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"Natürlich haben wir Angst" Bushido und seine Frau bangen um ihr Leben

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Suchen Schutz in der Öffentlichkeit: Bushido und seine Frau Anna-Maria.

(Foto: imago stock&people)

Bereits sein Song "Mephisto" gilt als Abrechnung Bushidos mit Arafat Abou-Chaker. Jetzt packen der Rapper und seine Frau in einem Interview abermals gegen den Clan-Chef aus. Sie wollten nur noch, dass sich der einst beste Kumpel "verpisst".

Das Drama um die Trennung der einstigen Freunde und Geschäftspartner Bushido und Arafat Abou-Chaker schaukelt sich weiter hoch. In einem Interview mit dem Magazin "Stern" gehen der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, und seine Frau Anna-Maria erneut in die Offensive. In dem Gespräch erhebt das Paar nicht nur schwere Vorwürfe gegen den Berliner Clan-Chef mit palästinensischen Wurzeln. Es offenbart auch seine Sorge, Opfer eines Racheakts zu werden.

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"Er bestimmte unser gesamtes Leben, das ganze Denken meines Mannes", erklärt die als Anna-Maria Lewe geborene Frau des Rappers mit Blick auf Abou-Chaker in dem "Stern"-Gespräch. Und auch Bushido räumt hinsichtlich seines Verhältnisses zu seinem Ex-Kumpel ein, "dass ich nichts zu melden hatte. Dass Arafat einfach alles entschieden hat".

Getrennt am Grab

Seit sich er und Abou-Chaker 2004 kennengelernt hatten, habe der Clan-Chef seinen Einfluss zusehends ausgebaut, weiß Bushido zu berichten. "Die Eingriffe in mein Privatleben wurden immer massiver", so der noch 39-Jährige, der am Freitag seinen 40. Geburtstag feiert und sein neues Album "Mythos" veröffentlicht. Darauf befindet sich auch der Song "Mephisto", der bereits vor Kurzem erschienen ist und ebenfalls als Abrechnung Bushidos mit Abou-Chaker gilt.

Als Beispiel für die Übergriffe des Clan-Chefs nennt das Paar die Beisetzung von Bushidos verstorbener Mutter 2013. So habe Abou-Chaker bestimmt, dass es sich um eine islamische Beerdigung zu handeln habe, bei der Männer und Frauen getrennt zum Grab gingen. "Ich hatte die Mutter meines Mannes bis zum Schluss gepflegt und jetzt durfte ich nicht mit meinem Mann zusammen an ihrem Grab stehen. Stattdessen standen da irgendwelche Rocker und halb Neukölln", schüttet Anna-Maria Ferchichi ihr Herz über das Erlebte aus.

"Arafat stürzte auf mich los"

Doch das sei bei Weitem nicht ihre einzige unangenehme Begegnung mit Abou-Chaker gewesen, erklärt die 36-jährige Schwester von Popstar Sarah Connor weiter. Als sie sich Ende 2014 von ihrem Mann trennen wollte, sei es zu einer bedrohlichen Szene gekommen: "Ich wollte ausziehen und hatte die Polizei gerufen. In unserem Haus standen deshalb zehn schwer bewaffnete LKA-Beamte. Ich sagte ihnen, dass Arafat sofort das Haus verlässt. Es war das erste Mal, dass ich ihm gegenüber total die Beherrschung verlor. Daraufhin rastete er aus. Arafat stürzte auf mich los, durch die LKA-Beamten hindurch, und drohte mir. Dabei hatte ich unsere Zwillinge, die damals noch Babys waren, auf dem Arm. Es war wirklich schlimm."

Doch nicht nur was das Privatleben anging, auch finanziell setzte der Clan-Chef den Sänger offenbar unter Druck. Nach "Stern"-Informationen erhielt er 50 Prozent aller Einkünfte Bushidos. "Er hat uns lange genug abkassiert und beinahe unsere Ehe zerstört", sagt der Musiker nun im Interview. Schließlich habe er sogar versucht, sich freizukaufen, erklärt der Rapper: "Wir waren bereit, eine Ablöse zu zahlen, nur dass er sich verpisst aus unserem Leben." Angeblich ging es um einen Betrag von 2,5 Millionen Euro.

"Ich habe weggesehen"

Sie hätten durchaus die Sorge, dass die endgültige Lossagung Bushidos von Abou-Chaker im Januar 2018 nicht ohne Folgen bliebe, macht Anna-Maria Ferchichi deutlich: "Natürlich haben wir Angst, dass jemand aus Rache auf mich oder meinen Mann schießt. Eigentlich rechnen wir jeden Tag damit. Aber wir blenden das aus. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig."

Im "Stern"-Gespräch schlägt Bushido auch selbstkritische Töne an: "Natürlich bin ich nicht nur Opfer. Ich bin auch Mitwisser, und deshalb trage ich eine Mitschuld. Ich habe weggesehen. All die Jahre." Ob er jedoch wirklich etwas gelernt hat, ist fraglich. So räumt er ein, mittlerweile mit Ashraf Rammo Geschäfte zu machen. Auch er gilt als Chef eines Berliner Clans, der noch größer als der von Abou-Chaker ist. Anna-Maria Ferchichi scheint diese erneute Verstrickung mit der Halbwelt jedoch für die beste Lebensversicherung zu halten. "Wenn Ashraf nicht wäre, wäre längst etwas passiert", erklärt sie.

Quelle: n-tv.de, vpr

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