Verlorener ProzessPrinz Harry und weitere Kläger müssen elf Millionen Euro zahlen

Prinz Harry und sechs weitere Prominente kämpfen vor Gericht gegen mutmaßliche Bespitzelungen durch Journalisten - und scheitern. Nun bleiben die hohen Prozesskosten an ihnen hängen.
Als wäre der Umzug von Kalifornien nach Großbritannien nicht bereits teuer genug, sieht sich Prinz Harry nun auch noch mit einer weiteren finanziellen Herausforderung konfrontiert. Der Herzog von Sussex und sechs weitere prominente Mitkläger müssen bis zum 28. August um 16 Uhr eine Summe von 9,5 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 11 Millionen Euro) an den Herausgeber der britischen Zeitung "Daily Mail" gezahlt haben - auf richterliche Anordnung.
Der Prinz und seine Mitstreiter, unter anderem Sir Elton John und Schauspielerin Elizabeth Hurley, hatten den Verlag Associated Newspapers verklagt. Sie warfen dem Herausgeber der "Daily Mail", der "Mail on Sunday" und deren Online-Auftritt vor, mutmaßlich unrechtmäßige Methoden genutzt zu haben, um private Informationen zu erlangen und diese veröffentlichen zu können. So sollen etwa Privatermittler eingesetzt und Telefone abgehört worden sein. Die Vorwürfe wurden von der beklagten Seite zurückgewiesen.
Vorläufige Zahlung
Nach einem mehrwöchigen Prozess zwischen Januar und März 2026 wurde am 7. Juli das Urteil veröffentlicht. Prinz Harry und den Mitklägern sei es nicht gelungen, zweifelsfrei den Einsatz unrechtmäßiger Methoden zu belegen, daher würden sämtliche Ansprüche abgewiesen, hieß es. Schon damals berichtete der britische "Guardian", dass dem Prinzen und den anderen Klagenden nun drohen könnte, die Prozesskosten in Höhe von bis zu 50 Millionen Pfund (mehr als 58,5 Millionen Euro) tragen zu müssen.
Bei der am Freitag angeordneten Prozesskostenübernahme handelt es sich nach Angaben des Gerichts demnach auch lediglich um eine vorläufige Summe. Die Anwälte des beklagten Verlags hatten gefordert, die gescheiterten Kläger sollten einen größeren Anteil der Prozesskosten in Höhe von insgesamt 34 Millionen Pfund (45 Millionen Euro) übernehmen als üblich.