Unterhaltung

"Bin nicht politisch korrekt" Dieter Bohlen zeigt sich (fast) ungeschminkt

310422548.jpg

Zurück bei DSDS: Dieter Bohlen.

(Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Kurz vor dem Start der neuen Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" macht Dieter Bohlen mal wieder Schlagzeilen. Zum Beispiel mit seiner Meinung zum Ukraine-Krieg. In einem Interview mit dem Magazin "Stern" nimmt er aber auch sonst kein Blatt vor den Mund.

Den Titel "Poptitan" hat er sich wohl selbst verliehen. Dass er aber zumindest ein Stehaufmännchen ist, kann man sicher mit Fug und Recht behaupten. Wer kann schließlich mit beinahe 70 von sich sagen, nochmal ein lupenreines Comeback hinzulegen? So kehrt Dieter Bohlen, der im Februar seinen 69. Geburtstag feiert, am Samstag bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) zurück.

Zuvor gab er dem Magazin "stern" sein allererstes Interview seit einer Ewigkeit. Und darin präsentiert sich der Produzent aus Tötensen wirklich ungeschminkt. Nun ja, zumindest fast. Denn auf einen Stylisten, der ihn vor dem Gespräch ins rechte Licht setzte, wollte er dann doch nicht verzichten, wie die "stern"-Reporter zu berichten wissen. In seinen Antworten aber nimmt Bohlen kein Blatt vor den Mund.

So machten als Erstes seine Aussagen zum Ukraine-Krieg, Russlands Präsident Wladimir Putin und Deutschlands Rolle in dem Konflikt Schlagzeilen. Doch auch darüber hinaus macht Bohlen aus seinem Herzen keine Mördergrube, zum Beispiel, wenn es um RTL, seinen Rauswurf bei DSDS und dem "Supertalent" sowie seine jetzige Rückkehr geht.

"Ich bin kein Masochist"

"Hatten Sie schon mal eine Freundin, die mit Ihnen Schluss gemacht hat, obwohl Sie sie über alles geliebt haben? So war das für mich. Als würde man mir den Teppich unter den Beinen wegziehen", gibt Bohlen die Enttäuschung nach dem vorübergehenden RTL-Liebesentzug 2021 zu. Von der DSDS-Ausgabe 2022 mit Florian Silbereisen habe er keine Sekunde geguckt, erklärt er. "Ich bin kein Masochist."

Nachtragend ist er aber offenbar nicht. "Als sie fragten, ob ich zurückkommen möchte, musste ich an die vielen Jahre vor dem Rauswurf denken. Wie viel Spaß ich hatte!", sagt er und ergänzt: "Der Salto rückwärts war auch für die Chefs nicht einfach, die mussten ja über ihren Schatten springen."

Doch auch Bohlen muss über seinen Schatten springen, wenn er den Blick nach vorne richtet, denn bezogen auf seine berühmt-berüchtigten Sprüche weiß auch er: "Ganz viele gehen nicht mehr." Den Vorwurf, in der Vergangenheit für "Erniedrigungsfernsehen" gestanden zu haben, will er zwar nicht auf sich sitzen lassen, gleichwohl räumt er ein: "Das war früher einfach eine andere Zeit. Die Zeit der Zigeunerschnitzel, der Mohrenköpfe. Das hat sich verändert, man kann heute nicht mehr alles sagen."

Maulkorb? Nicht mit Bohlen!

Aber natürlich bedeutet das nicht, dass ein Dieter Bohlen nicht auch seine ganz eigene Sicht auf die Dinge hat. So verstehe er etwa nicht, "wieso man nicht mehr 'Winnetou' gucken soll, aber immer noch Führerschein sagen darf. Führer ist auch nicht so ein tolles Wort für uns Deutsche, oder?" Er empfinde das als grotesk. "Wir diskutieren über das Gendern, dabei gibt es wahrlich größere Probleme auf dem Planeten."

Einen Maulkorb, so versichert er, habe er bei seiner DSDS-Rückkehr nicht angelegt bekommen: "Ich wäre niemals zurückgekommen, wenn mir irgendwer gesagt hätte, was ich sagen darf und was nicht." Mit einem komplett weichgespülten Bohlen muss deshalb wohl niemand rechnen. "Politisch korrekt bin ich nicht, werde ich nie sein. Will ich auch nicht", bringt es der 68-Jährige auf den Punkt.

Privat sei er eigentlich ein "total harmoniesüchtiger Mensch", macht der Produzent deutlich, dass er sein Image des "bösen, sonnengebräunten, trashigen Bohlen, der mit Dauergrinsen unter die Gürtellinie zielt", wie es der "stern" formuliert, durchaus "bedauerlich" finde. Für ihn sei es jedoch kein Zeichen von Sensibilität, den Leuten etwas vorzumachen. "Ich finde es eher verwerflich, den Menschen Hoffnung zu machen, wo es keine Hoffnung gibt."

Die letzte Staffel?

Grenzen hat Bohlens Harmoniesucht aber nicht zuletzt, wenn es um den Kollegen Thomas Gottschalk geht. "Ich mag es nicht, wenn Gottschalk Quatsch über mich erzählt, bloß weil er mal wieder ein Buch promoten muss. Das rücke ich dann schon gerade. Thomas ist keiner, der anderen ihren Erfolg gönnt", macht er keinen Hehl daraus, dass die beiden in diesem Leben mutmaßlich keine Freunde mehr werden.

DSDS im TV

"Deutschland sucht den Superstar" ist immer samstags und mittwochs um 20.15 Uhr bei RTL zu sehen. Die Sendung ist außerdem auf RTL+ abrufbar.

Anders als er und seine Lebensgefährtin Carina. "Wir sind 17 Jahre zusammen und das größte Liebespaar auf diesem Planeten. Wir streiten nie", gewährt Bohlen einen privaten Einblick und räumt ein, in Beziehungsfragen durchaus einiges in seinem Leben dazu gelernt zu haben. "Man muss zu Hause ein Diplomat sein. War ich früher nicht. Aber heute denke ich mir oft: Ist das einen Streit wert?", erklärt Bohlen und gibt ein anschauliches Beispiel: "Ich streite mich doch nicht, weil Carina möchte, dass ich die Zahnpasta richtig zudrehe. Dann mache ich die lieber zu und habe meine Ruhe. Früher hätte ich meinen Frauen gesagt: 'Wenn dich das stört, mach sie doch selbst zu!'"

Dass RTL wie angekündigt den DSDS-Deckel nach der 20. Staffel zumacht, will Bohlen indes noch nicht wahrhaben. "Ich glaube, dass das letztendlich die Zuschauer entscheiden werden. Mein Feeling sagt mir, dass es nicht die letzte Staffel sein wird", orakelt er. Wie Bohlen sich ab Samstag schlägt, wird dabei auch Bohlen selbst verfolgen: "Wir liegen im Bett, die ganze Familie, und dann gucken wir uns das um 20.15 Uhr an", verrät er.

Quelle: ntv.de, vpr

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen