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Prinzen würdigen ihren Großvater Harry über Philip: "Der Meister des Barbecue"

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Sein Großvater sei ein Mann der Pflicht, der Ehre und des großen Humors gewesen, sagte Harry.

(Foto: imago/PPE)

Der Tod von Prinz Philip bringt Prinz Harry und die übrigen britischen Royals wieder zusammen. Im Vorfeld der Beerdigung drücken er und Prinz William nun öffentlich ihre Trauer aus. Dabei wird deutlich, wie nah beide Brüder ihrem Großvater standen.

Mit emotionalen und persönlichen Worten haben die britischen Prinzen Harry und William ihren kürzlich gestorbenen Großvater Prinz Philip gewürdigt. "Er wird als am längsten regierender Prinzgemahl in Erinnerung bleiben, als ausgezeichneter Soldat, ein Prinz und ein Herzog", sagte Harry in einer neuen Stellungnahme. "Aber für mich war er (...) mein Opa: Meister des Barbecue, eine Scherz-Legende und frech bis zum Ende." Sein Großvater sei ein Mann der Pflicht, der Ehre und des großen Humors gewesen, sagte Harry.

Der Enkel von Königin Elizabeth II. hatte vor rund einem Jahr seinen royalen Pflichten entsagt und war mit seiner Ehefrau Herzogin Meghan und dem gemeinsamen kleinen Sohn Archie nach Kalifornien gezogen. Der 36-Jährige wird an der Beerdigung von Prinz Philip am kommenden Samstag teilnehmen und ist bereits in Großbritannien eingetroffen.

Philip sei ein Fels für die Queen gewesen, sagte Harry. "Er war immer er selbst, mit einem ernsthaft scharfen Verstand, und konnte aufgrund seines Charmes die Aufmerksamkeit jedes Raumes auf sich ziehen - auch, weil man nie wusste, was er als nächstes sagen würde." Der Prinz betonte, er könne noch viel mehr über seinen Großvater sagen. "Aber ich weiß, dass er jetzt, ein Bier haltend, uns allen sagen würde: "Ach, macht mal weiter."

Auch Prinz William würdigte seinen Großvater als "außergewöhnlichen Menschen" und sicherte der Queen seine Unterstützung zu. "Ich werde meinen Großvater vermissen", schrieb der Herzog von Cambridge in einem auf Twitter veröffentlichen Statement. "Aber ich weiß, dass er wollen würde, dass wir weitermachen mit der Arbeit."

Seine Ehefrau, Herzogin Kate, und er würden die britische Königin Elizabeth II. weiterhin unterstützen in den kommenden Jahren. Er sei dankbar, den im Alter von 99 Jahren gestorbenen Herzog von Edinburgh bis ins Erwachsenenalter an seiner Seite gehabt zu haben, schrieb William weiter. Auch die Erfahrungen, die seine Kinder mit ihrem Urgroßvater hätten erleben dürfen, werde er niemals für selbstverständlich halten. Neben dem Statement veröffentlichten Kate und William ein Foto ihres Sohnes George mit Prinz Philip auf einer Kutsche.

Harry muss bis zur Beerdigung in Quarantäne

Ob die Royals Prinz Harrys Besuch für eine Aussöhnung nutzen werden, wie britische Medien spekulierten, ist unklar. Es ist das erste Mal, dass der Enkel von Queen Elizabeth II. nach London zurückkehrt, seit er mit Ehefrau Meghan der Krone im vergangenen Jahr den Rücken kehrte. Doch selbst für Royals ist Reisen in Corona-Zeiten keine unkomplizierte Angelegenheit: Statt Wiedersehen mit seiner Familie zu feiern und Gelegenheit für persönliche Aussprachen zu haben, verbringt Harry die ersten Tage in seinem Heimatland nach langer Zeit abgeschottet in Quarantäne im Frogmore Cottage, wo er vor seinem Auszug mit Meghan gewohnt hatte.

Die eigentlich vorgeschriebenen zehn Tage Isolation bleiben nicht mehr bis zur Trauerfeier - doch die Beerdigung eines engen Familienmitglieds gilt als legitime Ausnahme, um diese vorübergehend zu verlassen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich am fünften Tag mit einem negativen Test aus der Quarantäne zu befreien.

Die plötzliche Rückkehr des verlorenen Sohnes verläuft also anders als von vielen erwartet. Trotzdem könnte sie einen Schritt zur Überbrückung der Gräben darstellen, die seit dem "Megxit" entstanden sind. Diese hatten sich zuletzt noch deutlich vertieft, als das Paar der Königsfamilie in einem viel beachteten Fernsehinterview Rassismus und mangelnde Unterstützung vorwarf - was Harrys Bruder Prinz William scharf zurückwies.

Hoffen auf Versöhnung

Der ehemalige britische Premierminister John Major äußerte die Hoffnung, dass es zu einer Aussöhnung zwischen Harry und William kommen könnte. Die "geteilte Trauer derzeit über den Tod ihres Großvaters ist in meinen Augen die ideale Gelegenheit", sagte Major am Sonntag der BBC. Meghan, die wegen der Rassismusvorwürfe besonders im Fokus des royalen Streits steht, hat diese Gelegenheit vorerst nicht. Auf ärztlichen Rat hin ist die schwangere 39-Jährige in den USA geblieben. Wie lange Harry in Großbritannien bleiben würde, war zunächst nicht bekannt.

Die Trauerfeier für Prinz Philip findet am Samstag in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor statt. Sie wird live im Fernsehen übertragen - in Deutschland von RTL. Der Gottesdienst soll um 16.00 Uhr mit einer landesweiten Schweigeminute beginnen. Wegen der Corona-Regeln sind nur 30 Trauergäste erlaubt. Premierminister Boris Johnson sagte seine Teilnahme ab, um Familienmitgliedern den Vortritt zu lassen.

Quelle: ntv.de, hek/dpa

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