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34-Jährige macht Vorwürfe Schlug Depp Heards jüngere Schwester?

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Im Verleumdungsprozess gegen seine Ex-Frau werden Johnny Depp üble Vorwürfe gemacht. Amber Heards Zeugen berichten, wie der Hollywood-Star im Alkohol- und Drogenrausch "fast nicht wiederzuerkennen" gewesen sei - auch seiner Ex-Schwägerin gegenüber.

In dem laufenden Verleumdungsprozess, den "Fluch der Karibik"-Star Johnny Depp und Amber Heard gegeneinander führen, sind am Mittwoch Heards jüngere Schwester, mehrere Freunde und eine Stylistin der Schauspielerin in den Zeugenstand getreten. Sie sagten über Vorfälle aus, in denen Depp seiner Ex-Frau gegenüber gewalttätig worden sein soll und die bereits mehrfach in dem Prozess behandelt wurden.

Heards ehemalige beste Freundin Raquel Pennington sagte am zweiten Tag infolge in einer vorab aufgezeichneten Befragung aus, mehrfach Verletzungen an Heard gesehen zu haben. Viele der vermeintlichen Beweisfotos, die den Geschworenen in den vergangenen Wochen gezeigt wurden, habe sie selbst geschossen. Zum ersten Mal habe sie Schnittwunden an Heards Beinen und Armen gesehen, als das Ex-Paar 2015 aus Australien zurückgekehrt sei. Nach dem Thanksgiving-Fest im gleichen Jahr habe Heard ein Haarbüschel gefehlt und ihre Kopfhaut sei blutig gewesen. Außerdem habe sie einen Schnitt an der Unterlippe gehabt. "Ich war besorgt um ihre körperliche Sicherheit", sagte Pennington. Sie habe befürchtet, dass Depp "versehentlich etwas tun könnte, das schlimmer war, als er es jemals beabsichtigt hatte." Jedoch habe sie nie gesehen, wie Depp Heard in irgendeiner Weise physisch verletzt habe.

Auch bei dem letzten großen Streit des Paares vor der Trennung, im Mai 2016, war Pennington, die in einem von Depps Penthäusern lebte, anwesend. Heard behauptet, Depp sei gewalttätig geworden und habe Gegenstände zerstört und nach ihr geworfen. Pennington sagte aus, auf Bitte von Heard und Depp in das Penthouse gegangen und einen "verbalen Streit" erlebt zu haben. Sie habe sich zwischen die beiden gestellt und ihre Hände auf Depps Brust gelegt, um ihn von Heard fernzuhalten, der 58-Jährige habe ihre Hände aber weggeschlagen. Pennington sei daraufhin auf das Sofa gestiegen, auf dem Heard saß, um sie vor ihrem Ex-Mann zu schützen. Sie habe um Heards Leben gefürchtet, Depp sei in ihrer Gegenwart aber nicht gewalttätig geworden. Allerdings erinnerte sich an Schäden in der Wohnung, die mit Fotos und einigen Zeugenaussagen übereinstimmen. Der Schaden sei noch da gewesen, als die ersten Polizisten anrückten, sagte Pennington. Zwei Beamte hatten ausgesagt, keine Anzeichen für einen physischen Streit bemerkt zu haben.

Hundekot war "ewiger Bestandteil" des Penthouses

Heard habe oft Blutergüsse und andere Verletzungen im Gesicht mit Make-up überdecken müssen, sagte Pennington weiter. Als Beispiel nannte sie einen Auftritt von Heard in der "Late Late Show with James Corden" im Dezember 2015 - einen Tag, nachdem Depp seine Ex-Frau mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und mit einer Kopfnuss möglicherweise die Nase gebrochen haben soll. Sie und mehrere Stylisten hätten eine geschwollene Nase und verletzte Augen bei Heard bemerkt, außerdem sei ihre Unterlippe blutig gewesen, sagte Pennington. Die Visagistin Mélanie Inglessis, deren Aussage später ebenfalls abgespielt wurde, bestätigte dies und erklärte, welche Schminke und welche Farbtöne sie verwendet habe. Die Stylistin Samantha McMillan, die Heard ebenfalls an diesem Tag geschminkt hatte, streitet die Behauptungen von Pennington und Inglessis jedoch ab. In Johnny Depps Verleumdungsprozess gegen die britische "Sun" sagte McMillan im Jahr 2020 aus, Heards Gesicht habe keine Verletzungen aufgewiesen.

Auch Penningtons Ex-Verlobter, Joshua Drew, mit dem sie in Depps Penthouse gewohnt hatte, erschien in einer vorab aufgezeichneten Videoaussage vor Gericht. Drew sagte aus, Heard mehrmals mit "ziemlich erheblichen Gesichtsverletzungen" gesehen zu haben. Physische Gewalt habe er jedoch von keiner der beiden Seiten erlebt. Über Depps und Heards Streit im Mai 2016 sagte er, dass ihm der Hollywood-Star schreiend, fluchend und spuckend entgegengekommen sei. Heard habe er an der Seite von Pennington "katatonisch" vorgefunden. Drew stritt ab, dass die zerstörte Einrichtung für die Polizei, die später anrückte, inszeniert oder Heards Verletzungen mit Make-up oder Photoshop verschlimmert worden seien.

Auf die Frage nach Heards 30. Geburtstag im April 2016 bezeugte Drew, dass er Kot im Bett gesehen habe. Dabei habe es sich allerdings um Hundekot gehandelt, der ein "ewiger Bestandteil" des Penthouses gewesen sei. Als Grund gab er an, dass die beiden Hunde von Depp und Heard nicht trainiert und oft für lange Zeit alleine zu Hause gelassen wurden. Depp wirft Heard vor, ihm aus Rache für sein Zuspätkommen an dem Abend ihre Fäkalien auf seine Bettseite hinterlassen zu haben.

Depp soll Heards Schwester geschlagen haben

Auch Whitney Henríquez, Heards jüngere Schwester, sagte am Mittwoch aus. Die 34-Jährige berichtete, wie Depp im Laufe der Beziehung mit der Schauspielerin immer eifersüchtiger und kontrollierender geworden sei. Zunächst habe er nur kleine Witze über ihre Kleidung und ihre Arbeit gemacht, später habe er versucht, zu kontrollieren, was Heard trage und welche Schauspielrolle sie annehme. Auch zu Heards medizinischer Versorgung und ihren elektronischen Geräten habe Depp Zugang verlangt, sagte Henríquez weiter. Wenn der 58-Jährige betrunken oder high gewesen sei, sei seine Persönlichkeit "fast nicht wiederzuerkennen" gewesen, so Henríquez. Einmal habe er etwa seinen Hund aus dem Autofenster gehalten und einen Witz darüber gemacht, ihn in die Mikrowelle zu stecken.

Im Jahr 2013, als Henríquez noch in einem von Depps Penthäusern lebte, habe Heard ihr erzählt, Depp betrüge sie mit einer Frau namens Rochelle. Darauf angesprochen, sei es auf der Treppe zu einem Streit mit dem betrunkenen Hollywood-Star gekommen. Offenbar im Versuch, Heard zu treffen, habe Henríquez einen Schlag von Depp abbekommen, woraufhin Heard Depp geschlagen habe, um ihre jüngere Schwester zu schützen. Depp sei ausgerastet, habe Heard an den Haaren gepackt und weiter auf sie eingeschlagen. Nach dem Vorfall habe Henríquez eine Geheimhaltungsvereinbarung in ihrer Wohnung gefunden, die sie allerdings nicht unterzeichnet habe. Ende 2015 sei sie aus dem Penthouse ausgezogen, nachdem Depp sie fälschlicherweise beschuldigt habe, Geschichten an die Presse verkauft zu haben.

Henríquez' Darstellungen zu dem Vorfall waren in Depps Verleumdungsprozess gegen die "Sun" von ihrer ehemaligen Chefin und Mitbewohnerin Jennifer Howell abgestritten worden. Die Produzentin hatte ausgesagt, von Henríquez erfahren zu haben, Heard sei "extrem gewalttätig" und dass sie nicht verstehen könne, warum Depp "Ambers Missbrauch ertragen" habe. Über den Streit auf der Treppe habe Henríquez ihr verraten, "dass sie versucht hat, Amber davon abzuhalten, Johnny anzugreifen. Whitney sagte, als sie versuchte, einzugreifen, hätte Amber Whitney beinahe die Treppe hinuntergestoßen. Sie sagte mir, sie mache sich Sorgen, Amber würde Johnny umbringen." Howell sagte in London auch aus, wie Henríquez ihr gegenüber zugegeben habe, dass Heard Depp in Australien eine Fingerkuppe abgetrennt habe.

"Depp brachte Heard ständig zum Weinen"

Als letzte Zeugin sagte Kristy Sexton aus. Die Stimmtrainerin berichtete in ihrer vorab aufgezeichneten Aussage, dass Heard in ihrem letzten Ehejahr "80 bis 90 Prozent" des Schauspielunterrichts unter Tränen begonnen habe, nachdem sie von Depp zum Weinen gebracht worden sei. Ironischerweise sei es der 36-Jährigen aber nicht leicht gefallen, in einer Rolle auf Kommando zu weinen. Heard sei zuletzt auffällig unglücklich gewesen und habe stark abgenommen, sagte Sexton weiter. "Sie war Haut und Knochen." Nach dem berüchtigten Streit in Australien habe sie zudem Schnittwunden an Heards Armen gesehen. Heard habe ihr später von der vermeintlichen Vergewaltigung erzählt, die in Australien stattgefunden haben soll so Sexton. Sie habe zwar nie gesehen, wie Depp seiner Ex-Frau gewalttätig wurde, könne jedoch bezeugen, wie er "auf sie losgegangen" sei. Sextons Befragung wird am Donnerstag fortgesetzt.

Johnny Depp und Amber Heard hatten sich 2009 am Set von "The Rum Diary" kennengelernt. Anfang Februar 2015 feierten sie Hochzeit, Ende Mai 2016 reichte sie die Scheidung ein, die Anfang 2017 vollzogen wurde. Nach der verlorenen Verleumdungsklage gegen die Zeitung "The Sun" in Großbritannien 2021 startete im April der US-Prozess. Depp verklagt darin seine Ex-Frau auf 50 Millionen Dollar wegen eines Beitrags, den sie in der "Washington Post" veröffentlichte und in dem sie sich als Opfer häuslicher Gewalt bezeichnet. Sie nannte zwar nicht explizit Depps Namen, er behauptet jedoch, der Artikel habe seinen Ruf geschadet. Heard wiederum erhebt Gegenklage in Höhe von 100 Millionen Dollar.

Quelle: ntv.de, lpe

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