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Wegen Sex-Vorwürfen Opern sagen Auftritte von Domingo ab

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Placido Domingo ist sich keiner Schuld bewusst.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Neun Frauen beschuldigen Placido Domingo, sie sexuell genötigt zu haben. Mehrere Opernhäuser reagieren nun auf die Vorwürfe und sagen Auftritte des 78-Jährigen ab. Nur in Salzburg hält man noch zu dem Opernstar.

Placido Domingo ist durch Belästigungsvorwürfe ins Kreuzfeuer geraten. Der Opernstar soll über Jahrzehnte Frauen sexuell bedrängt und beruflich bestraft haben, wenn sie seine Annäherungsversuche zurückwiesen.

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Die Oper in Los Angeles, deren Generaldirektor Domingo seit 2003 ist, veranlasste daraufhin eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe von insgesamt neun Frauen. "Wir sind entschlossen, unser Möglichstes zu tun, um eine professionelle Umgebung zu fördern, in der unsere Angestellten und Künstler sich wohlfühlen, gewertschätzt und respektiert", betonte ein Sprecher des Opernhauses.

"Menschlich unverantwortlich"

Die Metropolitan Oper in New York erklärte, sie werde das Ergebnis der Untersuchung in Los Angeles abwarten, bevor sie eine endgültige Entscheidung über die Zusammenarbeit mit Domingo treffe. Der langjährige musikalische Leiter der Met, James Levine, war vergangenes Jahr nach einer internen Untersuchung zu Missbrauchsvorwürfen zunächst suspendiert und schließlich entlassen worden.

Die Orchestervereinigung von Philadelphia zog ihre Einladung für ihr Eröffnungskonzert mit Domingo am 18. September bereits zurück. Das Orchester, sein Personal und Publikum brauche eine "respektvolle Umgebung", hieß es zur Begründung. Die Oper von San Francisco sagte Auftritte des Sängers für Anfang Oktober ab.

Die Leiterin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, sieht nach eigenen Angaben dagegen derzeit keine Veranlassung, Domingos Auftritte am 25. und 31. August zu canceln. Sie kenne Domingo seit mehr als 25 Jahren und sei von Anfang an von seinem wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitern des Festivals beeindruckt gewesen, erklärte Rabl-Stadler. Sie finde es "sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen".

"Zutiefst verstörend"

Acht Sängerinnen und eine Tänzerin werfen Domingo vor, seine Position als einer der meistgefeierten Opernsänger ausgenutzt zu haben, um sie zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Die mutmaßlichen Vorfälle reichen zurück bis in die 1980er-Jahre. Domingo selbst beteuerte seine Unschuld: "Die Vorwürfe von diesen ungenannten Individuen, die 30 Jahre zurückliegen, sind zutiefst verstörend, und so wie sie dargelegt wurden, falsch", ließ der Sänger mitteilen.

Die Frauen in dem Bericht blieben weitgehend anonym. Lediglich Patricia Wulf, die mit dem Spanier in der Washingtoner Oper gesungen hat, bekannte sich namentlich zu den Vorwürfen. Eine von ihnen sagte der Nachrichtenagentur Associated Press, der Tenor habe seine Hand unter ihren Rock geschoben, während drei andere berichteten, er habe ihnen Küsse aufgezwungen. Einige sahen ihre Karrieren dadurch geschädigt, dass sie Domingos Avancen zurückwiesen.

Der gebürtige Spanier Domingo erklärte, es sei "schmerzhaft zu hören, dass ich irgendjemanden verärgert oder ihnen Unbehagen bereitet haben könnte - egal wie lange es her sein mag und trotz meiner besten Absichten. (...) Ich glaubte, dass all meine Beziehungen immer willkommen und einvernehmlich waren", fügte der heute 78-Jährige hinzu. Er erkenne aber an, "dass die Regeln und Standards, an denen wir heute gemessen werden und das auch sollten, sich sehr von denen in der Vergangenheit unterscheiden".

Domingos Karriere als Tenor und später Bariton dauert bereits mehr ein halbes Jahrhundert. Er kommt auf mehr als 4000 Auftritte, nahm mehr als hundert Alben auf und wurde mit 14 Grammys ausgezeichnet. Weltberühmt wurde er durch seine Auftritte mit Luciano Pavarotti und José Carreras als "Die drei Tenöre".

Quelle: n-tv.de, nan/AFP

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