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Lästern über "Wetten, dass..?" Hanks und Spielberg albern in Berlin

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Willkommen in Berlin: Tom Hanks (2.v.l.) Steven Spielberg, Sandra Maischberger (l.) und Amy Ryan bei der Pressekonferenz.

(Foto: Twitter / Twentieth Century Fox)

Eigentlich sind Tom Hanks und Steven Spielberg nach Berlin gekommen, um ihren neuen Film "Bridge of Spies - Der Unterhändler" vorzustellen. Aber natürlich kommt Hanks auch um die "Wetten, dass..?"-Frage nicht herum - und er zieht genüsslich vom Leder.

Vorweihnachtszeit - Blockbusterzeit. Und so geben sich in diesen Tagen die Hollywood-Stars wöchentlich in Berlin die Klinke in die Hand. Nach dem "James Bond"-Ensemble um Daniel Craig und Christoph Waltz sowie den "Die Tribute von Panem"-Machern ist nun der Cast des Streifens "Bridge of Spies - Der Unterhändler" in der Hauptstadt gelandet. Kein Geringerer als Kultregisseur Steven Spielberg, aber auch die Schauspieler Tom Hanks, Amy Ryan und der deutsche Exportschlager Sebastian Koch werden am Freitagabend im Berliner Zoo Palast die Europapremiere ihres Films feiern. Zuvor jedoch standen sie der internationalen Journalistenschar in einer Pressekonferenz - moderiert von Sandra Maischberger - Rede und Antwort.

Dort zu erleben war ein ziemlich ergrauter Tom Hanks, der dafür umso aufgeräumter seinen Spaß zu haben schien. Und auch Altmeister Spielberg, Ryan und Koch präsentierten sich bester Laune. Selbst die Frage, wie es denn für einen routinierten Fantasy-Regisseur sei, sein gewohntes Terrain zu verlassen, konnte den Regisseur von Streifen wie "Schindlers Liste", "Der Soldat James Ryan" oder "München" nicht aus der Fasson bringen. Er könne damit leben, dass seine Fantasiegebilde der Marke "E.T.", "Indiana Jones" oder "Jurassic Park" manchen Menschen anscheinend stärker im Gedächtnis haften bleiben, erwiderte Spielberg nonchalant die Frage. Und man solle sich keine Sorgen machen: Mit "The BFG" komme schon bald sein nächstes Fantasy-Werk in die Kinos.

Die "deutsche Sektion"

"Bridge of Spies" indes ist eine Mischung aus historischem Drama und Thriller, die auf wahre Begebenheiten Bezug nimmt. Im Mittelpunkt steht der von Hanks verkörperte Anwalt James Donovan, der inmitten des Kalten Krieges einen Austausch von Spitzeln zwischen den USA und der Sowjetunion vermittelt. Über die Bühne gehen soll das Prozedere auf der Glienicker Brücke, die seinerzeit das Staatsgebiet der DDR von West-Berlin trennte. Mehr sei über die Handlung des Films, der am 26. November in die Kinos kommt, noch nicht verraten. Nur so viel: Am Drehbuch wirkten mit Ethan und Joel Coen zwei Meister ihres Fachs mit, die dafür sorgten, dass auch der Humor in dem Streifen nicht zu kurz kommt.

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Bloß nicht an "Wetten, dass..?" denken, Herr Hanks.

(Foto: Twitter / Twentieth Century Fox)

Apropos Humor: Den bewies Hanks auch, als Maischberger in den auf ihren Stühlen bunt verteilten Journalisten eine "deutsche Sektion" ausgemacht haben wollte. "Ah, die deutsche Sektion", scherzte der Schauspieler. Vielleicht solle man sie mit einer Mauer vom Rest abtrennen. Umso größer waren die Lacher, als sich im vermeintlich deutschen Block just ein Pressevertreter aus Israel zu Wort meldete. Seine Frage, wie die Filmemacher auf dem Podium denn zum Thema Spionage im Fall Edward Snowden stünden - ein Held oder ein Verräter -, wollte Spielberg aber lieber nicht beantworten: "Das fasse ich nicht an", erklärte er schmunzelnd. "Oh, super", meinte derweil Hanks sarkastisch, als der Kelch an ihn weitergereicht wurde, um sich aber dann doch nicht um eine Antwort zu drücken: "Ich glaube, Google weiß mehr über mich als die nationalen Sicherheitsbehörden." Letztlich habe Snowden doch nur gesagt, was wirklich abgeht.

"Folgen Sie Ihrem Herzen!"

Abgegangen ist der Schauspieler schließlich auch mal wieder, als ihm die unvermeidliche "Wetten, dass..?"-Frage gestellt wurde. Dabei fing es erst mal harmlos mit seinen Erfahrungen in Deutschland an - schließlich hat er mit Filmen wie "Cloud Atlas" oder "Ein Hologramm für den König" von Tom Tykwer in jüngster Zeit häufig hierzulande zu tun gehabt. Ja, beinahe eine zweite Heimat sei Deutschland für ihn geworden. Berlin sei eine beeindruckende Stadt - zumal er inzwischen die Hinterausgänge sämtlicher Hotels und Restaurants kenne, die er aber natürlich nicht verraten werde. Und "Wetten, dass..?"? Nun ja, wenn er eins an Deutschland nicht vermisse, dann diese Show, flachste der Schauspieler unter dem Johlen der Zuhörer. Er wisse, die Sendung sei "etwa 800 Jahre" lang sehr erfolgreich gewesen. Und es tue ihm leid, falls er zu ihrem Ende beigetragen habe. Aber er sei sich sicher, dass die viereinhalb Stunden an "Unterhaltung", die die Show gebracht habe, nun von anderen fantastischen Formaten gefüllt würden, so Hanks mit reichlich Süffisanz.

Bevor sich die heitere Runde auflöste, wurde es dann aber doch noch einmal ernst. Derzeit würden in Europa ja wieder neue Mauern entstehen, bemerkte ein Fragensteller mit Blick auf das Thema Flüchtlinge. Ob Spielberg denn in dieser Hinsicht eine Botschaft habe, schob er hinterher. Das Wort "Botschaft" sei vielleicht etwas zu hoch gegriffen, erklärte der Regisseur. Aber er sei sich sicher, dass die Welt eine bessere wäre, wenn die Menschen fähig wären, mit Empathie auf die Probleme rund um den Globus zu reagieren. "Seien Sie umsichtig! Seien Sie empathisch! Folgen Sie Ihrem Herzen!", so die Hollywood-Legende. Na, wenn das mal nicht doch eine Botschaft war.

Quelle: ntv.de