Miese UmfragewerteMeghan steht vor schwieriger Rückkehr nach Großbritannien

In der britischen Bevölkerung genießt Meghan kein hohes Ansehen. Hinzu kommt die britische Boulevardpresse, die nicht gerade für ihr Taktgefühl bekannt ist. Warum kehren Prinz Harry und seine Frau zurück? Das könnte auch mit einer Netflix-Serie zu tun haben.
Für viele Briten war es die Nachricht der Woche: Sechseinhalb Jahre nach ihrem Wegzug im offenen Streit mit dem Königshaus kehren Prinz Harry und seine Frau Meghan nach Großbritannien zurück. Doch während Harry im Rahmen seiner wohltätigen Arbeit und wegen seiner Familie stets eine Verbindung in sein Heimatland aufrechterhalten hat, steht der US-Schauspielerin Meghan eine schwierige Rückkehr über den Atlantik bevor. Ihre niedrigen Beliebtheitswerte und die Distanz zum sonnigen Kalifornien, wo sie sich offensichtlich wohler fühlt, dürften ihr Ankommen erschweren.
In einer Reihe von aufsehenerregenden Interviews und Dokumentarserien hat Meghan immer wieder betont, wie schwer es ihr gefallen sei, sich in der königlichen Familie aufgenommen zu fühlen. In einem Interview mit US-Talkshowgröße Oprah Winfrey im März 2021 erhoben Harry und Meghan zudem öffentlich Rassismusvorwürfe gegen das britische Königshaus.
Und dann ist da noch die nicht gerade für ihr Taktgefühl bekannte britische Boulevardpresse, gegen die das Paar mehrere Prozesse angestrengt hat. In einer Aussage vor Gericht hatte Harry vor wenigen Wochen beklagt, die Berichterstattung über seine Frau habe dieser das Leben "zur Hölle" gemacht. Die US-Schauspielerin wird von der britischen Presse seit langem als schwierig und kapriziös beschrieben, ihre Projekte werden regelmäßig verspottet. "Egal, wie sehr ich mich bemühte, sie fanden immer einen Weg, mich zu zerstören", sagte Meghan in einer Netflix-Dokumentation des Paares.
Auch in der britischen Bevölkerung genießt Meghan kein hohes Ansehen: Einer Ende Juli veröffentlichten Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov zufolge haben 65 Prozent der Briten eine negative Meinung zu der 45-Jährigen. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, "wie sie sich wieder an das Leben im Vereinigten Königreich anpassen wird", sagt der Historiker und Royal-Experte Ed Owens.
Warum also diese Rückkehr? Britischen Medienberichten zufolge hat der Schritt für Meghan womöglich auch berufliche Gründe: Die Schauspielerin ist demnach für eine Rolle in der in Großbritannien gedrehten Netflix-Serie "The Gentlemen" im Gespräch. Seit dem Ende ihres Netflix-Deals für die Lifestyle- und Kochsendung "With Love, Meghan" hatte die 45-Jährige lediglich eine kleine Gastrolle in einem noch unveröffentlichten Film.
Abgesehen davon gehen Beobachter davon aus, dass Meghan sich vor allem auf ihre Kinder, den siebenjährigen Archie und die fünfjährige Lilibet, konzentrieren dürfte und Harry in seiner Rolle als Schirmherr wohltätiger Organisationen unterstützen wird. In früheren Interviews hatte sie geschildert, wie gern sie ihre Kinder täglich zur Schule bringe. Die beiden sind bereits zum Schulbeginn Anfang September an einer britischen Schule angemeldet, auch ein neues Zuhause soll sich das Paar bereits ausgesucht haben.
Seit ihrem Wegzug reiste Meghan nur bei seltenen Gelegenheiten nach Großbritannien, etwa zur Beerdigung der verstorbenen Königin Elizabeth II. im Jahr 2022. Im vergangenen Monat machte sie mit Harry und den beiden Kindern eine Kurzvisite in Großbritannien, bei der die Familie König Charles III. und Königin Camilla traf. Der Besuch wurde weithin als Zeichen gewertet, dass sich die Beziehungen entspannen könnten.
Dennoch berge Meghans Rückkehr die Gefahr, "die Konflikte und Probleme wieder in den Mittelpunkt zu rücken, die ursprünglich zu ihrem Weggang geführt haben", sagt die Medienexpertin Nathalie Weidhase von der Universität Surrey. Hinzu kommen anhaltende familiäre Spannungen, die durch Harrys 2023 veröffentlichte Memoiren "Reserve" verschärft wurden.
Royal-Experte Owens geht jedoch davon aus, dass die Familie "nicht zurückkehrt, um erneut gegen die erweiterte königliche Familie in den Kampf zu ziehen". Meghan und Harry gehe es um etwas anderes: "Sie wollen Stabilität für ihre Familie, Stabilität für ihre Kinder."