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Donnerstag, 04. August 2016

Putschisten in der Antike?: Massengrab in der Nähe von Athen entdeckt

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Paleo Faliro ist ein Vorort südlich von Athen und liegt am Meer. Hier sollen auf einer Großbaustelle die neue Nationaloper und die neue Nationalbibliothek entstehen. Doch es kommt anders, denn ... (Foto: REUTERS)

Paleo Faliro ist ein Vorort südlich von Athen und liegt am Meer. Hier sollen auf einer Großbaustelle die neue Nationaloper und die neue Nationalbibliothek entstehen. Doch es kommt anders, denn ...

Paleo Faliro ist ein Vorort südlich von Athen und liegt am Meer. Hier sollen auf einer Großbaustelle die neue Nationaloper und die neue Nationalbibliothek entstehen. Doch es kommt anders, denn ...

... bei den Bauarbeiten finden Arbeiter Knochen. Es sind so viele, dass es sich um einen Friedhof handeln muss.

Archäologen übernehmen die Ausgrabungen und finden tatsächlich Beweise für einen Bestattungsort aus der Antike.

Auf dem Gebiet werden mehr als 1500 Gräber aus dem 8. bis 5. Jahrhundert vor Christus ans Licht geholt. Erkennbar sind auch Zeugnisse vieler verschiedener Bestattungsriten.

So wurden die Leichen von Kindern in großen Keramiken gefunden und Reste von Steinsärgen, aber auch von Feuerbestattungen.

Besonders interessant sind die sterblichen Überreste von 80 Männern, die aufgereiht nebeneinander liegen und zur gleichen Zeit bestattet worden sind.

Viele von ihnen haben mit Eisen gefesselte Hände, die ausgestreckten Arme über ihren Schädeln - so als seien sie hingerichtet worden.

Die Experten datieren die Bestattung dieser Gebeine anhand der Malereien auf zwei kleinen Keramikgefäßen auf das dritte Viertel des 7. Jahrhunderts v. Chr., also auf 650 bis 625, und erkennen an den Zähnen, dass die Männer vor ihrem Tod jung und gesund waren.

Aufgrund der Lage und des Alters der Verstorbenen wird vermutet, dass es sich um Putschisten handelte, die Opfer einer Massenexekution geworden sind. Eine erste Theorie lautet, dass es sich um Anhänger des Adligen Kylon gehandelt haben könnte.

Kylon, ein gefeierter Sieger bei den Olympischen Spielen 640 v.Chr., hatte sich zum Ziel gesetzt, mit einem Staatsstreich die Macht in Athen an sich zu reißen und Alleinherrscher zu werden. (im Bild: Reste des Stadions von Olympia)

Er besetzte acht Jahre später mit seinen Anhängern die Akropolis als Zentrum der Macht. Doch es gelang ihm auch nach tagelanger Belagerung nicht, die Bürger für sich zu gewinnen, sodass der Putsch misslang. Kylon konnte fliehen. (im Bild: die Akropolis in Athen)

Viele seiner Anhänger jedoch sollen getötet worden sein. Die Tat ging als "Kylonischer Frevel" in die Geschichte Athens ein. Über die Art und Weise der Tötungen ist allerdings nichts überliefert.

Doch das könnte sich durch diese Funde ändern. Es ist geplant, alle Skelette des antiken Friedhofs mit verschiedenen naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, um Hinweise zu bekommen, die die These von den Kylon-Anhängern stützen - oder eben verwerfen können.

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