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"Es war unglaublich schmerzhaft" Nun heißt es abwarten für Depp und Heard

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Werden sich vermutlich erst zur Urteilsverkündung im September wiedersehen: Amber Heard und Johnny Depp.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Die Schlammschlacht zwischen Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard ist offiziell beendet - zumindest in London. Denn wenn in wenigen Wochen das Urteil verkündet wird, wartet auch schon die nächste Millionen-Verleumdungsklage in den USA.

Seit dem 7. Juli ging es vor dem Obersten Gericht in London hoch her. Das ehemalige Schauspieler-Ehepaar Johnny Depp und Amber Heard hat eine regelrechte Schlammschlacht veranstaltet - obwohl sie sich in dem Prozess in Großbritannien nicht einmal gegenseitig verklagen. Depp klagt gegen den Verlag der Boulevardzeitung "The Sun". Konkret geht es um einen Artikel aus dem Jahr 2018. Darin wurde behauptet, dass der Schauspieler ein "Ehefrauenschläger" sei. Depp bestreitet das. Nach 16 Prozesstagen ist nun Schluss. Es heißt: Warten auf das Urteil - und das könnte einige Wochen dauern.

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Am 16. und letzten Prozesstag versammelten sich etliche Fans vor dem High Court in London. Manche hatten Schilder dabei, wie bei einem Musikkonzert, auf einigen von ihnen stand "Justice for Johnny" ("Gerechtigkeit für Johnny"). Einige hatten sich sogar als Jack Sparrow verkleidet - Depps Rolle in "Fluch der Karibik". Depp erschien im grauen Anzug mit schwarzem Hemd und schwarzer Krawatte, Heard im schwarzen Blusenkleid mit langen Ärmeln. Beide winkten den wartenden Fans zu. Heard wurde von vielen Depp-Fans ausgebuht.

Im Abschlussplädoyer von Depps Seite bezeichnete seine Anwältin Ex-Frau Heard am Dienstag als "völlig unzuverlässige Zeugin" und eine "zwanghafte Lügnerin". Tags zuvor behauptete die Gegenseite, dass eine "tiefe Frauenfeindlichkeit" die Wurzel der Wut des Schauspielers sei. Obwohl die britische "The Sun" verklagt wird, artete der Prozess zur privaten Schlammschlacht zwischen den Ex-Eheleuten aus. Weder Depp noch Heard hielten sich mit ihren Anschuldigungen zurück.

Das "Monster" gegen die "Goldgräberin"

Die Schauspieler gewährten verstörende Einblicke in ihre toxische Beziehung. Immer wieder kamen Gewaltvorwürfe auf den Tisch, und zwar von beiden Seiten. Depps ausschweifende Alkohol- und Drogensucht war allgegenwärtig und er stritt sie nicht ab. Es war die Rede von einer abgetrennten Fingerkuppe, Fäkalien im Bett, zertrümmerten Zimmern und dem Werfen von Flaschen. Der 57-Jährige sei "ein Monster" mit zwei Gesichtern, Heard eine "Goldgräberin". Er wirft ihr etwa vor, sie wollte durch ihn nur berühmt werden, sie behauptet, sie fürchtete um ihr Leben.

Der Richter muss sich nun durch die teils skurrilen Vorwürfe arbeiten, um eine Entscheidung zu treffen. Britischen Medienberichten zufolge könne dies einige Wochen dauern. Es sei wohl erst im September mit einem Urteil zu rechnen. Dann beginnt auch schon der nächste Prozess zwischen den beiden: Depp hat seine Ex-Frau wegen Diffamierung angeklagt und verlangt 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Dabei geht es um einen von Heard verfassten Artikel für die "Washington Post", in dem sie sich als Opfer häuslicher Gewalt bezeichnet. Die Klage, die auch maßgeblich vom Urteil im Londoner Prozess beeinflusst werden wird, soll im voraussichtlich Anfang 2021 vor einem US-Gericht gestellt werden.

Heard scheint zumindest erleichtert zu sein, dass der Prozess nun vorüber ist. Bei Instagram meldete sich die 34-Jährige zu Wort. Obwohl sie es nach eigener Aussage "bevorzugt" hätte, "nicht vor Gericht zu erscheinen", sei sie in dieser Angelegenheit nach Großbritannien gereist, "um als Zeugin auszusagen und das Gericht zu unterstützen". Der Prozess habe sie jedoch einige Kraft gekostet.

Als Sieger geht niemand hervor

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"Es war unglaublich schmerzhaft, den Zerfall meiner Beziehung noch einmal zu erleben, meine Beweggründe und meine Wahrheit infrage gestellt zu bekommen und die traumatischsten Details meines Lebens mit Johnny vor Gericht öffentlich zu machen und diese in der ganzen Welt zu verbreiten", schrieb Heard zu einem Bild, das sie mit ihrem Team vor dem High Court in London zeigt. Die Schauspielerin stehe zu ihren Aussagen und "vertraue jetzt auf die britische Justiz".

Johnny Depp und Amber Heard hatten sich 2011 bei den Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt. Im Jahr 2015 heiratete das Paar. Nach 15 Monaten Ehe wurde im Mai 2016 die Trennung bekannt. Es folgte eine mediale Schlammschlacht mit gegenseitigen, schwerwiegenden Vorwürfen. Anfang 2017 war die Scheidung schließlich durch, seitdem herrscht zwischen den beiden ein erbitterter Rosenkrieg. Eines scheint aber sicher: Mit dem Prozess in Großbritannien haben sich beide Seiten wohl keinen Gefallen getan. Zu welchem Urteil es auch kommen mag, als wahrer Sieger wird keiner von beiden hervorgehen.

Quelle: ntv.de, lri/spot