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Spektakulärer Rechtsstreit Olivia de Havilland zieht vor Gericht

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Die letzte Überlebende aus der Originalbesetzung von "Gone with the Wind": Die zweifache Oscar-Preisträgerin Olivia de Havilland, hier 2016 bei einem Interview in Paris.

(Foto: picture alliance / Thibault Camu)

Ein US-Sender zieht den Zorn einer hochbetagten Hollywood-Legende auf sich: In Los Angeles leitet Olivia de Havilland, bekannt aus "Vom Winde verweht", eine Aufsehen erregende Klage ein - einen Tag vor ihrem 101. Geburtstag.

Ihr hohes Alter stimmt die "Grande Dame" aus den Goldenen Tagen des US-Kinos keineswegs milde: US-Leinwandstar Olivia de Havilland legt sich unmittelbar vor ihrem 101. Geburtstag mit einem TV-Sender an. Die Schauspielerin, die Kinofans vor allem für ihre Rolle als Melanie Hamilton im Südstaatenepos "Vom Winde verweht" von 1939 bekannt sein dürfte, hat vor dem Wochenende in Los Angeles mit einer Schadenersatzklage gegen die Macher einer zweifelhaften TV-Serie einen spektakulären Rechtsstreit eröffnet.

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"Gone with the Wind": In dem Filmklassiker von 1939 spielt De Havilland an der Seite von Clark Gable (l.) und Vivien Leigh (r.). Gable starb 1960. Leigh sieben Jahre später.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die zweifache Oscar-Preisträgerin, geboren am 1. Juli 1916, wirft dem US-Sender FX und Regisseur Ryan Murphy vor, ihre Person unerlaubterweise und zudem fälschlich porträtiert zu haben. Der Kinolegende geht es offenbar um eine wahrheitsgemäße Darstellung. De Havilland pocht unter anderem auf Schadenersatz und auf ein Verbot, ihr Abbild zu benutzen.

Klatsch und Lügen frei erfunden?

Stein des Anstoßes ist die TV-Serie "Feud". Sie dreht sich um die langjährige Rivalität der beiden Hollywood-Diven Joan Crawford, dargestellt von Jessica Lange, und Bette Davis, gespielt von Susan Sarandon. De Havilland wird in der Serie von Catherine Zeta-Jones dargestellt. Die im Stil einer Pseudo-Dokumentation gedrehte achtteilige TV-Serie lief in den USA im März und April.

In der Klageschrift, die unter anderem vom Filmblatt "Variety" veröffentlicht wurde, heißt es, de Havilland sei immer um Integrität und Würde bemüht gewesen. Klatsch und Lügen habe sie abgelehnt. In der Serie jedoch würden ihr in einem erfundenen Interview falsche Aussagen in den Mund gelegt. Ihr guter Ruf werde dadurch geschädigt.

Catherine Zeta-Jones als de Havilland

Der Filmstar beklagt auch, dass Zeta-Jones in der Rolle von de Havilland in einer Episode abfällig über ihre Schwester und Schauspielkollegin Joan Fontaine spricht. De Havilland macht in der Klage geltend, sie habe ihre jüngere Schwester nie schlecht gemacht. Fontaine war 2013 mit 96 Jahren gestorben.

Die Leinwandlegenden Crawford und Davis, um die sich die Serie dreht, standen 1962 zusammen für den Film "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" vor der Kamera. Die spektakuläre Dauerfehde der beiden ging in die Filmgeschichte ein. Joan Crawford starb 1977, Bette Davis 1989.

De Havilland, die seit langem in Paris lebt, war mit Davis eng befreundet. Sie drehten vier Filme zusammen, darunter den Psychothriller "Wiegenlied für eine Leiche" von 1964. Schlagzeilen machte de Havilland Anfang der 1940er Jahre auch mit einem juristischen Feldzug gegen die Macht der Filmstudios. Sie prozessierte damals erfolgreich gegen Warner Bros., um sich aus einem langjährigen Vertrag mit dem Studio zu befreien.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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