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Von Johnson bis Steinmeier Offizielle nehmen Abschied von Prinz Philip

Am Morgen stirbt Prinz Philip im Alter von 99 Jahren. Trotz seines hohen Alters sind Menschen weltweit bestürzt über diese Nachricht. Während sich die königliche Familie bislang noch nicht näher zu seinem Tod geäußert hat, nehmen Politiker und Monarchen anderer Länder Abschied.

Im Alter von 99 Jahren ist Prinz Philip am Morgen auf Schloss Windsor friedlich gestorben. Mit der königlichen Familie - allen voran seiner Ehefrau Queen Elizabeth, mit der er 74 Jahre lang verheiratet war - trauern Menschen weltweit um den Prinzgemahl. Darunter sind auch zahlreiche Politiker und Monarchen anderer Länder.

Der britische Premierminister Boris Johnson würdigte sein "außergewöhnliches Leben und Wirken". Der Herzog von Edinburgh habe "die Zuneigung von Generationen" in Großbritannien, im Commonwealth und der ganzen Welt gewonnen, erklärte der britische Regierungschef vor seinem Amtssitz in der Downing Street in London. Er bezeichnete ihn zudem als wichtigen Lenker des britischen Königshauses und der Monarchie. Auch dank ihm sei das Königshaus "eine Institution, die unbestreitbar bedeutsam für das Gleichgewicht und das Glück unseres nationalen Lebens bleibt".

Prinz Philip sei seiner Zeit weit voraus gewesen, beispielsweise in seinem Engagement für die Umwelt, so der konservative Politiker weiter. Vor allem hob Johnson die Rolle des Herzogs von Edinburgh als Wegbegleiter der 94 Jahre alten Queen hervor. Er sei "nicht nur als Gemahl an ihrer Seite an jedem Tag ihrer Regentschaft, sondern als Ehemann mehr als 70 Jahre lang ihre Stärke und Stütze" gewesen, so Johnson.

"Australier senden ihre Liebe"

Auch der australische Premierminister Scott Morrison drückte der britischen Königin Elizabeth II. und dem gesamten Königshaus sein Beileid zum Tod von Prinz Philip aus. "Fast 80 Jahre lang hat Prinz Philip der Krone, seinem Land und dem Commonwealth gedient", hieß es in einer längeren Mitteilung. Der Verstorbene habe eine Generation verkörpert, "die es so nicht mehr geben wird".

Morrison erinnerte daran, dass der Herzog von Edinburgh Australien mehr als 20 Mal besucht habe. Königin Elizabeth ist das Staatsoberhaupt des Landes. "Die Australier senden ihre Liebe und ihr tief empfundenes Beileid", hieß es weiter. Die Flaggen im Land würden auf halbmast gesetzt, so Morrison.

Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern übermittelte ebenfalls das Beileid des Pazifikstaats. "Unsere Gedanken sind bei Ihrer Majestät der Königin in dieser zutiefst traurigen Zeit", hieß es in einer Mitteilung. "Im Namen des neuseeländischen Volkes und der Regierung möchte ich Ihrer Majestät und der gesamten königlichen Familie mein aufrichtiges Beileid aussprechen." Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt Neuseelands.

Ardern erinnerte auch an die "enorme Unterstützung", die der Herzog von Edinburgh der Königin stets gegeben habe. Prinz Philip habe seine Frau bei allen zehn Besuchen in Neuseeland begleitet, der erste Besuch war demnach im Jahr 1953, der letzte im Jahr 2002. Die Flaggen an allen Regierungsgebäuden und auf Marineschiffen würden auf halbmast gesetzt, erklärte die Regierung.

"Tief empfundene Anteilnahme"

Bundesaußenminister Heiko Maas kondolierte bei Twitter. "Wir sind zutiefst traurig über den Verlust Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip. Unsere Gedanken und Gebete sind bei der königlichen Familie, den Menschen im Commonwealth und allen, die ihn sehr liebten. Er lebte ein langes Leben im Dienst seines Landes", schrieb er auf Englisch.

Im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel twitterte Ulrike Demmer, die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung: "Der Tod von Prinz Philip erfüllt mich mit großer Trauer. Seine Freundschaft zu Deutschland, seine Geradlinigkeit und sein Pflichtbewusstsein bleiben unvergessen. Unser aller Gedanken sind bei Ihrer Majestät Königin Elizabeth und der königlichen Familie."

"Wir Deutsche trauern um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung unserer Nationen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geleistet hat", so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin. "Als Angehöriger der Royal Navy kämpfte Prinz Philip für die Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Terror. Sein Einsatz für Demokratie und Freiheit wird uns in Erinnerung bleiben." Er selber habe Philips "scharfsinnigen Humor" bei Begegnungen in London und Berlin "persönlich mit großem Vergnügen" erleben dürfen.

Steinmeier kondolierte zudem der Familie. "Mit tiefer Trauer habe ich die Nachricht vom Tod Ihres Gemahls vernommen. Ich möchte Ihnen, der Königlichen Familie und Ihrem Volk auch im Namen meiner Landsleute meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Prinz Philip war in Deutschland beliebt und hochgeschätzt. Prinz Philip war Ihnen, Ihrer Familie und dem britischen Volk eine Stütze in schwierigen und in guten Zeiten. Mit Haltung, Charme und Witz hat er die Hochachtung und Liebe der Bevölkerung Ihres Königreiches gewonnen."

Und auch der deutsche Botschafter in London, Andreas Michaelis, drückte seine Trauer bei Twitter aus. "Es ist ein großes Privileg, dass er uns bei so vielen Gelegenheiten in Deutschland besucht und uns geholfen hat, eine sehr enge Partnerschaft zwischen Großbritannien und Deutschland aufzubauen", schrieb er. Der Ehemann von Königin Elizabeth II. werde "schmerzlich vermisst" werden. Seine Gedanken seien bei der Queen und ihrer Familie, so der Botschafter.

Die Flagge an der britischen Botschaft in Berlin ist anlässlich des Todes von Prinz Philip auf halbmast gesetzt worden. Auch an der Residenz der britischen Botschafterin Jill Gallard in Grunewald sowie an den Konsulaten in Düsseldorf und München sei das veranlasst worden, teilte Botschaftssprecherin Amelie Heinrichsdorff mit. Zudem sei vor dem königlichen Wappen an der Botschaftsfassade an der Wilhelmstraße eine Absperrung eingerichtet worden, damit etwa Blumen und Kerzen abgelegt werden können. Ein digitales Kondolenzbuch werde es ebenfalls geben.

"Beileid dem britischen Volk"

Das norwegische Königshaus sprach Königin Elizabeth II. und ihren Angehörigen sein Beileid aus. Die Familie des 84-jährigen Königs Harald habe die Botschaft mit großer Trauer erhalten, teilte der Osloer Hof mit. Man sei in Gedanken bei der Königin und Ihrer Familie, erklärte Harald. "Unser Beileid gilt auch dem britischen Volk." Wie aus einer Mitteilung des Königshauses hervorging, sollen die Flaggen am Schlossbalkon in Oslo sowohl heute als auch am Tag der Beerdigung auf halbmast gesetzt werden.

"Mit großem Respekt gedenken wir seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip", erklärten der niederländische König Willem-Alexander, seine Frau Máxima sowie die Mutter des Königs, Prinzessin Beatrix, in Den Haag. Er habe sein langes Leben in den Dienst des britischen Volkes gestellt, würdigte die Oranje-Familie. "Seine lebendige Persönlichkeit machte einen unauslöschlichen Eindruck."

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin schrieb bei Twitter: "Mein tiefstes Beileid und meine aufrichtige Anteilnahme der Königin Elizabeth II., dem Prinzen von Wales, der Königlichen Familie und dem britischen Volk." Und weiter: "Möge seine Erinnerung ein Segen sein." Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu kondolierte. "Prinz Philip war der vollendete Staatsdiener und wird in Israel und auf der ganzen Welt sehr vermisst werden."

Der Prinzgemahl habe im Laufe seines Lebens erlebt, wie sich die Welt dramatisch verändert habe, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme von US-Präsident Joe Biden. Prinz Philip habe sein Leben den Menschen im Vereinigten Königreich gewidmet. Sein Erbe werde nicht nur durch seine Familie weiterleben, sondern auch durch die vielen wohltätigen Zwecke, für die er sich eingesetzt habe. Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sprach der Königlichen Familie das Beileid des US-Kongresses aus. Das Leben von Prinz Philip habe sich durch dessen hingebungsvollen Dienst ausgezeichnet, schrieb Pelosi in einem Tweet.

Quelle: ntv.de, nan/dpa/AFP

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