Mit 59 Jahren gestorbenÖsterreichischer Schauspieler Johannes Krisch ist tot

Markante Stimme, markantes Äußeres. Der österreichische Schauspieler Johannes Krisch hatte eine starke Präsenz. Nun ist er mit 59 Jahren gestorben. Zuvor hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.
Der österreichische Schauspieler Johannes Krisch ist im Alter von 59 Jahren in einem Wiener Spital gestorben. Das teilte das Theater in der Josefstadt mit. Seine Agentin Daniela Fruhmann erklärte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Johannes hat einen langen Kampf gegen den Krebs geführt. Das letzte halbe Jahr war für ihn sehr schwierig, er musste sich eine Auszeit nehmen." Krisch sei aber ein "Kämpfer" gewesen, der sich "trotz dieser schrecklichen Krankheit nie aufgegeben" habe. An welchem Krebs er litt, ist nicht öffentlich bekannt. Johannes Krisch war einer der besonders einprägsamen Charakterdarsteller des Landes. Er spielte auf der Bühne, im Film und Fernsehen zahlreiche Rollen. Der Wiener war langjähriges Ensemblemitglied am Burgtheater und am Theater in der Josefstadt.
Im Fernsehen war der Mime unter anderem in David Schalkos Erfolgsserie "Braunschlag" zu sehen. Außerdem spielte er in mehreren Folgen der ARD-Krimireihe "Tatort". In Götz Spielmanns Oscar-nominiertem Filmdrama "Revanche" von 2008 brillierte Krisch in der Hauptrolle. In "Finsterwold" war er 2013 an der Seite der Oscar-nominierten deutschen Schauspielerin Sandra Hüller zu sehen. In "Aus dem Nichts" spielte er 2017 an der Seite von Hollywoodstar Diane Kruger. Für seine Deutung des Serienmörders Jack Unterweger in "Jack" erhielt er 2016 den Österreichischen Filmpreis als bester Hauptdarsteller. Im Film "Märzengrund" von Adrian Goigingers übernahm Krisch 2022 die Rolle des Aussteigers Elias.
Im Theater in der Josefstadt stand er unter anderem in "Der Bockerer" als starrsinniger Metzger, der sich nicht mit den Nazis arrangiert, auf der Bühne. Der ehemalige Direktor des Theaters in der Josefstadt, Herbert Föttinger, würdigte Krisch als "einen der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation".
2023 wurde Krisch noch einmal Vater
"Johannes Krisch besaß die seltene Gabe, Figuren nicht zu spielen, sondern sie im Augenblick zu erleben - und das Publikum daran teilhaben zu lassen", so Föttinger. Krisch habe mit seiner Intensität, seiner Wahrhaftigkeit und seiner tiefen Menschlichkeit sein Publikum berührt. Auf die Frage, wie er sich auf seine Bühnenauftritte vorbereite, antwortete der Verstorbene einmal: "Ich spuck' dreimal auf den Bühnenboden und klopf' auf Holz."
2012 stürzte er bei einer Premiere in Berlin knapp zwei Meter in die Tiefe und zog sich dabei eine Wirbelverletzung sowie einen Riss im Zwerchfell zu. 2023 musste er sowohl seine Hauptrolle in der Uraufführung von Peter Turrinis "Es muss geschieden sein" als auch die Intendanz bei den Raimundspielen Gutenstein abgeben. "Meinen gesundheitlichen Problemen musste ich mich stellen, denn mein Körper ist ja mein Instrument. Ohne ihn geht es nicht", hatte er 2024 im Interview mit "Die Presse" erklärt.
Krisch hinterlässt fünf Kinder aus zwei Ehen, zuletzt war er mit der Schauspielerin Larissa Fuchs verheiratet. Im Januar 2023 waren Krisch und Fuchs Eltern seines jüngsten Sohnes Valentin geworden.