-Milliardäre haben Grönland längst unter sich aufgeteilt
"Großer Gegenschlag": Trump droht Europäern mit Vergeltung beim Verkauf von US-Staatsanleihen
"Das Thema ist erledigt": Selenskyj einigt sich mit Trump über US-Sicherheitsgarantien
DHB-Team kämpft sich durch: Diesmal verdient sich Deutschland Portugals Wut
Ich wünsche Ihnen noch einen entspannten Abend und eine erholsame Nacht. Machen Sie's gut!
Weißes Haus gibt ungewöhnliche Erklärung für Bluterguss an Trumps Hand
Der Gesundheitszustand von Donald Trump ist immer wieder Gegenstand von Spekulationen. Nun präsentiert das Weiße Haus einmal mehr eine ungewöhnliche Erklärung für einen Bluterguss an der linken Hand des US-Präsidenten.
Seine Sprecherin Karoline Leavitt teilte dem Sender CNN mit, Trump sei heute bei der Gründung seines "Friedensrats" im Schweizerischen Davos mit dem Handrücken gegen eine Tischkante gestoßen.
Markante Flecken waren bisher vor allem an Trumps rechter Hand aufgefallen. Das Weiße Haus begründete sie damit, dass der Rechtshänder Trump unaufhörlich Hände schüttele. Kurz vor dem Jahreswechsel berichteten US-Medien dann erstmals über ähnliche Blutergüsse an Trumps linker Hand.
Der Präsident selbst hatte die Hautveränderung damit erklärt, er nehme täglich Aspirin ein, das blutverdünnend wirkt.
Jahrmarkt‑Schaukel bricht zusammen - 20 Kinder verletzt
Auf einem Jahrmarkt im indischen Jhabua bricht eine riesige Schaukel während der Fahrt zusammen. 20 Schulkinder werden verletzt und in Krankenhäuser gebracht, Lebensgefahr besteht nicht. Behörden untersuchen die Ursachen und prüfen strengere Sicherheitsauflagen.
Trumps Sohn Barron soll Frau gerettet haben
Mit einem nächtlichen Anruf bei der englischen Polizei soll Barron Trump mutmaßlich eine Gewalttat verhindert haben. Das geht aus einer Verhandlung gegen einen 22 Jahre alten Angeklagten in Großbritannien hervor, dem Körperverletzung und Vergewaltigung vorgeworfen werden. Das Opfer ist demnach gut dem Sohn von US-Präsident Donald Trump bekannt.
In der fraglichen Nacht soll Barron Trump mit dem Opfer ein Videotelefonat geführt und dabei einen Mann, mutmaßlich den Angeklagten, mit im Raum gesehen haben. Der 19-Jährige rief einer Aufzeichnung zufolge dann bei der Londoner Polizei an und alarmierte die Beamten.
"Ich rufe aus den USA an, ich habe gerade einen Anruf von einem Mädchen erhalten, wissen Sie, sie wird geschlagen", sagte Trump laut der Mitschrift, über die die Nachrichtenagentur PA berichtete. Der Angeklagte bestreitet sämtliche Vorwürfe.
Meterhohe Wellen und Schäden: Sturmtief trifft Mallorca mit voller Wucht
Das Sturmtief "Harry" hat die Balearen fest im Griff: Auf Mallorca und Menorca peitschen meterhohe Wellen gegen die Küsten, Straßen stehen unter Wasser, Promenaden werden beschädigt. Die Behörden warnen eindringlich davor, Dämme und Küstenbereiche zu betreten.
Elon Musk will schon bald Roboter verkaufen
Auf der Welt wird es laut Elon Musk mit der Zeit mehr Roboter als Menschen geben. Der Tech-Milliardär stellt in Aussicht, dass Tesla bis Ende 2027 den Verkauf humanoider Roboter starten könnte.
Die Roboter mit dem Namen Optimus führten aktuell einfache Aufgaben in der Produktion des Elektroauto-Herstellers aus, sagte Musk beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Er denke, dass man wahrscheinlich bis Ende kommenden Jahres die Maschinen auch für die Öffentlichkeit in den Handel bringen werde. Der Tesla-Chef ist allerdings bekannt dafür, Fristen zu setzen, die er später nicht halten kann.
Grundsätzlich werde Tesla die Roboter verkaufen, wenn man überzeugt sei, dass sie sehr verlässlich und sicher seien und viele Aufgaben erfüllen könnten, sagte Musk. Man werde die Maschinen bitten können, alles zu machen, was man wolle.
Erdrutsch rauscht durch Campingplatz in Neuseeland
In der Region Bay of Plenty in Neuseeland verschüttet ein Erdrutsch mindestens sechs Menschen auf einem Campingplatz. Unter den Verschütteten werden auch Kinder vermutet. Die Rettungsmaßnahmen laufen. Der Erdrutsch wurde durch extreme Niederschläge verursacht.
Kushner stellt "Masterplan" für Gaza vor
Wolkenkratzer am Meer, Wohn- und Industriegebiete dahinter und ein Flughafen: Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos einen Plan für die Zukunft des Gazastreifens vorgestellt.
Zunächst soll laut dem von Jared Kushner vorgestellten "Masterplan" die Stadt Rafah wieder aufgebaut werden, anschließend nach und nach weitere nördlich gelegene Orte. In "Neu-Rafah" sollen rund 100.000 Wohneinheiten und mindestens 75 medizinische Einrichtungen entstehen, wie aus der Präsentation des US-Amerikaners hervorging.
Für den Wiederaufbau der Stadt Rafah nannte Kushner einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren. "Wir haben bereits damit begonnen, die Trümmer zu beseitigen und einen Teil der Abrissarbeiten auszuführen", so Trumps Schwiegersohn.
Szene aus altem Werner-Herzog-Film geht viral
Die wohl traurige Entscheidung eines Pinguins, die Werner Herzog einst in einer Dokumentation einfing, bewegt aktuell das Internet. Auf der Plattform Instagram mehren sich Videos mit einem Ausschnitt aus Herzogs Dokumentation "Begegnungen am Ende der Welt" von 2007. Zu sehen ist ein Pinguin, der nicht mit seinen Artgenossen Richtung Wasser wandelt - sondern alleine in Richtung der weit entfernten Berge zieht.
"But why?", aber warum, fragt Herzog eindringlich. Bei Instagram findet sich der Ausschnitt unter anderem mit der Aussage: "Wie könnte ich jemals aufgeben, wenn ich weiß, dass der Pinguin es nie getan hat?"
Warum der Pinguin plötzlich wieder die Runde macht, ist nicht klar. Die Kommentare reichen von Mitgefühl und Traurigkeit bis zum Verständnis dafür, alleine wegzulaufen.
Schlagzeilen zum Feierabend
Rattenplage in Krankenhaus verängstigt Patienten
In einem Krankenhaus in Uttar Pradesh in Indien sorgt eine Rattenplage für Unbehagen unter den Patienten. "Sie beißen mich sogar in den Finger" beklagt ein Patient. Der Befall von Ratten nimmt in indischen Städten derzeit zu.
Bluttest-Unternehmerin Holmes bittet Trump um Gnade
Die wegen Betrugs verurteilte einstige Star-Unternehmerin Elizabeth Holmes hat US-Präsident Donald Trump gebeten, sie aus dem Gefängnis zu entlassen. Holmes beantragte im vergangenen Jahr eine Umwandlung ihrer Haftstrafe, wie nun die Nachrichtenagentur Reuters und der Sender CNN melden. Ihr Antrag ist der Begnadigungsbehörde des US-Justizministeriums zufolge noch anhängig.
Holmes war im November 2022 wegen Betrugs zu mehr als elf Jahren Haft verurteilt worden. Später verkürzte ein Berufungsgericht die Freiheitsstrafe um zwei Jahre. Die heute 41-Jährige hatte das Unternehmen Theranos im Alter von nur 19 Jahren gegründet. Die Firma warb mit einer vermeintlich revolutionären Technologie für besonders schnelle, effektive und kostengünstige Bluttests.
Die charismatische Jungunternehmerin wurde als Tech-Pionierin gefeiert und gewann finanzkräftige Investoren. Doch dann stellte sich heraus, dass die Technologie nicht funktionierte. Holmes und ihr Top-Manager Ramesh Balwani wurden wegen des Vorwurfs verurteilt, Investoren gezielt hinters Licht geführt zu haben.
Selenskyj: Treffen zwischen USA, Russland und Ukraine ab Freitag
Vertreter der USA, der Ukraine und Russlands wollen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Bedingungen für ein Ende des Ukraine-Krieges reden. Die Gespräche sollen an diesem Freitag und Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden, wie Selenskyj auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos sagt.
Oscar-Nominierungen: Horrorfilm stellt Allzeit-Rekord auf
Der Vampir-Horrorfilm "Blood & Sinners" hat sage und schreibe 16 Oscar-Nominierungen eingeheimst - ein absoluter Rekord.
Bei der Verkündung der Nominierten für die Mitte März stattfindende Oscar-Gala wurde der Film in fast allen Kategorien aufgelistet, darunter die Königskategorie "Bester Film". Regisseur Ryan Coogler kann sich auch Hoffnung auf die Auszeichnung als bester Regisseur machen.
Bislang hatte der Rekord bei 14 Nominierungen gelegen. Er wurde von den Filmen "Alles über Eva", "Titanic" und "La La Land" gehalten.
Traditionsreicher Spielwarenhändler meldet Insolvenz an
Starke Online-Konkurrenz und ein schwaches Weihnachtsgeschäft haben den Spielwarenhändler Rofu Kinderland aus Rheinland-Pfalz in Schieflage gebracht. Nun wird ein Investor gesucht, um das traditionsreiche Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.
Geplant sei eine Insolvenz in Eigenverwaltung, wie die Firma mit rund 2.000 Beschäftigten und mehr als 100 Filialen in sieben Bundesländern mitteilte. Der Betrieb in den Filialen, von denen viele in Südwestdeutschland sind, und das Online-Geschäft sollen nach Unternehmensangaben weitergehen.
Rofu Kinderland mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach im Kreis Birkenfeld nahe der Grenze zum Saarland verkauft seit über 40 Jahren Spielwaren wie Puzzles, Schulhefte, Kinderbücher und Gesellschaftsspiele. Der Händler vertreibt Spielwaren bekannter Marken sowie preiswerte Eigenmarken.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
Friederike Zörner verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend. Mein Name ist Janis Peitsch und bis zum Abend versorge ich Sie im "Tag" mit spannenden und unterhaltsamen Nachrichten aus aller Welt.
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - gerne eine Mail an dertag[at]ntv.de.
Los geht's!
Linken-Chefin fand die Merz-Rede in Davos abgehoben
"Merz' Worte in Davos zeigen einmal mehr, wie weit dieser Mann von den realen Sorgen der Menschen entfernt ist": Linken-Chefin Ines Schwerdtner hat die Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Weltwirtschaftsforum zur Lage in Deutschland kritisiert. Sie warf Merz eine Politik auf Kosten von Menschen mit niedrigen Einkommen in der Gesellschaft vor.
Der Kanzler hatte in der Schweiz seine Kritik an den seiner Ansicht nach zu geringen Arbeitszeiten in Deutschland bekräftigt. Er verwies dabei darauf, dass Arbeitnehmer in der Schweiz 200 Stunden pro Jahr mehr arbeiteten. Dazu sagte die Linken-Chefin: "Wenn er meint, Beschäftigte würden zu viel Freizeit genießen, dann spricht er vor allem die Sprache der Wirtschafts-Lobbys und nicht die der Menschen, die unser Land jeden Tag am Laufen halten."
Klebezettel verhindert Eklat wegen Weltkarte in Paris
Aus Ärger über die Darstellung der Falklandinseln musste in der französischen Nationalversammlung bei der Anhörung des argentinischen Botschafters ein Klebezettel auf eine Weltkarte geklebt werden. Zu Beginn seiner Befragung sagte Botschafter Ian Sielecki im Außenausschuss, er müsse leider auf ein großes Problem hinweisen. "Ich habe soeben festgestellt, dass ich vor einer Karte sitze, die die Falklandinseln als Teil Großbritanniens zeigen." Auch juristisch sei das ein Problem, sagte Sielecki, der sich direkt vor dem Kartenteil mit der Inselgruppe im Südatlantik befand. "Ich kann als Vertreter des argentinischen Staates nicht frei vor dieser Karte sprechen. Das würde eine Situation legitimieren, die eine Verletzung, einen Angriff auf die Souveränität meines Landes, auf die Ehre selbst der argentinischen Nation darstellt."
Der Ausschussvorsitzende Bruno Fuchs wies zunächst darauf hin, dass die Inseln auf der Karte in Klammern gesetzt seien. Man wisse also, dass es sich um ein umstrittenes Gebiet handle. Doch der Argentinier legte nach: "Das ist, als wenn man den Botschafter der Ukraine bitten würde, vor einer Karte zu sprechen, die Luhansk oder die Krim als legitimen Teil Russlands zeigt." Ob es nicht irgendwie möglich sei, die Karte während seiner Anhörung zu bedecken. Als aus dem Saal der Vorschlag kam, einen Post-it-Klebezettel zu nutzen, antwortete der Botschafter: "Es wäre sehr gut, wenn Sie das tun könnten." Nachdem diese Lösung vorgeschlagen worden war, begann Sielecki seine thematischen Ausführungen. Wenige Minuten später brachte ein Abgeordneter dann den Klebezettel auf der Weltkarte an und überdeckte die Falklandinseln (hier können Sie den Vorfall ab 2:20 Stunden nachsehen).
SPD-Landespolitiker Rüdiger Erben plötzlich gestorben
Der SPD-Innenexperte Rüdiger Erben ist tot. Der parlamentarische Geschäftsführer der sachsen-anhaltischen SPD-Landtagsfraktion ist am Mittwoch überraschend gestorben, wie ein Sprecher der Fraktion sagte. Erben wurde 58 Jahre alt. "Für uns alle ist das unfassbar. Er wird uns in vielen Bereichen als Freund und Kollege fehlen", teilte die Landtagsfraktion mit. Als parlamentarischer Geschäftsführer habe er für Struktur und Ordnung gesorgt. "Er hielt Dinge zusammen, ohne sie an sich zu ziehen. Viele Prozesse trugen seine Handschrift, ohne dass er sich selbst in den Vordergrund stellte."
Erben hat sich in Sachsen-Anhalt in der Kommunal- und in der Landespolitik in verschiedenen Ämtern parteiübergreifend Respekt erworben. So war er von 2001 bis 2006 Landrat im damaligen Landkreis Weißenfels, anschließend war er fünf Jahre Staatssekretär im Innenministerium. 2011 wurde Erben Landtagsabgeordneter, seit 2016 war er parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. In dieser Funktion arbeiten Politiker eng mit dem Fraktionsvorsitzenden zusammen und bereiten etwa die Plenarsitzungen vor. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, soll Erben am Mittwoch beim Joggen ein akutes Gesundheitsproblem gehabt haben.
Merz' Privatflieger im Visier: Drei Aktivisten im Sauerland festgenommen
"Fliegen war schon immer der Traum meiner Jugend. Wenn man durch die Wolkendecke stößt, den blauen Himmel sieht und die Motoren friedlich vor sich hinlaufen - das ist für mich eine große Freude." Das sagte Friedrich Merz im Jahr 2022. Seit seinem Amtsantritt als Bundeskanzler muss der CDU-Chef sein Hobby aus Sicherheitsgründen allerdings einschränken. Und dass derartige Bedenken durchaus berechtigt sind, zeigt ein aktueller Vorgang in einer Flugzeughalle im nordrhein-westfälischen Arnsberg. Dort nahm die Polizei in der Nacht drei Personen fest. Die Umstände deuteten darauf hin, dass das Trio das dort geparkte Privatflugzeug des Regierungschefs beschädigen wollte, dazu sei es aber nicht gekommen, hieß es von der Staatsanwaltschaft Arnsberg und der Polizei im Hochsauerlandkreis. Man habe die zwei Frauen und einen Mann im Alter von 23, 28 und 56 Jahren wegen Hausfriedensbruchs festgenommen, nachdem sie sich unbefugt Zutritt zum Gelände verschafft hätten.
Den Angaben zufolge war Polizisten ein Auto aufgefallen, das kontrolliert wurde. Der Insasse sei aus dem "linksaktivistischen Spektrum" bekannt, wie sich gezeigt habe. Er habe sich nach einem Flugplatz in der Nähe erkundigt. Die Polizei habe daraufhin Maßnahmen am Flugplatz Arnsberg-Menden getroffen und dort später die drei deutschen Staatsbürger festgenommen. Eine Gruppe namens Widerstands-Kollektiv schrieb später in einer Mitteilung, man habe "im Rahmen einer Protestaktion, versucht das Privatflugzeug von Friedrich Merz stillzulegen".
Ex-Pfleger könnte mehr als 100 Menschen getötet haben
Schockierender Fall aus Nordrhein-Westfalen: Ein bereits wegen zehnfachen Mordes in Aachen verurteilter Ex-Pfleger könnte für mehr als 100 weitere Todesfälle verantwortlich sein. Es gebe eine entsprechend hohe Zahl an weiteren "Verdachtsfällen", teilte die Aachener Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts mit. Der ehemalige Pfleger war bereits im November 2025 vom Aachener Landgericht wegen 10-fachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er Patienten auf einer Palliativstation in Würselen bei Aachen tödliche Injektionen verabreicht.
Die Taten, um die es im Prozess gegangen war, hatten sich in einem Zeitraum von Dezember 2023 bis zum Mai 2024 ereignet. Bei den neuen Verdachtsfällen geht es nun um mögliche Tötungsdelikte in der Zeit davor. Der Deutsche hatte bereits seit 2020 an der Klinik gearbeitet. "Die Verdachtsfälle in dem laufenden Verfahren liegen derzeit deutlich über 100", erklärte Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts. Sie betonte zugleich, dass es sich um einen Anfangsverdacht handle. "Der kann natürlich auch noch wegfallen." Es habe bereits 27 Exhumierungen im Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen gegeben. Etwa 30 stünden noch aus.
Trump ruft in Davos seinen umstrittenen "Friedensrat" ins Leben
Öffentlichkeitswirksam und in unnachahmlicher Bescheidenheit hat US-Präsident Donald Trump im schweizerischen Davos das Gründungsdokument des von ihm initiierten "Friedensrates" unterzeichnet. "Herzlichen Glückwunsch, Präsident Trump, die Charta ist nun in Kraft getreten, und der Friedensrat ist nun eine offizielle internationale Organisation", sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bei der Unterzeichnungszeremonie am Rande des Weltwirtschaftsforums im Beisein weiterer Gründungsmitglieder. Das Gremium soll Trumps Vorstellungen zufolge internationale Konflikte beilegen - und zwar laut Charta ausdrücklich in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen.
Ursprünglich war der "Friedensrat" als Teil der zweiten Phase des US-Plans für den Gazastreifen vorgestellt worden. In der Charta der Initiative wird das Palästinensergebiet jedoch nicht mehr genannt.
Mehrere europäische Staaten äußerten starke Vorbehalte gegen die Pläne - unter anderem, weil Trump zum "Friedensrat" auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin eingeladen hat. Kritiker werfen Trump zudem vor, eine Alternative zur UNO schaffen zu wollen.
Vorsitzender des "Friedensrates" ist Trump. Seine Befugnisse sind weitreichend: Nur er kann laut der Satzung Mitglieder einladen oder sie des Gremiums verweisen - es sei denn, "zwei Drittel der Mitgliedstaaten legen ihr Veto ein".
Trump hat praktisch ein lebenslanges Mandat. Er kann jederzeit freiwillig zurücktreten und einen Nachfolger bestimmen. Einzig der von Trump zusammengestellte "Exekutivrat" der Organisation kann ihn absetzen, wenn dessen Mitglieder ihn einstimmig für "unfähig" halten.
Für einen ständigen Sitz im "Friedensrat" sollen Mitgliedstaaten eine Gebühr von "mehr als einer Milliarde Dollar" (rund 860 Millionen Euro) zahlen. Wer die Summe nicht entrichtet, hat nur Anrecht auf eine dreijährige Mitgliedschaft.
15-Jährigen erstochen: Junge Frau entschuldigt sich bei Mutter des Opfers
"Es tut mir leid": Eine wegen Mordes an einem 15-Jährigen angeklagte junge Frau hat sich vor Gericht bei der Mutter des Opfers für die Tat entschuldigt. Die Staatsanwaltschaft wirft der 19-jährigen Deutschen vor, den Jugendlichen bei einem Streit an einer Bushaltestelle in der Nähe des Brombachsees in Mittelfranken mit einem Taschenmesser erstochen zu haben. Die Mutter nahm die Entschuldigung der Angeklagten nicht an: "Mein Kind ist tot. Er kommt nie wieder", sagte sie. Stockend und unter Tränen schilderte die Angeklagte vor Gericht, was an jenem Abend im vergangenen Juni aus ihrer Sicht passiert ist. An die Tat selbst könne sie sich nicht erinnern, sagte sie. An dieser Darstellung gibt es nach Angaben der Vorsitzenden Richterin aber Zweifel.
Der Anklage zufolge hatte sie mit Freunden den Tag an dem Stausee verbracht. Als sie am Abend an einer Haltestelle auf den Bus nach Hause wartete, geriet sie mit einem ihr unbekannten Jugendlichen an der Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite in Streit. Dabei habe sie den 15-Jährigen auch rassistisch beleidigt, sagte Staatsanwalt Christian Eberlein. Der Junge hatte die deutsche und die brasilianische Staatsangehörigkeit. Aus Sicht der Ermittler war Rassismus dennoch nicht das Motiv für die Tat. Daraufhin haben sich die beiden wechselseitig beleidigt, sagte Eberlein. Schließlich sei die junge Frau über die Straße gegangen, in ihrer Hand habe sie dabei ein Taschenmesser verborgen gehalten. Der Staatsanwaltschaft zufolge schlug sie dem 15-Jährigen erst mit der Faust ins Gesicht und rammte ihm dann das Messer in den Hals. "Aufgrund der Schwere der Verletzung war eine Rettung des Geschädigten von vorneherein unmöglich", sagte Eberlein.
Polizist bei Einsatz zwischen Wand und Auto eingeklemmt
In Köln ist in der Nacht ein Polizist bei einem Einsatz schwer verletzt worden. Kurz vor Mitternacht sei es am Verteilerkreis an der A555 zu dem Einsatz gekommen, bestätigte ein Sprecher der Polizei Köln. Dabei sollen unter anderem Schüsse gefallen sein. Demnach kontrollierten die Beamten aus Bonn ein Auto auf dem Parkplatz einer Tankstelle. Der Fahrer versuchte daraufhin zu flüchten und fuhr an, wodurch ein Polizist zwischen dem Auto und einer Wand eingeklemmt wurde. Der Beamte wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Im Rahmen einer Fahndung konnten die Einsatzkräfte den Wagen und die beiden Insassen stellen und vorläufig festnehmen. Eine Mordkommission hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen, teilte der Sprecher weiter mit.
Grüne hadern mit Abstimmungsverhalten ihrer Parteifreunde im EU-Parlament
"In der aktuellen Zeit (...) sendet es nicht das Signal der europäischen Entschlossenheit und Stärke, das ich mir auch gewünscht hätte. Das ist so. "Nach der Entscheidung im Europäischen Parlament zum Mercosur-Abkommen sorgt das Abstimmungsverhalten der Grünen-Parlamentarier innerhalb der Partei für Kritik. Grünen-Co-Chef Felix Banaszak haderte und sprach sich im Deutschlandfunk dafür aus, das Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur trotz Anrufung des EuGH vorläufig in Kraft zu setzen. "Es ist vorgesehen, dass das Abkommen trotzdem jetzt vorläufig in Kraft tritt, und ich halte das auch für richtig. Das wollen wir."
Die EU-Abgeordneten der deutschen Grünen stimmten größtenteils für eine Überprüfung des Abkommens durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH): Acht votierten für die Überprüfung, zwei dagegen, einer enthielt sich. Damit haben Grünen- und Linke-Abgeordnete zusammen mit den Rechts- und Linksaußen-Parteien sowie französischen und polnischen Abgeordneten gestimmt. "Ohne Kompass", schrieb der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin in einem Post auf X. Acht deutsche Grüne hätten dazu beigetragen, "dass rechte Bauernlobby und Anti-Europäer mit 10 Stimmen Mehrheit einen Schritt zu mehr Souveränität der EU blockieren konnten". Grünen-Politiker Cem Özdemir kritisierte auf X: "Offensichtlich haben noch immer zu viele den Ernst der Lage nicht verstanden. Europäische Souveränität muss sich im konkreten Handeln beweisen, die Zeit für wohlfeile Lippenbekenntnisse ist vorbei." Er wolle die Kommissionspräsidentin ausdrücklich darin ermuntern, das Abkommen vorläufig in Kraft zu setzen.
Merz: "Eine Welt, in der nur Macht zählt, ist ein gefährlicher Ort"
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht eine radikale Änderung in der Außenpolitik des Verbündeten USA. Die Welt erlebe derzeit eine "radikale Neuordnung der Außen- und Sicherheitspolitik der USA", sagte Merz in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Es entwickle sich eine neue Welt der Großmächte, "die auf Macht, auf Stärke und - falls es soweit kommt - auch auf Gewalt basiert", fügte er hinzu. "Eine Welt, in der nur Macht zählt, ist ein gefährlicher Ort."
"Im 20. Jahrhundert ist mein Land, Deutschland, diesen Weg bis zu seinem bitteren Ende gegangen. Es hat die Welt in einen schwarzen Abgrund gestürzt", sagte Merz. Der Kanzler rief dazu auf, das Schicksal in die Hand zu nehmen und sich nicht zum Spielball der Großmächte machen zu lassen. "Wir sind dieser neuen Weltordnung nicht hilflos ausgeliefert", sagte er. "Wir haben eine Wahl." Deutschland wolle eine "Schlüsselrolle" spielen, wenn es darum gehe, eine regelbasierte Weltordnung zu schützen.
US-Gerichtsmedizin: Kubaner wurde in ICE-Haft getötet
Im Juli 2025 wird ein vierfacher Vater aus Kuba im Bundesstaat New York festgenommen. Im September wird der 55-Jährige in der Abschiebeanstalt Camp East Montana inhaftiert. Laut der US-Einwanderungsbehörde (ICE) war der Mann mehrfach vorbestraft und sollte deshalb ausgewiesen werden. Doch dazu kommt es nicht mehr, der Mann stirbt im Januar in Haft. Mehrere Medien berichten nun übereinstimmend über einen gerichtsmedizinischen Befund, wonach der Tod des Kubaners als Tötung eingestuft wird. Der Mann sei aufgrund von Druck auf Hals und Oberkörper erstickt, hieß es unter Berufung auf den Bericht der Gerichtsmedizin El Paso im US-Bundesstaat Texas. Die rechtsmedizinischen Ergebnisse stehen damit im Widerspruch zu Aussagen von ICE, wonach der 55-Jährige durch Suizid gestorben sein soll.
Vergangene Woche hatte die "Washington Post" unter Berufung auf einen Mitinsassen berichtet, dass Wachbeamte den 55-Jährigen gewürgt haben sollen. Der Zeuge habe auch gehört, wie der Mann wiederholt gesagt haben soll, dass er nicht atmen könne, berichtet die Zeitung. Medizinisches Personal habe eine Stunde lang versucht, den Kubaner wiederzubeleben; danach sei sein Leichnam weggebracht worden.
Schwere Unwetter wüten in Griechenland und Malta - mehrere Tote
Nicht nur auf Sizilien, auch in Griechenland und auf Malta sind die Auswirkungen von Zyklon "Harry" deutlich zu spüren. Laut griechischen Behörden kommen mehrere Menschen ums Leben, an Maltas Küste werden Jachten an Land gespült.
Großbrand auf geschichtsträchtigem Bogensee-Areal mit Goebbels-Villa
Auf dem historischen Bogensee-Areal mit der Goebbels-Villa nördlich von Berlin ist ein Großbrand ausgebrochen. Zeugen hätten am Mittwochabend Rauchentwicklung aus einem Gebäude auf dem Areal im brandenburgischen Wandlitz gemeldet, teilte die Polizei mit. "Die Kameraden der Feuerwehr bekämpften erst einen Brand im Dachstuhl, der später auf das komplette Gebäude übergriff. Die Löscharbeiten dauern seither an und sind bis jetzt nicht abgeschlossen."
Auf dem Bogensee-Areal mit diversen Gebäuden hatte sich einst NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ein Landhaus bauen lassen, das Gebäude steht allerdings nach Polizeiangaben nicht in Brand. Zu DDR-Zeiten gab es dort eine Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ), nach der Wende ein Kongresszentrum. Seit dem Jahr 2000 ist das Areal ungenutzt und verfällt. Nach bisherigen Erkenntnissen sei bei dem Feuer niemand zu Schaden gekommen, hieß es in der Mitteilung. Die Polizei habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und erste Zeugen identifizieren können.
Grönland-Strategie sorgte für Streit im Weißen Haus
Der Vorstoß von US-Präsident Donald Trump in der Grönland-Frage hat der Nachrichtenagentur Reuters zufolge zu erheblichen Spannungen unter seinen engsten Beratern geführt. Demnach drängten Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auf einen diplomatischen Mittelweg. Dagegen sei der stellvertretende Stabschef Stephen Miller offen dafür gewesen, eine Annexion und den Einsatz militärischer Gewalt als Optionen beizubehalten, hieß es unter Berufung auf zwei Quellen im Weißen Haus. Die Idee, Strafzölle als Druckmittel einzusetzen, sei von Handelsminister Howard Lutnick und anderen Kabinettsmitgliedern gekommen.
Während sich die Berater laut Reuters weitgehend einig über das Ziel der Übernahme Grönlands gewesen seien, waren sie sich demnach uneinig über den aggressiven Ansatz des Präsidenten, werden die beiden Quellen aus dem Weißen Haus zitiert. In den meisten Sitzungen im Weißen Haus hätten mehr Beamte zur Vorsicht gemahnt, hieß es weiter. Ernsthafte Diskussionen über militärische Optionen zur Eroberung Grönlands habe es den beiden Quellen zufolge nicht gegeben.
Jetzt will auch die AfD einen eigenen Radiosender haben
"Germany First"? Die in etlichen Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD prüft nach eigenen Angaben den Start eines eigenen Radiosenders nach dem Vorbild des Webradio-Senders Austria First der österreichischen FPÖ. "Konzepte zu ähnlichen Projekten werden aktuell erarbeitet", sagte ein Parteisprecher der "Bild"-Zeitung. Aktuell sei der Ausgang der Prüfung noch offen, erklärte der Parteisprecher. Die AfD verfolge das Projekt der FPÖ "mit großem Interesse und tauscht sich mit den Initiatoren aus", sagte der Parteisprecher. Dem Bericht zufolge soll der Parteispitze zeitnah ein Konzept vorgelegt und darüber beraten werden.
Austria First sendet seit dem 17. Januar. Das Programm besteht vorwiegend aus Musik, Nachrichten und politischen Einschätzungen von rechten FPÖ-Politikern.
Das wird heute wichtig
Als am Mittwochabend die Eilmeldung eintrudelte, es gäbe eine vorläufige Einigung zwischen Donald Trump und der Nato im Grönland-Konflikt, dürften viele Menschen erst einmal durchgeatmet haben. Es gibt (vorerst) keine weitere Eskalation, und die von Donald Trump angedrohten Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder treten doch nicht am 1. Februar in Kraft. Das sind gute Nachrichten. Doch Vizekanzler Lars Klingbeil warnt bereits davor, sich zu früh zu freuen. Noch ist nicht ganz klar, was da zwischen Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte ausgemacht wurde.
Vor diesem Hintergrund treffen sich heute Abend (ab 19 Uhr) die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Sondergipfel in Brüssel. Dabei soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Teilnahme angekündigt.
Diese Themen stehen heute außerdem auf der Agenda:
Vor seiner Reise nach Brüssel hält Kanzler Merz gegen 09.30 Uhr seine Rede bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Es gehe darum, "Brücken zu unseren internationalen Partnern zu bauen", sagte ein Regierungssprecher über den Besuch des Kanzlers in der Schweiz.
Der von US-Präsident Donald Trump initiierte "Friedensrat" soll am Vormittag Gestalt annehmen. Das Gründungsdokument für das Gremium soll nach US-Plänen bei einer Zeremonie am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos in Trumps Anwesenheit unterzeichnet werden.
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu Gesprächen in Moskau zusammen. Witkoff und Kushner sind von Trump mit den Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs betraut.
In Davos will sich Trump mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj treffen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entscheidet (ab 14.30 Uhr) im Fall von vier Mitgliedern der rechtsextremistischen Kampfsportgruppe "Knockout 51", darunter der mutmaßliche Rädelsführer.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg urteilt (09.30 Uhr) über die Kürzung von EU-Mitteln für Polen.
Die Europäische Kommission um Ursula von der Leyen muss sich ab 12 Uhr einem Misstrauensvotum im Europäischen Parlament stellen.
Die Menschen in Australien gedenken der Opfer des antisemitischen Schusswaffenangriffs am Bondi Beach. Anlässlich eines nationalen Trauertags wehen die Flaggen auf halbmast. Um 19.01 Uhr Ortszeit (09.01 Uhr MEZ) findet eine Schweigeminute zum Gedenken an die 15 Todesopfer statt.
In Hollywood werden die Nominierungen für die diesjährigen Oscars bekannt gegeben (ab 14.30 Uhr MEZ). Als Favoriten gehen die Filme "Blood & Sinners" und "One Battle After Another" ins Rennen.
Deutschlands Handballer bekommen es zum Auftakt der EM-Hauptrunde mit dem WM-Vierten Portugal zu tun. Mit einem Sieg im heutigen Spiel (15.30 Uhr/ARD/Dyn) kann die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason einen weiteren Schritt Richtung Halbfinale machen.
In der Europa League spielt der VfB Stuttgart auswärts gegen AS Rom, der SC Freiburg trifft zu Hause auf Maccabi Tel Aviv.
In diesen ereignisreichen Zeiten versuche ich für Sie den Überblick zu behalten und Sie mit Nachrichten aus aller Welt zu versorgen. Mein Name ist Friederike Zörner. Bis zum frühen Nachmittag betreue ich den "Tag". Bei Fragen oder Hinweisen erreichen Sie mich via Mail an friederike.zoerner[at]ntv.de.
Kühe brechen durch Stallboden in Güllegrube
Zwei Kühe sind in Ostfriesland durch den Boden ihres Stalls in die Güllegrube gefallen - und in einem aufwendigen Feuerwehreinsatz gerettet worden. Die Einsatzkräfte und die Landwirte bewahrten zunächst eine Kuh mit einer Leine davor, dass ihr Kopf in der Gülle verschwindet, wie die Feuerwehr mitteilte. Das Tier war bereits zum Großteil versunken. Auf ihm lag das andere Rind - an ihm wurden Haltegurte befestigt.
Parallel nahm ein Pumpfahrzeug Gülle auf, sodass der Pegelstand sank, wie es weiter hieß. Mit einem Teleskopfahrzeug konnte schließlich die erste Kuh aus der Grube gehoben werden. Die Rettung des weitgehend versunkenen Tiers war deutlich aufwendiger: Die Einsatzkräfte mussten in die Grube steigen, um ein spezielles Großtier-Rettungsgeschirr an der Kuh festzumachen. Nach etwas über einer Stunde konnte diese dann mit dem Teleskoplader ebenfalls aus der Güllegrube geholt werden. Die Tiere überstanden den Sturz unverletzt, wie ein Tierarzt später feststellte.
Erdrutsch auf Campingplatz in Neuseeland - mehrere Vermisste
Zerstörte Zelte und Hilfeschreie aus dem Toilettenblock: Nach einem schweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland werden mehrere Menschen vermisst, darunter vermutlich auch Kinder. Der Erdrutsch zerstörte Teile des bekannten Campingareals, Zelte wurden von den Schlamm-Massen platt gedrückt, wie die Polizei mitteilte. Augenzeugen berichteten, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören waren. Menschen auf dem Dach versuchten demnach verzweifelt, zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen aber verstummt, berichtete die Zeitung "New Zealand Herald" unter Berufung auf einen an der Rettungsaktion beteiligten Mann. Auf im Internet verbreiteten Videos war der Moment des Unglücks zu sehen.
Polizeichef Tim Anderson konnte keine genaue Zahl der Vermissten nennen, sagte aber auf einer Pressekonferenz, es handle sich um "eine einstellige Zahl". Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Retter demnach extrem vorsichtig vorgehen. Es sei aber "möglich, dass wir noch jemanden lebend finden", betonte Anderson. Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine atemberaubende Natur, herrliche Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt - von den Neuseeländern schlicht "The Mount" genannt. Das Gebiet liegt in der weltbekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel. In Neuseeland sind gerade Sommerferien, viele Menschen sind auf Reisen.
"Fang des Tages": Trump-Administration startet ICE-Einsätze im nächsten Bundesstaat
In den USA hat die umstrittene Grenzschutz- und Einwanderungsbehörde ICE eine Operation im Bundesstaat Maine begonnen. Das Heimatschutzministerium teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, die "Operation Catch of the Day" (Fang des Tages) habe am Dienstag begonnen und richte sich gegen Straftäter. Insidern zufolge sind in dieser Woche mehr als 100 ICE-Mitarbeiter in den im Nordosten gelegenen Bundesstaat entsandt worden. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagte, im Mittelpunkt stünden Geflüchtete. Maine beheimatet mehrere Flüchtlingsgemeinschaften, darunter viele Somalier.
In Maine hat die demokratische Gouverneurin Janet Mills bereits vergangene Woche erklärt, das aggressive Vorgehen der Trump-Regierung sei nicht willkommen. "Wenn die Bundesregierung Haftbefehle hat, dann soll sie sie auch vorzeigen", sagte Mills am Mittwoch in einer Erklärung. Viele Menschen in ihrem Bundesstaat hätten Angst. Carl Sheline, Bürgermeister der Stadt Lewiston, warf ICE unmenschliche Terror- und Einschüchterungstaktiken vor. Lewiston hat einen hohen Anteil somalischer Einwohner.