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Der "Tatort" im Schnellcheck Wiener Seilschaften

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Ermitteln in "Verschwörung": Eisner (Harald Krassnitzer, l.) und Fellner (Adele Neuhauser).

(Foto: ARD Degeto/ORF/Petro Domenigg)

Machtmissbrauch ist mit Sicherheit kein österreichisches Monopol. Und trotzdem ist gerade die Alpenrepublik berüchtigt für ihre politischen Seilschaften. "Verschwörung" greift das Thema auf - nicht zum ersten Mal.

Was passiert?

Hundstage in Wien, es ist heiß. Viel zu heiß jedenfalls, um für einen Marathon zu trainieren. Als der hohe Ministerialbeamte Willi Wagner (Stefan Fent) beim Laufen im Wald einen Herzinfarkt erleidet, wundert das zunächst also auch niemanden. Erst bei genauerem Hinsehen stolpern die Kommissare Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) über eine ganze Reihe von Ungereimtheiten: Der Hobbysportler hatte das Dopingmittel Ephedrin im Blut, einen scheinbar erbitterten Nachbarschaftsstreit mit einem früheren Geschäftspartner - und offenbar auch Dreck am Stecken, der nicht an die Öffentlichkeit gelangen soll.

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Die Witwe des Ministerialbeamten stellt sich später als spielsüchtig heraus.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Petro Domenigg)

Bei ihren Ermittlungen stechen die Kommissare in ein Wespennest: Der höchst verdächtige Nachbar Dr. Leytner (Matthias Franz Stein) hat dank seines "Vereins für sichere Zukunft" Verbindungen bis in höchste Regierungskreise und bewirkt Eisners Versetzung in ein fensterloses Büro an der Wiener Peripherie. Was natürlich genau die falsche Reaktion im Umgang mit dem grantigen Kommissar ist: Mit dem Rücken zur Wand und nichts mehr zu verlieren, verbeißt sich Eisner immer tiefer in den Fall, der offiziell keiner sein darf.

Worum geht es wirklich?

"Verschwörung" liefert eine Blaupause für die Verfilzungen von Politik und Exekutive und nimmt - nicht zum ersten Mal im Wiener "Tatort" - die berühmt-berüchtigten Seilschaften der österreichischen Politik aufs Korn. Durchdekliniert wird das diesmal anhand unlauterer Immobilien-Geschäfte, Spielsucht und interdisziplinärem Machtmissbrauch.

Wegzapp-Moment?

Der neue Wiener "Tatort" liefert generell wenig Grund zum Umschalten. Arg hölzern kommt allerdings die Szene rüber, in der die trauernde Witwe des Ministerialbeamten ihre Spielsucht offenbart - und die Rettung durch ihren Mann in dramatischen Worten.

Wow-Faktor?

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"Verschwörung" liefert nicht nur wenige echte Wegzapp-Momente, auch richtige Highlights sucht man vergebens. Ein eher sanftes und flächiges Wow ist am ehesten noch die allgemeine Atmosphäre, die der Film verbreitet: Man spürt förmlich, wie die Hitze durch den Fernseher abstrahlt.

Wie ist es?

7 von 10 Punkten. "Verschwörung" ist ein intelligent aufgebauter Krimi ohne echte Spitzen, der mit einem interessanten Twist am Ende aufwartet.

Quelle: ntv.de

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