Bilderserie
Freitag, 15. Dezember 2017

Action, Crime - und auch Gefühl: Schenk doch mal 'ne DVD!

Von Thomas Badtke

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Hunderte Euro gibt jeder Deutsche im Schnitt für Weihnachtsgeschenke aus. Es muss aber nicht immer die teure Uhr, das Haushaltsgerät oder Wellness-Gutschein sein, den der Weihnachtsmann in seinem Sack transportiert. Es kann auch ... (Foto: picture alliance / dpa)

Hunderte Euro gibt jeder Deutsche im Schnitt für Weihnachtsgeschenke aus. Es muss aber nicht immer die teure Uhr, das Haushaltsgerät oder Wellness-Gutschein sein, den der Weihnachtsmann in seinem Sack transportiert. Es kann auch ...

Hunderte Euro gibt jeder Deutsche im Schnitt für Weihnachtsgeschenke aus. Es muss aber nicht immer die teure Uhr, das Haushaltsgerät oder Wellness-Gutschein sein, den der Weihnachtsmann in seinem Sack transportiert. Es kann auch ...

... mal ein Filmchen sein, in Form einer DVD oder Blu-ray. Gute Unterhaltung für kleines Geld. ntv.de gibt Ihnen dafür mehr als 50 Filme und Serien an die Hand, damit Sie aus dem Vollen schöpfen können - und das Passende finden für Klein oder Groß, inklusive Top 3 am Ende.

2017 ist, was das Heimkino anbelangt, ein vortreffliches Jahr gewesen. Es gab Filme im Doppelpack wie dieses Jason-Statham-Bundle, ...

... es gab diverse Spezialeditionen wie den Asia-Knaller "Oldboy".

Es gab aber auch Klassiker in ...

... neuem Gewand und nicht zu vergessen ...

... Blu-ray-Erstveröffentlichungen von bisher nur auf DVD erschienenen Filmen wie beispielsweise der Tech-Streifen "Hackers", in dem man noch der Leistung von 28.8er Modems huldigte und eine noch ziemlich unbekannte Angelina Jolie bewundern durfte. Hach, die ...

... guten alten Zeiten unserer Kindheit. Damals, als alles nur besser, bunter und vor allem zweidimensional war. Na gut, bunt und zweidimensional geht heute auch noch. Bei den Abenteuern, die "Tilda Apfelkern" ...

...mittlerweile in ihrer 3. Staffel erlebt.

Wer "Tilda Apfelkern" hinter sich lässt, landet irgendwann ganz sicher bei "Rabe Socke". Zwei Kinofilme und fünf DVD-Staffeln hat "der kleine Rabe Socke, mit seiner roten Ringelsocke" mittlerweile aber auch schon auf seinem Buckel. "Bittedanke!"

Langweilig wird mit ihm aber nie. Während die Großen vor allem seiner Stimme lauschen (die kommt von Jan Delay), verfolgen die Kleinen, wie er Frau Dachs Bonbons aus der Tasche leiert, jedem seiner Freunde Streiche spielt, zum Bandenanführer wird ...

... oder um seine Ringelsocke bangen muss. Die Moral seiner Abenteuer: Frechheit siegt! Muss man sich merken, "Bittedanke"!

Frech kommt auch der Hirtenhund "Oddball" daher. Statt die Hühner seines Herrchens zu bewachen, treibt er lieber Schabernack und ist so dem Hundefänger ein Dorn im Auge.

Seine große Chance, sich zu beweisen, kommt dann, als er auf seltene Zwergpinguine aufpassen soll und ihm sowie den kleinen Rackern plötzlich Füchse das Leben schwer machen. Und nicht nur die ...

"Oddball" muss man einfach lieben - das eigene Alter spielt dabei keine Rolle!

Das gilt auch für den Klassiker "Die Schneekönigin". Hier geht es um Gerda und nicht um Anna und Elsa. Nix Disney also. Aber auch nicht das Original von Hans-Christian Andersen, sondern der mittlerweile dritte Film einer Reihe. Beititel diesmal: "Feuer und Eis".

Gerda ist diesmal auf der Suche nach dem Wunschstein der Trolle - Gefahr, Spaß und Abenteuer inklusive. Mit Hilfe des Stein hofft sie, ihre verschwundenen Eltern wiederzufinden.

Allein schafft sie das natürlich nicht. Und so dreht sich auch im dritten "Schneekönigin"-Film alles um Freundschaft, Vertrauen und Mut. Und Letzteres wird ja bekanntlich belohnt. Der Film selbst belohnt wiederum den Zuschauer, denn er ist ein Familienfilm, der ohne Disney-Brimborium daherkommt. Und das ist wunderbar erfrischend!

Erfrischend ist auch "Extreme Freeiriding - The Backyard Projects", will heißen: erfrischend kurz und kurzweilig.

Rund 50 Minuten begleitet man hier einen jungen Extremsportler, der sich todesmutig von jungfräulich-schneebedeckten Gipfeln stürzt, unter sich nur ein Board, über sich die Weite des Himmels. Limits? Kennt er nicht, sucht er aber. Heraus kommen dabei atemberaubende, wunderschöne Bilder.

Selbst als Abfahrtslegastheniker bekommt man Lust, sich Board oder Bretter unterzuschnallen und es ihm gleichzutun. Schwarze Pisten sind für Pussys! Na vielleicht tut es auch erst einmal ein Anfänger-Skikurs auf einem heimischen Mittelgebirgsgipfelchen. Aber unberührter Pulverschnee bittschön! Wunderbar!

Harter Cut - aber auch eine Doku: "Das System Milch". Sollte man als Elternteil auf alle Fälle gesehen haben, wenn der Zögling frühmorgens seine frische Alpenmilch verlangt. Alpenmilch? Das will nichts heißen, wie in einem jüngeren "Verbrauchercheck" schon Tim Mälzer herausgefunden hat.

Was also steckt in unserer Milch? Wo kommt sie her? Was hat sich in den vergangenen Jahren verändert? Zumindest so viel, dass die Kuh nur noch das schwächste Glied einer Industriekette ist, die sich global immer stärker spannt. Frische Milch?

Pfft! Milchpulver, auseinandergenommen, angereichert, verschifft, zusammengesetzt und zackzarapp: Milch! Hmmm ... Achja, auch die Chinesen mögen's jetzt, dem Marketing der Molkereien sei Dank. Wie gesagt: Man sollte "Das System Milch" kennen, also: Anschauen!

Anhören steht bei "Gimme Danger" im Vordergrund, Jim Jarmuschs kongenialer Dokumentation über "The Stooges" und deren Frontmann Iggy Pop.

Ab geht der Punk! Und Psychodelic Rock. Und Blues. Und Underground. Und ... einfach ausgedrückt: um den Godfather of Rock und seine Jünger. Unsterblich ist er, wie die von ihm geschaffene Musik, die so vielen heutigen Bands als Impuls- und Ideengeber dient - wie etwa den Queens of the Stone Age oder den Foo Fighters. "Gimme Danger" ist dokumentierte Musikgeschichte, die rund 100 Minuten ins Ohr geht und für immer im Kopf bleibt.

Jim Jarmusch, Jim Jarmusch: Tausendsassa Jim Jarmusch. So wie er "Gimme Danger" unverwechselbar macht, schafft er es auch bei "Patterson".

Ein Busfahrer, eine gleichnamige Kleinstadt, Monotonie, Ruhe, Gelassenheit, pure Poesie - und ein Kontrapunkt in Form einer Ehefrau. Sie hat ständig neue Träume im Kopf, die "Patterson" allerdings nicht als Hirngespinste abtut, sondern sie so unterstützt, wie sie ihn auch umgekehrt. Dadurch entsteht eine Ode an die Liebe, das Leben und die Poesie. Alles irgendwie zu schön, um wahr zu sein.

Voll aus dem Leben gegriffen ist die Komödie "Ein Dorf sieht schwarz". Darin geht es um das Thema Ärztemangel auf dem Land. Ui, Gesellschaftskritik!

Aber da der Film aus Frankreich stammt, braucht man seine Lacher nicht hinter dem Berg zu halten: Der Bürgermeister eines Ortes auf dem Land schafft es, einen Arzt für seine Bürger zu organisieren - in Afrika. Entsprechend groß fallen erst einmal die Vorurteile aus. Aber ...

... es wäre keine französische Komödie, wenn am Ende nicht, nachdem alle Probleme angesprochen und abgearbeitet wurden sind, ein Happy End stehen würde. Schöne heile Welt eben doch. Frankreich. C'est la vie. In Deutschland wäre wohl ein Blödel-Klamauk oder ein Film mit erhobenem Zeigefinger daraus geworden. So ist er einfach unterhaltsam schwarzhumorig.

Unterhaltsam und Blödelklamauk können die Franzosen aber auch: "Die Supercops" ist dafür ein Beispiel. Der Film ist die französische Variante der "Police Acadamy", fast. Und wer passt da besser als Dany Boon? Der Garant für komödiantische Erfolge in diesem Genrebereich.

Er spielt aber nur eine der beiden Hauptrollen. Eigentlich dreht sich alles um Johanna, die für den Job als Cop geboren wurde - denkt sie zumindest. Ihr Verlobter sieht das anders, ihr Vater, ein Minister ebenfalls, und ihre Vorgesetzten ebenso. Wieso also nicht zu einer Spezialeinheit wegloben? Da haben alle etwas davon, und wenn Johanna dann wieder tollpatschig Mist baut, könnte man ihr schonend beibringen, ...

... dass sie vielleicht doch lieber zu Hause auf die kommenden Kinder und den Herd aufpassen sollte. Dumm nur, dass ihr Spezialkräfte-Ausbilder von Dany Boon gespielt wird. Am Ende heißt es deshalb: Liebe, Sex, Zärtlichkeit, Action, Happy End - und alles humorig verpackt. Einzig die Länge des Films von knapp 110 Minuten stört. 90 Minuten hätten es auch getan.

Und weiter geht's in Frankreich: Diesmal mit Catherine Deneuve und Catherine Frot. Letztere spielt in "Ein Kuss von Beatrice" die Hebamme Claire. Zurückhaltend, zuverlässig, absolut normal. Doch dieses Leben ist auf einen Schlag vorbei.

Die Klinik in der sie seit Jahren gearbeitet hat, schließt. Ihr Sohn wird Vater und bricht deshalb sein Medizinstudium ab. Und last but not least tritt urplötzlich auch noch Beatrice (Deneuve) in ihr Leben, die Geliebte ihres verstorbenen Vaters - und von ihrer Art her das genaue Gegenteil Claires.

Schwarzhumorig? Blödelklamauk? Nein, "Ein Kuss von Beatrice" ist eine Tragikomödie. Auch das können die Franzosen perfekt und wenn der Film noch von zwei Grand Dames des französischen Kinos getragen wird, kann er nur ein Erfolg werden. Wurde er auch - und völlig zu Recht! Überzeugen Sie sich einfach selbst.

Noch nicht genug von Frankreich? Gut, dann mal etwas härterer Tobak. "Das ist unser Land" zeichnet den Aufstieg der Rechtspopulisten nach, anhand einer jungen, politisch völlig unbeleckten Frau. Sie gerät ins Radar der rechtspopulistischen Parteiführung und erliegt deren Werben. Zu spät erkennt sie, dass sie nur ausgenutzt wird.

Dass die Partei anfängt, ihr Leben zu bestimmen - ihr vorschreibt, was sie sagen darf, wen sie lieben soll. Die Frau ist "eine von uns", jeder kennt sie, jeder mag sie. Genau darauf hat es die Parteispitze abgesehen in Form einer etwas älteren blonden Frau. Ähnlichkeiten zu Marine Le Pen sind sicher reiner Zufall. Über das Ende des Films kann man zwar streiten, verraten wird es natürlich nicht, aber gesehen haben, sollte man "Das ist unser Land" auf alle Fälle. Wehret den Anfängen!

Und auch "Ares" ist Frankreich - mit deutlichen Anleihen am Klassiker "Blade Runner". In nicht allzu ferner Zukunft hat das politische System ausgedient, Konzerne haben die Macht übernommen, sagen wo es lang geht. Für die Bevölkerung gibt es Brot und Spiele in Form von Kämpfen Mann gegen Mann. Der Clou: Die Kämpfer wurden von Pharma- und Biotechriesen hochgerüstet, dienen ...

... so als Aushängeschild und menschliche Werbemaßnahme für ihre Produkte, die so Milliardengewinne versprechen. Das System stinkt natürlich zum Himmel. Und als sich ein Konzern die Dienste und Loyalität eines Kämpfers mit den falschen Mitteln sichert und dessen Familie in Gefahr bringt, ...

... wird aus dem zuvor völlig unpolitischen Kämpfer ein Krieger für die gerechte Sache, ein Ultimate Fighter für die Revolution! Gut so. Dass der Film ans Herz geht und im Kopf bleibt, zeigt, dass das Thema machthungrige Konzerne bereits ein brandaktuelles ist. Wer "Ares" gesehen hat, kann am Ende nicht sagen: "Aber ich habe doch nichts gewusst oder geahnt ..."

Raus aus Frankreich und ab nach Amerika - und zu Sean Bean. Der "Scharfschütze" und "Herr der Ringe"-Star spielt in "Drone" den "Joystick-Killer" Neil. Allerdings arbeitet er nicht direkt fürs US-Militär sondern für einen Dienstleister. Kostet dem Staat wenige und ist heute bereits brutale Realität.

Zu Hause in einem beschaulichen Vorort bei seiner Familie hält er seinen Job geheim. Das ist der Ehe und dem Verhältnis zu seinem Sohn nicht unbedingt förderlich. Dann taucht eines Tages ein arabisch aussehender Mann auf seinem Grundstück auf, verwickelt Neil in ein Gespräch. Er findet ihn sympathisch und kurz darauf sitzen der Fremde und Neils Familie zusammen beim Abendbrot.

Was Neil da noch nicht weiß: Ein von ihm durchgeführter Drohnenangriff hat die Familie des Fremden getötet. Kollateralschaden. Und Rache wird bekanntlich kalt serviert. Der Fremde ist an Neils Adresse durch eine Leak-Veröffentlichung im Internet gekommen. So schön der Abend begann, er endet in einem Kampf auf Leben und Tod. "Drone" kommt dabei ohne erhobenen Zeigefinger aus. Das kann man begrüßen oder nicht.

"Boston" des Regisseurs Peter Berg ("Deepwater Horizon") mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle ist da anders. Der Film widmet sich dem Anschlag auf den Boston Marathon 2013. Direkt und auch etwas pathetisch. Hollywood eben. Nichtsdestotrotz ist er stark inszeniert, was auch an Wahlberg ...

... und seiner Rolle liegt. Er spielt einen Polizisten, der in all dem Trubel, Lärm und Chaos die Ruhe bewahrt und über sich hinauswächst. Verschiedene Blickwinkel und Erzählstränge sorgen dafür, dass die erdrückende Grundstimmung den Zuschauer nicht vergrätzt.

Was am Ende von "Boston" bleibt, ist die Tatsache, dass Berg ein Händchen für aktuelle Stoffe hat und sicher ist im Umgang mit seinen Stars. "Boston" balanciert dabei gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Blockbuster-Popcornkino und überzeichneter Dokumentation.

Politisch-brisant kommt auch "Das Protokoll" daher. Ein niederländischer Film, in dem einem belgischen Premierminister die Hauptrolle obliegt, denn es steht der Staatsbesuch der US-Präsidentin an.

Allerdings werden Frau und Kinder des Premier gekidnappt. Das Ziel der Entführer: Der Premier soll die US-Präsidentin töten. Klingt weit hergeholt, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, ist die Idee nahezu kongenial. Wer kommt an ein Staatsoberhaupt besser heran als ein anderes Staatsoberhaupt? Und die Schlagzeile: "Merkel erschießt Trump" würde wahrscheinlich keiner mehr vergessen.

So einfach der Plot klingt, so verzwickt geht es hinter den Kulissen zu: gesellschaftliche Sicherheit oder individuelle Freiheitsrechte? Familie oder Job? Mörder oder Märtyrer? "Das Protokoll" zeigt eindrucksvoll, dass politisch anspruchsvolle Actionthriller auch aus Europa kommen können. Ein Hollywood-Aufguss dürfte nicht lang auf sich warten lassen.

Das dürfte auch bei "Der Eid" der Fall sein. Der spielt auf Island und ist spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Die Frage lautet hier: Wie weit würdest du für deine Familie gehen? Finnur geht sehr weit: Er hat nur eine Tochter. Die hat den falschen Umgang - und nimmt Drogen. Alles Reden nützt nichts und so versucht es der Arzt Finnur beim Freund seiner Tochter direkt.

Keine Wirkung. Finnur weiß, dass der Freund dealt. Und so kommt es, wie es kommen muss. Finnur kidnappt den Freund, stellt ihn kalt und hofft so, dass seine Tochter aus dem Schlamassel rauskommt. Aber die Drogenmafia mischt auch noch mit und die geht auf Island äußerst brutal vor: ...

... Wer nicht zahlt oder wer aufmüpfig ist, bekommt via Schrotflinte eine Ladung Nagelköpfe ab. Das tötet nicht, verletzt aber so schwer, dass eine vollkommene Heilung nahezu unmöglich ist. Am Ende hat Finnur Blut an seinen Händen und die Frage heißt nun: Muss er für die Vaterliebe zu einer Tochter ins Gefängnis? Wie würden Sie entscheiden?

Diese Frage stellt sich in "Unlocked" auch die von Noomi Rapace gespielte CIA-Agentin Alice. Sie wird überraschend zu einem Einsatz hinzugezogen und soll aus einem Verdächtigen herausbekommen, wo und wann ein Terroranschlag in London verübt werden soll. Sie schafft das, aber bevor sie die Infos weitergeben kann, erhält sie einen Anruf. Und der ...

... ändert alles. Jemand scheint ein doppeltes Spiel zu spielen. Wer steckt dahinter? Wer könnte von einem nicht verhinderten Anschlag profitieren? Ist Alice unversehens mitten in eine politische Verschwörung geraten?

Viele Fragen, viele Stars: Neben Rapace mischen im Streifen des Regisseurs Michael Apted auch Orlando Bloom, Michael Douglas und John Malkovich mit. Ein darstellerischer Leckerbissen und Twists, die man als Zuschauer nicht hat kommen sehen, das ist "Unlocked".

Twists und Stars finden sich auch bei "Black Butterfly" mit Antonio Banderas und Jonathan Rhys-Meyers und Piper Perabo. Banderas spielt den Drehbuchautoren Paul, der seine beste Zeit hinter sich hat und zurückgezogen trinkfest vor sich hin lebt. Scheinbar zufällig lernt er Jack (Rhys-Meyers) kennen, der ...

... sich irgendwie durchs Leben schlägt. Mal hier, mal dort. Und dank Sympathie bei Paul landet. Erst für eine Nacht, dann für länger und irgendwann will er gar nicht mehr weg. Paul, der anfangs aus den Erzählungen Jacks Ideen für neue Geschichten zieht, sieht sich mehr und mehr einem gefährlichen Eindringling in gegenüber. Aber Jack ist Paul nicht rein zufällig über den Weg gelaufen ...

Brian Goodmans Film behandelt die Thematik Serienkiller. Das aber so gewitzt, undurchsichtig und mit überraschenden Kehrtwendungen, dass man sich bei "Black Butterfly" an alte Hitchcock-Klassiker erinnert fühlt oder auch an Stephen Kings "Misery". Wie das zusammenpasst? Schauen Sie "Black Butterfly"!

Harter Cut. Japan. 17. Jahrhundert. Zwei Padres zieht es in die Ferne, weil sie die Wahrheit über ihren einstigen Lehrmeister Ferreira (Liam Neeson) herausfinden wollen. Der soll seinem christlichen Glauben abgeschworen haben. Doch vor Ort …

… werden die beiden selbst härtesten Glaubensprüfungen unterzogen, denn das Japan der damaligen Zeit war gekennzeichnet durch eine brutale Christenverfolgung durch die herrschende Klasse. Sie finden Ferreira.

Und Ferreira hat dem christlichen Glauben abgeschworen. Die Gründe leuchten den Padres zu Anfang nicht ein. Es dauert Jahre, bis sie verstehen, warum Ferreira dem Christentum abgeschworen hat. "Silence" ist ein spezieller Film, mit Liam Neeson und Andrew Garfield hervorragend besetzt, aber mit knapp 160 Minuten auch nicht gerade kurz. Man muss sich auf ihn einlassen und gewissermaßen an ihn glauben.

Um den Glauben an sich geht es in "40 Tage in der Wüste". 95 Minuten lang. Hauptprotagonist: Jesus, gespielt von Ewan McGregor. Gottes Sohn zieht in die Wüste, um dort zur Erleuchtung zu finden.

Er kommt bei einer Familie unter, in deren Vater-Sohn-Beziehung er sich helfend einmischt. Während der Vater gerade ein Haus bauend Sicherheit für die Familie sucht, will der Sohn in die weite Welt ziehen. Der Teufel hat das hier ruhende Potenzial erkennt und versucht, ...

... darüber Jesus' eigenen Glauben zu erschüttern. Was meinen Sie, gelingt ihm das? Ruhig inszeniert kommt "40 Tage in der Wüste" daher und ist deshalb geradezu wie gemacht für die heutige, schnelllebige Zeit.

Genau in dieser spielt wiederum "Wish upon". Die 17 Jahre alte Claire ist das, was man eine Außenseiterin nennt. Mutter tot, Vater ein vermeintlicher Spinner, der im Müll nach Wiederverwertbarem sucht. Wegen ihres Äußeren in der Schule gemobbt. Als sie eine chinesische Wunschkiste findet, weiß sie, was zu tun ist.

Sie wünscht sich sukzessive das, was sie bisher nicht hatte. Allerdings: "Be careful what you wish for" - sie hat die Inschriften der Kiste nicht alle gelesen: Nach sieben Wünschen ist Schluss und der Sensenmann holt sie persönlich. Zudem verlangt jeder Wunsch eine Art Tribut. Geht hier etwas hin, muss da etwas weg. Doppelte Buchführung sozusagen.

"Wish Upon" von John Leonetti ist ein schlau inszenierter Horrorfilm, der zwar Schockelemente besitzt, aber nahezu unblutig daherkommt und für die Jugend von heute gemacht ist. Er zeigt, dass man die Meinungen anderer über einen selbst nicht überbewerten sollte. Was wirklich zählt, bist du! Oder ...

... die Liebe. Darum dreht sich zumindest der Film "The Last Face" mit Charlize Theron und Javier Bardem. Theron spielt die Entwicklungshelferin Wren, die für eine große, internationale Hilfsorganisation arbeitet. Lobbyistin wäre das "böse" Wort. Bardem wiederum ...

... ist Miguel, ein Arzt, der seit Jahren in den Krisenherden dieser Welt unterwegs ist, um Leben direkt vor Ort zu retten. Wren und Miguel laufen sich in einem afrikanischen Krisengebiet über den Weg und obwohl oder vielleicht gerade weil sie so gegensätzlich sind, verlieben sie sich. Und damit beginnen die Probleme erst richtig.

"The Last Face" zeigt wieder einmal, dass Liebe Berge versetzen kann und etwas ist, für das es sich lohnt zu kämpfen - allen äußeren Umständen zum Trotz. "The Last Face" ist hier jetzt auch der letzte ruhige Film, ab jetzt geht's richtig ab!

Obwohl, das stimmt nicht ganz. "Vendetta" ist noch ein ruhig daherkommender Zeitgenosse - trotz des andere Erwartungen weckenden Titels und der Tatsache, dass Arnold Schwarzenegger die Hauptrolle hat.

Er spielt den Vorarbeiter Roman, der aus heiterem Himmel mit dem Tod seiner Frau und seiner schwangeren Tochter konfrontiert wird, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Während der verheerenden Katastrophe - kein Insasse der Maschine überlebt -, hatte ...

... Fluglotse Jacob Dienst. Ob es ein menschlicher Fehler war, bleibt außen vor. Aber auch Jacobs Leben ist danach ein völlig anderes: Seine Ehe steht vor dem Aus, er zieht um, versucht neu anzufangen. Etwas, das Roman nicht kann. Und so steht der vom Schicksal Gezeichnete eines Tages vor Jacobs Tür - mit einer Waffe.

Also doch etwas Action. Aber erst ganz am Ende. Und das sorgt dafür, dass der Film von Elliott Lester einer der unaufgeregten, ruhigen Sorte ist. Er beruht aber auf einer wahren Begebenheit.

Dass dieses auf "Terminator 2" zutrifft, wollen wir alle mal nicht hoffen. Der James-Cameron-Klassiker ist einer dieser Filme, die in diesem Jahr in neuem Licht und länger und mit mehr Gimmicks neu wieder in die Läden gekommen ist. Und wer das Ganze in 4K oder UHD sowie 3D sehen will, digital remastered darüber hinaus, der kann das jetzt. Etwas für Fans: ...

"Hasta la vista, Baby!"

Für Fans ein Muss, aber auch polarisierend ohne Ende, ist die "Transformers"-Reihe von "Chainsaw Massacre"-Michael Bay. Der mittlerweile fünfte Film ist für das Heimkino dieses Jahr erschienen.

Wer ein voll funktionsfähiges Heimkino-System sein Eigen nennt und den Nachbarn damit ärgern will, sollte "Transformers: The Last Knight" in den 3D-BD-Player legen. Satte 155 Minuten Geballer, Gekreische und Geschrammel sorgen dann für Popcorn-Stimmung auf dem Sofa. Immerhin mit Mark Wahlberg, John Turturro, Anthony Hopkins - und aufgehängt an der Artus-Sage.

Wen das noch nicht genug flasht: Es wird noch einen Film geben. Und der dürfte dann abermals lauter, schneller und actionreicher flimmern als der jetzige "The Last Knight".

Auf dem gleichen Erfolgsgeheimnis fußt seit Jahren die "Fast & Furious"-Reihe. Auf acht Filme bringt es die Autoraser-Action-Saga, leider ohne Paul Walker mittlerweile. Aber auch bei "F&F" heißt es: Rums, Bumms, Krach, Schepper - über fast 140 Minuten.

Die Rolle des Bösewichts übernimmt im achten Film Charlize Theron. Und sie ist wirklich böse. Sie bringt Dom (Vin Diesel) dazu, seine "Familie" zu hintergehen. Und hey, es gibt nichts Schlimmeres.

Auch beim achten Film ist das Ende so gestaltet, dass Teil neun problemlos andocken kann, quasi wie bei einem Rennwagen mit Anhängekupplung. Die Fans der Saga dürfen also gespannt sein - und können notfalls auch erst einmal ...

… auf eine "Fast & Furious"-Box zugreifen, um den Adrenalinhunger zu stillen.

Oder Sie gehen "fremd" und schauen sich "Overdrive" an. Auch dieser Film kommt mir rasender, ähm rasanter Action und Humor daher. Im Mittelpunkt steht das Halbbrüderpaar Andrew (Scott Eastwood; "Snowden") und Garrett (Freddie Thorp; "The Head Hunter") Foster, nach eigener Aussage die besten Autodiebe der Welt.

Sie sind in Europa unterwegs und stehlen nach einer Auktion einen Bugatti, Baujahr 1937. Der neue Besitzer, ein Gangsterboss, ist darüber nicht gerade erfreut. Und um ihren eigenen Skalp zu retten, unterbreiten sie ihm das Angebot, bei seinem verhassten Gegenpart, einem Deutschen, die Autosammlung leerzuräumen.

Das muss natürlich ordentlich geplant sein alles, auch deshalb, weil den Fosters die Polizei bereits im Nacken sitzt. Klingt nach Action, ist knallharte Action! Und diesmal flitzen nicht Ami-Schlitten oder Japaner über die Highways, sondern deutsche Boliden und europäischer Luxus über die Autobahnen. Sieht schickt aus, macht was her. Lässt sich sicher weiterdrehen!

Um ein Brüderpaar geht es, wie sollte es anders sein, auch bei "Blood Brothers". Autos spielen aber keine Rolle bei Charles und Thomas. Eher schon Filme, gutes Essen und der Traum vom perfekten Mord.

Abgesehen haben sie es auf eine Kellnerin ihres Lieblings-Restaurants. Doch da der Teufel bekanntlich ein Eichhörnchen ist, läuft nicht alles perfekt nach Plan und die Polizei mischt nun mit. Detective Gaul hat einen Verdacht, mehr aber nicht.

Und nochmals das Phrasenschwein: Blut ist dicker als Wasser. Solang sich die Brüder daran halten, kann ihnen nichts passieren. Aber das Verhältnis der beiden bekommt erste Risse. Und Gaul sieht eine Chance. "Blood Brothers" ist ein harter Film, erinnert an frühe Tarantino-Werke und konkurriert durchaus mit deren Coolness.

Die ist ganz klar auch ein Markenzeichen von Sam Worthington. Seit "Avatar" gehört er zur ersten Riege des US-Actionkinos. In "Haunters Prayer" verschlägt es ihn nach Europa, wo er als Serienkiller Stephen Lucas Todeslisten seiner Auftraggeber abarbeitet. Ohne Skrupel oder auch nur einen Anflug von Gewissen.

Die junge Studentin Ella steht auf solch einer Liste. Ihre gesamte Familie wurde bereits ausgelöscht, weil ihr Vater Geld eines Gangsterbosses abgezweigt haben soll. Stephen soll Ella ausschalten. Doch, oha ein Wunder, es regt sich doch so etwas wie Gefühl bei ihm - und er hilft Ella bei der Flucht und rettet sie vor dem sicheren Tod.

Das wiederum stößt Lucas' Auftraggeber sauer auf und prompt sind Auftragskiller auch hinter ihm her. Lucas hat nur eine Wahl: Den Gangsterboss ausschalten. "Haunters Prayer" ist fast schon wie ein Kammerspiel inszeniert, Worthington steht klar im Mittelpunkt und brilliert. Am Ende weiß der Zuschauer auch, wieso Lucas so ist, wie er ist.

Nach dem ähnlichen Prinzip verfährt auch "Arsenal". Hier erfährt der Zuschauer allerdings bereits am Anfang, wieso Mikey zum Kleinkriminellen wird, während sein jüngerer Bruder JP sich zum Bauunternehmen nach oben kämpft. Ein Ereignis, das alle weiteren beeinflusst.

Welches das ist, wird natürlich nicht verraten. Mikey ist für JP aber sein Idol. Und als sein älterer Bruder an den zwielichtigen Gangsterboss Eddie King (Nicolas Cage) gerät, der ihn entführen lässt, um von JP ein fettes Lösegeld zu kassieren, setzt JP alle Hebel in Bewegung, um seinen Bruder freizubekommen.

Dabei ist er auch sich gestellt, denn die Polizei vermutet ein abgekartetes Spiel von Mikey und King. Dass dem nicht so ist, merken JP und ein Freund (John Cusack), der ihm hilft, als auch noch Mikeys Tochter gekidnappt wird. Nun ist es an JP, das zu tun, was Mikey in ihrer Kindheit immer getan hat: den Bruder beschützen - mit allem was geht.

"Arsenal" ist brutal. Die Gewaltszenen teilweise in Slowmo gedreht. Herausragend: Nicolas Cage als völlig durchgeknallter Gangster. Bombastisch!

In "Interrogation" ist e seine Bombe, die den Filmplot ins Rollen bringt. Sie explodiert vor der FBI-Zentrale. Der Täter wird schnell gefasst. Aber er hat noch weitere Anschläge geplant, das explosive Material ist bereits vor Ort.

Für Agent Lucas Nolan und seine Kollegin Becky tickt die Uhr. Sie müssen herausfinden, wo die Bomben platziert wurden, doch der Täter redet nicht. Es sieht vielmehr nach einem teuflischen Katz-und-Maus-Spiel aus, in dem der Täter alle Karten in der Hand hält.

Und genau das ist es auch, was den Film nahezu ruhelos immer weiter und schneller voran pusht. "Interrogation" ist eine Mischung aus "MacGyver", "Transporter" und "Boston."

"Armed Response" setzt dagegen wieder auf die US-Militärmaschinerie. Ein streng geheimer Komplex fällt plötzlich aus. Keiner kann sich erklären, warum. Also wird ein Sonderkommando losgeschickt.

Das findet vor Ort nur Tote vor. Es gibt allerdings keinerlei Anzeichen eines feindlichen Angriffes oder von Eindringlingen. Was steckt hinter all dem? Das Geheimnis muss innerhalb der Mauern des Militärkomplexes liegen und so macht sich der Anführer der Truppe (Wesley Snipes) auf die Suche.

"Armed Response" ist kein reiner Actionreißer, auch kein Horrorfilm. Es geht um Technik, künstliche Intelligenz - und das, was sie mit uns Menschen anstellt. Die Militärs auf dieser Welt dürften diesbezüglich schon viel weiter sein, als wir alle ahnen. Insofern ...

... scheint der Sprung zum nächsten Film nicht ganz so weit: "Humanoid" spielt im 24. Jahrhundert. Die Menschheit ist dezimiert und lebt unter der Erde, denn auf der Oberfläche herrscht klirrende Kälte. Das Überleben der Menschheit sichern ...

... Humanoiden, die sich auf der Erdoberfläche bewegen und von den Menschen entwickelt wurden. Allerdings startet einer von ihnen eines Tages eine Revolte - und der gebeutelten Menschheit droht die völlige Vernichtung. Klingt ein wenig nach "Terminator"? Anleihen sind da, aber "Humanoid" punktet mit ansprechender Action und Science-Fiction-Unterhaltung.

Weitaus hochwertiger und anspruchsvoller kommt da "Valerian" von Luc Besson daher, die Verfilmung eines Kindheitstraums. "Star Wars", "Star Trek", "Battlerstar Galactica", "Avatar", "Captain Future", "James Bond": Alles findet sich in Bessons Meisterwerk wieder.

Besson hat es für "Valerian" auch geschafft, Cara Delevingne und Rihanna gemeinsam vor die Kamera zu bringen. Aber die Hauptrolle kommt Newcomer Dane DeHaan als Agent Valerian zu, der die Stadt der 1000 Planeten vor der Zerstörung bewahren muss. Es gilt eine Verschwörung aufzudecken, die jahrelang zurückreicht und die Auslöschung eines Planeten beinhaltet.

Fast 140 Minuten ist Bessons Epos lang, aber Langeweile kommt nie auf. Vielmehr will man sich den Film zwei Mal, drei Mal ansehen, weil man weiß, es gibt immer noch Neues zu entdeckten. Schräge Figuren, Zusammenhänge, Sidekicks: Der Plot bietet Platz für alles und noch mehr. Eine eigene Serienauskopplung? Es wird Zeit für ein neues "Star Trek", denn es gibt noch viel zu entdecken in den unendlichen Weiten ...

Eine Serie, die in der Zukunft und im Weltraum spielt? Bitte schon: "The Expanse".

24. Jahrhundert: Der Mars ist besiedelt. Die Erde bezieht all ihre Energieressourcen aus einem Asteroidengürtel, dessen Bewohner abwertend "Gürtler" genannt werden. Die Situation ist verfahren, es droht ein Krieg zwischen Mars und Erde. Und als eine dritte Macht auftaucht, die versucht, die beiden Parteien gegeneinander auszuspielen, fehlt nur ein winziger Funke, um das Pulverfass und damit die brisante Lage zum Explodieren zu bringen.

Eine zusammengewürfelte Truppe von Mars, Erde und Gürtlern versucht gemeinsam und auf eigene Faust vorgehend zu erfahren, was hinter all dem steckt. Ach ja, einen neuen Biokampfstoff gibt es da auch noch ... Viel Inhalt, der aber gekonnt in Szene gesetzt wird. Auf Phaser und Lichtschwerter muss der Zuschauer bei "The Expanse" aber verzichten. Hier fliegen die Raumschiffe zwar, aber auch noch die Kugeln. Länge: knapp 430 Minuten.

Auf rund 680 Minuten kommt die 2. Staffel von "Daredevil". Der große Widersacher des Daredevils alias Matt Murdoch, Wilson Fisk, sitzt nach der 1. Staffel im Gefängnis. Aber wie nach dem Ende des Kalten Krieges trügt die Ruhe gewaltig. Bald betritt ein neuer Spieler die Bühne, räumt in Hell's Kitchen auf.

Im Gegensatz zu Matt, der die Verbrecher zwar zur Strecke bringt, sie dann aber der Polizei und dem Rechtssystem übergibt, mischt der "Punisher" die Unterwelt tödlich auf. Es ist deshalb nur eine Frage der Zeit, bis sich die Wege von Daredevil und Punisher kreuzen. Und das Treffen hält ungeahnte Schmerzen bereit.

Neben dem Punisher taucht auch Murdochs alte Flamme Elektra auf und natürlich gibt es darüber hinaus noch einen Quell des Bösen, der im Hintergrund Kräfte sammelt und nur auf die passende Gelegenheit zum Zuschlagen wartet. Auch die 2. Staffel bietet großartige Marvel-Unterhaltung, mit viel Blut und Gewalt, aber auch Humor und Gefühl.

Humor, Gefühl? "Helden am Herd"! Die 400 Minuten lange Serie ist fast zu schön, um wahr zu sein. Die Hauptprotagonisten sind der beste Beweis: Hier Dion, Ex-Hipster-Koch, nun auch Ex-Knacki, Kleinkrimineller und drogensüchtig. Er schuldet den falschen Leuten zu viel Geld. Dort sein alter …

… Kumpel Thomas: Top-Sommelier, Alkoholiker, Legastheniker und bei den Frauen ohne Chance. Dazu noch ein übermächtiger Vater und eine Art Dauerdepression. Beide treffen nun nach Jahren wieder aufeinander. Und Dions Idee, die ihrer beider Probleme lösen soll: ein gemeinsames Restaurant.

Das ist der Plot der dänischen Serie. Überflüssig eigentlich, zu erwähnen, dass da jede Menge schräger Dialoge und schwarzer Humor drin stecken. Ein absolutes Serienhighlight in diesem Jahr!

Das sagt die Kritik auch über "Call my Agent". Die 1. Staffel (rund 300 Minuten) der französischen Serie ist mittlerweile erhältlich und dürfte vor allem bei jenen ankommen, die früher auf "Sex and the City" standen.

Statt New York heißt es nun Paris. Statt Freundinnengeklüngel nun Schauspieleragentur. Was geblieben ist, sind der Humor und die gnadenlose Offenheit, dazu Mode, Film, Partys, Schickimicki - eben halt das, was man sich unter einem Pariser Großstadtleben vorstellt, wenn man auf dem deutschen Dorf wohnt.

Apropos "Sex and the City": Sarah Jessica Parker ist auch wieder serientechnisch unterwegs. In "Divorce" (280 Minuten) spielt sie Frances, die nach mehrjähriger Ehe feststellen muss, dass ihr Leben nicht mehr das Gelbe vom Ei ist und sie eigentlich einen totalen Neuanfang für sich braucht.

Dass das an dem Punkt ihres Lebens, an dem sie sich gerade befindet, aber nicht ganz einfach ist, muss sie ebenfalls feststellen. Parker ist zur Vorstadtfrau geworden, immerhin noch am Rande von New York. "Sex and the City" ist weit weg. Für viele ist Parker aber eben genau das. Das wiederum macht es für "Divorce" schwierig. Obwohl: Wer unvoreingenommen an die Serie herangeht, hat sich seinen Spaß!

Voll auf die Kosten kommen Serienfans aber bei der 2. Staffel von "Poldark", dieser im Cornwall spielenden Familiensaga aus den Zeiten des späten 18. Jahrhunderts. Der Kapitalismus wird rauer, viele bleiben auf der Strecke, Ross Poldark versucht, nicht dazuzugehören. Er scheint der moralische Fixpunkt einer ganzen Region zu sein.

Das geht aber immer mehr auf Kosten seiner Ehe und seiner Familie, der mit dem Tod seiner kleinen Tochter eh schon übel mitgespielt wurde. Darüber hinaus bereitet ihm seine Mine Kopfzerbrechen. Eine Ader muss endlich gefunden werden, sonst könnte es sein, das sein größter Widersacher George Warleggan, skrupelloser Banker, doch noch triumphiert. In seine Familie hat er sich bereits ran und auch reingewanzt.

Von der ersten bis zur letzten der fast 580 Minuten zieht "Poldark" auch in der 2. Staffel den Zuschauer voll in den Bann. Wieder fiebert man mit, beginnt zu hassen, zu lieben, zu fluchen, zu trinken und zu hoffen. Eine Hoffnung hat sich bereits erfüllt: "Poldark" geht weiter.

Zu hoffen, ist das auch für "Der junge Inspector Morse". Zwei Staffeln gibt es auch hier. Und schon nach wenigen Minuten der 1. Staffel hat man als Zuschauer Morse liebgewonnen und den schrägen Typen ins Herz geschlossen. "Monk" trifft auf "Sherlock Holmes" und das Ganze in den 1960er-Jahren in Oxford.

Dort will Morse, frisch von der Uni, Morde aufklären. Der erfahrene Ermittler Thursday nimmt ihn unter seine Fittiche und mit seiner um die Ecke denkenden Art schafft Morse das auch. Das weckt Neider, bringt ihm aber auch Ansehen ein.

Die Uhren tickten damals anders. DNA-Analyse? Gibt es nicht. Es werden noch Fußabdrücke genommen, die Polizeiarbeit heißt oft: Kilometer fressen, an Türen klingeln, mit Leuten sprechen. "Inspector Morse" ist jetzt fürs Heimkino erschienen, die Serie stammt aber bereits aus den Endachtzigern und basiert auf den Geschichten von Colin Dexter.

Wer also den ganzen "CSI"-, "Bones"- und "Criminal Minds"-Quatsch satt hat und stattdessen mal wieder in Richtung "Agatha Christie" oder "Inspector Columbo" tendiert, kann sich mit "Inspector Morse" entspannt zurücklehnen. Die Fußball-WM 1966 kommt übrigens auch vor.

Apropos Fußball-WM: Schweden ist in Russland ja dabei, Italien nicht. Egal. Die Schweden können neuerdings aber nicht nur gut verteidigen, sie haben auch die TV-Krimis nahezu perfektioniert. Bestes und jüngstes Beispiel: "Springflut".

Alles beginnt im Sommer 1990, als auf der schwedischen Insel Nordkoster bei Vollmond eine hochschwangere Frau ermordet wird: Sie wird im Sand eingegraben und ertrinkt bei der einsetzenden Springflut. Die Polizei stellt den Fall irgendwann ein, denn sie kommt nicht voran, findet weder Motiv noch Mörder. Diesen "Cold Case" nimmt sich Polizeistudentin Olivia für eine Hausarbeit an.

Und es dauert nicht lange, bis sie Feuer und Flamme für den Fall ist, an dem sich einst auch ihr Vater, damals Polizist, mittlerweile tot, den Kopf zerbrochen hat. Sie fährt auf Nordkoster, fragt herum, sucht ehemalige Zeugen auf, tritt Menschen auf die Füße – und ...

... sorgt so dafür, dass der Ex-Partner ihres Vaters, mittlerweile obdachlos, wieder Lebensmut fasst. Gemeinsam wollen sie den Fall nun lösen, in dem eine Ex-Hostess und eine Konzernlenkerin irgendwie involviert zu sein scheinen. Oder doch nicht? Viele Twists, Nebenerzählstränge, glaubwürdige und gleichermaßen skurrile Figuren machen "Springflut" zu einem wahren Krimiereignis. Die größte Überraschung wartet dann noch am Schluss, Hand drauf!

Mit einem überraschenden Ende schafft es die 1. Staffel von "The Missing", Vorfreude auf die 2. Staffel zu wecken. Und wer denkt, dass die 1. Staffel bereits top ist, muss sein Urteil nach Staffel 2 revidieren, denn die ...

... setzt noch eins drauf: 2003 verschwindet ...

... das kleine Mädchen Alice spurlos. Elf Jahre später taucht eine junge Frau auf, die völlig traumatisiert zu sein scheint und behauptet, Alice zu sein. Doch während ihr Vater nun endlich auf ein normales Familienleben hofft, hat die Mutter ...

... Zweifel, ob Alice wirklich Alice ist.

In die polizeilichen Untersuchungen mischt sich auch der damalige Ermittler Julien Baptiste ein (den man schon aus der 1. Staffel kennt) - und schon bald findet er Anzeichen dafür, dass hinter der Kindesentführung etwas noch viel Schlimmeres, Perfideres, Schrecklicheres steckt.

470 Minuten brisante Spannung, Verfolgungs- und Schnitzeljagden, dazu ein paar unvorhergesehene Wendungen, Nebenkriegsschauplätze, frische Charaktere und Handlungsorte. Das macht die 2. Staffel noch interessanter als die 1., die bereits Maßstäbe gesetzt hat. Was bei Staffeln verbindet, ist der Titel und die jeweils zugrunde liegende Kindesentführung. Etwas, wovor alle Eltern Angst haben. Und nun aber ...

... ab zum Weihnachtsgeschenke-Einkauf! Viel Spaß!

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