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"Das sind alles Lügen" Johnny Depp eröffnet Rosenkrieg vor Gericht

Es ist ein erster Showdown in einer ganz großen Schlammschlacht: In London treffen sich Johnny Depp und Amber Heard zu einem Verleumdungsprozess vor Gericht. Depp will den Vorwurf, seine Ex-Frau misshandelt zu haben, nicht auf sich sitzen lassen. Auch in den USA läuft ein Verfahren.

Unter großem Medieninteresse hat in London der Verleumdungsprozess von Hollywood-Star Johnny Depp gegen die britische Zeitung "The Sun" und ihren Verlag NGN begonnen. Depp hatte die Zeitung wegen eines Artikels aus dem Jahr 2018 verklagt, in dem es hieß, er habe seine Ex-Frau Amber Heard geschlagen.

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Amber Heard (M.) kam auch in Begleitung ihrer Schwester (l.).

(Foto: dpa)

Sowohl Depp als auch Heard nahmen am ersten Prozesstag persönlich teil. Sie betraten getrennt voneinander das Gerichtsgebäude. Der 57-Jährige trug dabei einen dunkelblauen Anzug, eine Sonnenbrille und ein schwarzes Tuch mit weißen Aufdrucken als Mundschutz. Heard dagegen verwendete ein großes rotes Tuch mit weißen Punkten als Gesichtsmaske. Ansonsten war sie ganz in Schwarz gekleidet mit einem schlichten Oberteil und einem über die Knie reichenden Rock. Sie wurde von ihren Anwälten und ihrer Schwester zu dem Prozess begleitet.

Paradis und Ryder sagen aus

Die Zeitung weist die Verleumdungsvorwürfe zurück und beruft sich auf eine Reihe von Äußerungen Heards. Dagegen beschuldigt Depp seine 34-jährige Ex-Frau, der "aggressive Teil" in ihrer konfliktreichen Beziehung gewesen zu sein.

Depp sei "kein Frauenschläger und ist das auch nie gewesen", erklärten die Anwälte des Hollywood-Stars dementsprechend am ersten Prozesstag im Gericht. "Das sind alles Lügen", sagten sie mit Blick auf die von Heard erhobenen Vorwürfe. "Sie war es, die ihm gegenüber gewalttätig war", fügte Anwalt David Sherborne hinzu.

Stellungnahme von Depp

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Depp nahm den Mundschutz für einen Moment auch ab.

(Foto: REUTERS)

Auch Depp selbst gab zunächst eine schriftliche Stellungnahme ab. Demnach habe ihn seine Ex-Frau mehrfach ins Gesicht geschlagen. Einmal sei ihm ein Finger abgetrennt worden, als sie mit einer Wodka-Flasche nach ihm geworfen habe. Auf einem Flug habe sie ihn als "Waschlappen" und "Mann ohne Rückgrat" beschimpft und geschlagen. "Ich habe mir ein Kissen geschnappt und mich im Badezimmer eingeschlossen, wo ich während des Fluges schlief", so der Schauspieler.

Zugleich betonte Depp im Gericht, er sei kein "Monster". Auf Nachfragen räumte er ein, in den vergangenen Jahren unter anderem LSD und Kokain konsumiert zu haben.

Der Prozess sollte ursprünglich im März beginnen, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben. Während des Verfahrens sollen auch Depps ehemalige Partnerinnen Vanessa Paradis und Winona Ryder per Videoschaltung aussagen. Beide haben den "Fluch der Karibik"-Star in der Vergangenheit bereits gegen Heards Vorwürfe verteidigt. Die Dauer des Verfahrens ist auf rund drei Wochen angesetzt.

Trennung nach 15 Monaten Ehe

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In den USA hat Depp noch ein separates Verleumdungsverfahren gegen Heard angestrengt. Dort klagt er jedoch direkt gegen seine Ex-Frau. Sie hatte in einem Artikel der "Washington Post" über Gewalterfahrungen gesprochen, jedoch ohne Depp dabei direkt beim Namen zu nennen.

Depp und Heard hatten sich 2011 während der Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt und 2015 geheiratet. 2016 trennten sie sich nach gerade mal 15 Monaten Ehe wieder. Nach einem von einer Schlammschlacht begleiteten Scheidungsverfahren einigten sie sich 2017 außergerichtlich. Depp willigte in die Zahlung von sieben Millionen Dollar (6,2 Millionen Euro) ein, dafür ließ Heard eine Anzeige gegen ihn wegen häuslicher Gewalt fallen. Später spendete sie das Geld.

Quelle: ntv.de, vpr/AFP/dpa