Musik

Mit Silbereisens Buxe ins Glück Ramon "Superstar" Roselly will hart arbeiten

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Rauf auf den Schlager-Thron? Ramon Roselly.

(Foto: Mischa Lorenz / Universal Music)

Goldene Schallplatten im Überfluss, ausverkaufte Arena-Tourneen und regelmäßige Charts-Gipfelstürme: Dank Helene Fischer, Andrea Berg und Co rauscht die in poppige Zuckerwatte gehüllte Schlagerbranche von einem Rekordjahr ins nächste. Ja, moderner Schlagerpop ist beliebter denn je. Und regiert wird das sich täglich weiter ausbreitende Gute-Laune-Reich nahezu ausschließlich von Königinnen und Prinzessinnen. Erfolgreiche Männer sind im modernen Schlager Mangelware.

Das soll sich nun aber ändern. Mit dem neuen "Deutschland sucht den Superstar"-Champion Ramon Roselly klopft nun erstmals ein Mann mit Ambitionen an die Pforten des Genre-Olymps. Kurz vor der Veröffentlichung seines Debütalbums "Herzenssache" sprach der neue Stern am Schlagerhimmel mit ntv.de über pures Glück, authentische Juroren und harte Arbeit.

ntv.de: Ramon, die ersten Tage nach deinem Triumph bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) liegen hinter dir. Hast du das große Ganze mittlerweile realisieren können?

Ramon Roselly: Nein, noch gar nicht. Mir wird zwar jeden Tag vor Augen geführt, dass ich der neue "Superstar" bin. Aber so richtig begreife ich das alles noch nicht.

Wann hast du denn während der Show das erste Mal das Gefühl gehabt, dass du die Staffel gewinnen kannst?

Oh, das war erst ziemlich spät der Fall. Erst als Alexander Klaws meinte, der Sieger habe irgendwie über 80 Prozent der Anrufe erhalten, da kam in mir so ein Gefühl auf, dass ich das Ding wirklich gewinnen könnte. Ich weiß nicht, ich hatte ja während der Liveshows schon mal 50 Prozent der Stimmen. Ich dachte mir einfach: 80 Prozent? Das könnte echt ich sein.

Du wurdest aber doch schon Wochen vorher als Titelfavorit gehandelt. Hast du dich selbst nie so wahrgenommen?

Nein, ich dachte eher, dass einer wie Joshua das Rennen machen wird. Der hat eine so unfassbar tolle Stimme. Ich hatte immer viele Selbstzweifel. Auch wenn mir immer wieder Leute gesagt haben, wie gut ich das alles mache. Ich habe mich nie als Favorit gesehen.

Dieter Bohlen hat dich stets in den Himmel gelobt. Von Florian Silbereisen hast du sogar eine Unterhose geschenkt bekommen. Beruhte die Sympathie stets auf Gegenseitigkeit?

Ich finde, dass die das allesamt super gemacht haben. Da saß wirklich jeder völlig zu Recht in der Jury. Ich hatte nie das Gefühl, dass einer irgendwas gesagt hat, was er nicht so gemeint hat. Und das habe ich bei jedem gemerkt. Die waren alle sehr ehrlich.

Hattest du eine besondere Bezugsperson in der Jury?

Wir hatten nur sehr wenig mit den Juroren zu tun. Klar, während der Show hatte man Kontakt. Aber hinter der Bühne waren wir Kandidaten eher unter uns. Wenn man dann aber doch mal mit einem Juror gesprochen hat, dann war es immer ein sympathischer und ehrlicher Austausch. Da hat sich keiner verstellt. Egal ob Dieter, Oana, Pietro, Florian oder Xavier: Die waren hinter der Kamera genauso drauf wie vor der Kamera.

Während die Staffel lief, musstet ihr den Corona-Schock verdauen. Hattest du je das Gefühl, die komplette Show könnte auf der Kippe stehen?

Ich weiß nicht, ich war da eigentlich nur bei mir. Ich habe viel mit den Vocal-Coaches gearbeitet, Texte gelernt und versucht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Gefühl, dass die Show irgendwie komplett abgesagt werden könnte, hatte ich eigentlich nie.

Wie sieht's jetzt in "Freiheit" aus? Was macht die Familie? Sind alle gesund?

Ich habe meine Familie noch gar nicht treffen können. Hier ist einfach noch so viel Arbeit auf dem Tisch. Ich denke, dass ich die Tage aber endlich mal wieder daheim vorbeischauen kann. Bis dahin läuft der Kontakt übers Handy oder über Videoschaltungen. Und bis jetzt sind alle total gesund. Allen geht's richtig gut. Ich hoffe natürlich, dass das auch so bleibt.

Du sprachst gerade von "viel Arbeit auf dem Tisch". Was genau steht denn alles an?

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Noch kann er seinen Sieg gar nicht so richtig fassen.

(Foto: Mischa Lorenz / Universal Music)

Das ist schon der Wahnsinn. Ich meine, ich kenn' das ja alles gar nicht. Wir waren gestern beim Frühstücksfernsehen. Dann haben wir das Video für die Single ("Eine Nacht") gedreht. Zwischendurch wollen mich alle interviewen. Ich kriege das aber alles hin. Ich hab' da auch total Lust drauf. Ich will jetzt unbedingt hart arbeiten. Das habe ich mein ganzes Leben lang gemacht. Egal ob im Zirkus oder als Gebäudereiniger: Ich habe immer hart geschuftet. Jetzt ist die Musik an der Reihe.

Die Musik hat dich schon sehr früh in ihren Bann gezogen. Mit sechs Jahren hast du bereits deine Liebe zum alten Schlager entdeckt. Welche Erinnerungen hast du an diese Zeit?

Bei uns lief damals einfach nichts anderes. Das war die Musik meiner Familie. Howard Carpendale, Bernard Brink, Michael Holm: Das waren unsere Stars. Ich weiß nicht, aber für mich war und ist das einfach DIE Musik.

Hat dich nie ein anderer Sound interessiert?

Na ja, ich höre jetzt nicht nur alten Schlager. Aber doch schon zu 90 Prozent, würde ich sagen. Manchmal hör ich aber auch ein paar neuere Sachen. Grundsätzlich ist es bei mir so, dass mir ein Song einfach nur gefallen muss. Das Genre spielt dann keine so große Rolle. Und wenn mir dann was gefällt, dann fange ich auch gleich an zu singen. Ich hab auch mal zwei oder drei Songs von Ed Sheeran gesungen. Aber wie gesagt, meist sind es die guten alten Schlager.

Am Donnerstag erscheint jetzt schon dein Debütalbum "Herzenssache". Das hat dir Dieter Bohlen musikalisch maßgeschneidert. Hast du in Zukunft vor, auch selbst in den Songwriting-Prozess mit einzusteigen?

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Puh, das kann ich dir gar nicht sagen. Ich habe mein ganzes Leben lang nie etwas mit Musik zu tun gehabt. Also, klar, ich habe viel gesungen. Aber ich habe noch nie Texte geschrieben und ich kann auch kein Instrument spielen. Obwohl, ich kann ein bisschen trommeln. Da musste ich früher als Kind mal in der Manege aushelfen. Aber das zählt nicht wirklich. Was irgendwann mal sein könnte, das weiß ich heute noch nicht. Dieses erste Album bedeutet mir unheimlich viel. Da ist der Titel wirklich Programm. Ich bin dem Dieter unheimlich dankbar, dass er so tolle Songs für mich geschrieben hat. Ich kann mich da mit jedem Song identifizieren.

Der Dieter ist auch der Meinung, dass du die männliche Version von Helene Fischer werden könntest. Du selbst hast dich auch schon für ein Duett angeboten. Welche Superstar-Träume begleiten dich dieser Tage denn sonst noch so?

Als Gast in der Show von der Helene aufzutreten, das wäre natürlich der Hammer. Vom Florian Silbereisen habe ich ja jetzt schon die Unterhose. Bei seiner Show würde ich natürlich auch gerne mal mitmachen. Ich habe echt keine Ahnung. Das ist momentan alles so viel. Das muss ich erst mal alles verarbeiten. Im Grunde ist es so, dass ich alles nehme, wie es kommt. Ich bin da echt ganz entspannt. Ich freue mich gerade über jede Minute. Und ich genieße das alles. Ich bin ein Typ, der sehr spontan ist. Und ich bin auch ein Typ, der immer aus dem Bauch heraus entscheidet und auf sein Herz hört. Ich werde wirklich hart arbeiten und das Ganze so lange auskosten und vorantreiben, wie ich kann und darf. Und alles, was auf diesem Weg passiert, das nehme ich gerne mit.

Mit Ramon Roselly sprach Kai Butterweck.

Quelle: ntv.de