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Mehrere mögliche Ergebnisse So könnte der Johnny-Depp-Prozess ausgehen

Im jahrelangen Rechtsstreit von Schauspielerin Amber Heard und Hollywoodstar Johnny Depp geht es in eine neue Runde.

Befinden sich in einem jahrelangen Rechtsstreit: Amber Heard und Johnny Depp.

(Foto: Victoria Jones/Kirsty O'connor/P)

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In den vergangenen Wochen haben sich Johnny Depp und Amber Heard in ihrem Verleumdungsprozess wilde Anschuldigungen geliefert. Nun liegt es an den sieben Geschworenen, zu beraten und ein Urteil zu fällen. Dabei kommen mehrere Ausgänge infrage.

Sieben lange Wochen hat die Welt einen Einblick in die dysfunktionale Ehe von Johnny Depp und Amber Heard erhalten. In dem Verleumdungsprozesses in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia machte sich das Ex-Ehepaar gegenseitig üble Vorwürfe. Im Mittelpunkt steht ein Kommentar von Heard für die "Washington Post" aus dem Jahr 2018, in dem sie sich als Opfer häuslicher und sexueller Gewalt bezeichnet.

Johnny Depp weist alle Anschuldigungen der häuslichen Gewalt zurück und verklagte seine Ex-Frau auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Denn obwohl Heard seinen Namen in dem Artikel nicht explizit erwähnt, wusste natürlich jeder, auf wen sie abzielte. Depp behauptet, der Beitrag habe seine Karriere ruiniert, seinen Ruf beschädigt und dadurch viel Geld gekostet. Heard wiederum reichte eine Gegenklage gegen den Hollywood-Star in Höhe von 100 Millionen Dollar ein. Die 36-Jährige wirft ihm und seinem Scheidungsanwalt Adam Waldman vor, sie als "Lügnerin" und ihre Vorwürfe in einer Hetzkampagne als "Schwindel" diffamiert zu haben. Damit habe er wiederum ihrer Karriere geschadet.

Die breite Masse scheint schon längst ein Urteil gefällt zu haben. Die meisten (oder zumindest die lautesten) Menschen stehen auf der Seite des "Fluch der Karibik"-Stars und werfen Heard Lügen vor. Juristisch gesehen liegt das Schicksal der beiden US-Schauspieler jedoch in den Händen von sieben - für die Öffentlichkeit glücklicherweise anonymen - Geschworenen. Nach den Schlussplädoyers der beiden Parteien am vergangenen Freitag wurden sie gebeten, sich zurückzuziehen, zu beraten und ein Urteil darüber zu fällen, ob die 36-Jährige ihren Ex-Mann unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit in dem Artikel diffamiert hat oder nicht. Dabei kommen mehrere Ausgänge infrage.

Das sind die verschiedenen Optionen

Wenn die Geschworenen zu dem Schluss kommen, dass es in dem Artikel tatsächlich um Depp ging und er verleumdet wurde, gewinnt er den Prozess. Außerdem stünden ihm theoretisch die 50 Millionen Dollar zu, auf die er seine Ex verklagt. Allerdings können die Geschworenen auch über die Höhe der Entschädigung bestimmen, sodass ihm letztendlich mehr oder weniger als diese Summe - oder gar nichts - zugesprochen werden könnte. Abgesehen davon, dass Heard über kein so hohes Vermögen verfügt und im schlimmsten Fall Privatinsolvenz anmelden müsste, dürfte Depp das Geld aber nebensächlich sein. Schließlich geht es ihm darum, seinen Ruf wiederherzustellen. Ein Urteil zu seinen Gunsten wäre ausschlaggebend dafür.

Außerdem müssen die Geschworenen ein Urteil darüber fällen, ob der Anwalt Adam Waldman im Auftrag seines Mandanten verleumderische Äußerungen über Heard getätigt hat. Wenn die Geschworenen zugunsten von Heard entscheiden, könnte der 58-Jährige aufgefordert werden, seiner Ex-Frau die 100 Millionen Dollar zu zahlen, die sie in ihrer Gegenklage gefordert hat. Auch hier könnten die Juroren aber zu dem Schluss kommen, dass diese Zahl zu hoch oder unzureichend ist und eine entsprechende Anpassung oder komplette Streichung empfehlen.

Des Weiteren besteht für den Verlierer des Prozesses die Möglichkeit auf Berufung - ein Ausgang, den der Referent für Medienrecht David Banks vor allem mit Blick auf Johnny Depp für "sehr wahrscheinlich" hält. Gegenüber der Webseite "Marca" sagte Banks, dass es ihn "überraschen" würde, wenn Depp "es dabei belassen würde", da ein Urteil gegen ihn "sehr schädlich für den Ruf und seine Marktfähigkeit" wäre.

Sollten die sieben Geschworenen nicht in der Lage sein, sich einstimmig auf ein Urteil zu einigen, platzt der Prozess. Dann liegt es an beiden Parteien, einen Prozess neu aufzurollen. Eine Haftstrafe wegen Meineids kommt dagegen für keinen der beiden Schauspieler infrage, da es sich um einen Zivil- und nicht um einen Strafprozess handelt.

Johnny Depp und Amber Heard begannen ihre Beziehung Ende 2011. Kennengelernt hatten sie sich zuvor am Set von "The Rum Diary". 2015 heirateten die Hollywood-Stars, die Ehe hielt aber nur 15 Monate. Einen Verleumdungsprozess gegen die Zeitung "The Sun" in Großbritannien hat der Schauspieler 2020 verloren. Das Blatt hatte Depp in einem Artikel als "Ehefrauenschläger" bezeichnet.

Quelle: ntv.de, lpe

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