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Es muss nicht immer US-Kino sein Europas bester Film kommt aus Polen

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Der polnische Film "Cold War" räumte beim Europäischen Filmpreis ab.

imago/Prod.DB

Die Blockbuster kommen meist aus Amerika, doch auch Europa hat in Sachen Kino einiges zu bieten. Beim Europäischen Filmpreis hat ein polnischer Streifen die Nase vorn. Die Deutschen - allen voran Marie Bäumer - haben wenig Glück.

Mit gleich fünf Trophäen ist das polnische Liebesdrama "Cold War" der große Gewinner beim Europäischen Filmpreis. Regisseur Pawel Pawlikowski nahm in Sevilla nicht nur den Preis für den besten Spielfilm des Jahres entgegen. Geehrt wurde auch die Hauptdarstellerin des im Kalten Krieg spielenden Schwarz-Weiß-Films. Weitere Auszeichnungen gab es für Regie, Drehbuch und Schnitt. Pawlikowski hatte bereits 2014 mit "Ida" in der Königskategorie gesiegt.

Die Deutschen mussten sich dieses Mal mit zwei Preisen in Nebenkategorien begnügen. Die für "3 Tage in Quiberon" als beste Schauspielerin nominierte Marie Bäumer ging leer aus. Joanna Kulig aus Polen und Marcello Fonte aus Italien wurden zu den besten europäischen Schauspielern gekürt - zwei starke, leidenschaftliche Darsteller. Kulig, die in "Cold War" eine Sängerin spielt, konnte die Auszeichnung allerdings nicht persönlich entgegen nehmen. Sie ist nach den Worten von Pawlikowski im siebten Monat schwanger und darf nicht fliegen. Fonte nahm die Ehrung freudestrahlend entgegen. Er spielt in "Dogman" einen Hundefriseur, der in die Machenschaften eines Kriminellen verwickelt wird. Für seine Darstellung hatte Fonte bereits den Preis als bester Schauspieler in Cannes gewonnen.

Keine Chance für Marie Bäumer

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Marie Bäumer in "3 Tage in Quiberon".

(Foto: picture alliance / Peter Hartwig)

Enttäuschung dagegen bei den Deutschen. Die für ihre Rolle als Romy Schneider in "3 Tage in Quiberon" nominierte Marie Bäumer hatte wie bereits bei der Berlinale das Nachsehen. In der Königskategorie Bester Spielfilm waren die deutschen Filmemacher nach dem Triumph von Maren Ades "Toni Erdmann" vor zwei Jahren dieses Mal erst gar nicht angetreten.

Zwei Trostpreise gab es dennoch: Christoph M. Kaiser und Julian Maas erhielten für Emily Atefs Romy-Schneider-Porträt "3 Tage in Quiberon" die Auszeichnung für die beste Filmmusik. André Bendocchi-Alves und Martin Steyer wurden für das Kriegsverbrecher-Drama "Der Hauptmann" mit dem Preis für das Beste Sounddesign geehrt.

Als beste Komödie wurde "The Death of Stalin" des Briten Armando Iannucci ausgezeichnet. Die Produktion sei Ergebnis einer Zusammenarbeit über die Ländergrenzen Europas hinweg. "Ich werde diese erfolgreiche Idee mal in Großbritannien vorschlagen", sagte der Regisseur witzelnd. An die Adresse Russlands, wo der Film verboten ist, sandte Iannucci ein Furzgeräusch. Auch der britische Hollywoodstar Ralph Fiennes, der für seinen "Beitrag zum Weltkino" ausgezeichnet wurde, spielte auf den Brexit an. "Kann ich englisch und europäisch sein?", fragte er. "Ich sage leidenschaftlich: Ja!"

Flamenco und Politik

Ausgelassenen Schwung verliehen der Gala Flamenco-Einlagen und die wechselnden Präsentatoren aus allen europäischen Himmelsrichtungen. Hingucker des Abends war aber eindeutig die spanische Filmdiva Rossy de Palma, die ihr Talent als Entertainerin bewies. Immer wieder aber erinnerten die Filmemacher auch an die politisch schwierigen Zeiten in Europa. Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland würdigte das Werk der von der russischen Justiz belangten Regisseure Kirill Serebrennikow und Oleg Senzow. Serebrennikow stellte im Hausarrest seinen Film "Leto" fertig, der in Sevilla für das beste Szenenbild ausgezeichnet wurde.

Die spanische Schauspielerin Carmen Maura wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Mit ihrer atemberaubenden Darstellung von Frauen zwischen Passion und Ehrlichkeit gehöre Maura zu den beeindruckendsten Schauspielerinnen, begründete die Akademie die Ehrung. Maura, die Muse des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar, nahm die Ehrung von Akademie-Präsident Wim Wenders zu Tränen gerührt entgegen. "Schauspielerin zu sein, ist ein Geschenk für mich", sagte sie.

Constantin Costa-Gavras wurde mit dem Ehrenpreis des EFA-Vorstands ausgezeichnet. Er sei mit Filmen wie "Z" und "Der unsichtbare Aufstand" der Begründer eines neuen Genres gewesen - der Verbindung von Thriller und politischer Kritik.

Quelle: n-tv.de, Elke Vogel und Esteban Engel, dpa

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