Panorama

Hollande verspricht Aufklärung Absturzopfer werden diese Woche identifiziert

328CFE0018FBB22F.jpg5101329981017395849.jpg

Experten arbeiten mit Hochdruck an der Identifizierung der Toten durch DNA-Vergleiche.

(Foto: AP)

Bei seinem Besuch in Berlin verspricht Frankreichs Präsident Hollande den Angehörigen, dass alle 150 Toten schon in den kommenden Tagen identifiziert würden. Bei den Ermittlungsarbeiten helfen nun auch deutsche Experten vor Ort.

Alle 150 Opfer des Flugzeug-Absturzes in den französischen Alpen sollen bis Ende der Woche identifiziert sein. "Diese Tage sind für die Hinterbliebenen sehr schwer, aber sie können dann ihre Trauerarbeit beginnen", sagte der französische Präsident Francois Hollande bei einem Besuch in Deutschland.

Damit stellt der den Angehörigen eine erheblich schnellere Identifizierung der sterblichen Überreste oder Opfer in Aussicht als erwartet. Berichten zufolge hatten Experten zunächst mit "monatelangen" Arbeiten gerechnet.

Die jüngsten Katastrophen, der Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" in Paris und der Absturz der Germanwings-Maschine in den Alpen, hätten Deutsche und Franzosen einander noch näher gebracht, betonte er gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel vor Journalisten in Berlin. Merkel dankte Hollande und der französischen Bevölkerung erneut für ihre großherzige Hilfe.

Die Lufthansa sagte unterdessen die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Fluggesellschaft ab. Stattdessen werde der Konzern den Staatsakt für die Absturzopfer im Kölner Dom am 17. April für seine Mitarbeiter übertragen, teilte das Unternehmen mit. Lufthansa-Chef Carsten Spohr werde am morgigen Mittwoch an den Unglücksort reisen. Er wolle dort Angehörige der Opfer treffen und den Helfern danken. Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa.

Deutsch-französisches Team auf dem Weg

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 27-jährige Copilot den Germanwings-Jet vor einer Woche absichtlich zum Absturz brachte und die anderen 149 Insassen mit in den Tod riss. Sein Motiv ist unklar. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, dass Andreas L. vor einigen Jahren noch vor Erlangung des Pilotenscheins wegen Selbstmordgefahr in Behandlung war.

Die Bergungsmannschaften suchen an der Unglücksstelle weiter nach den Überresten der 150 Absturzopfer, nach Wrackteilen sowie dem zweiten Flugschreiber. Inzwischen ist auch ein Ermittlerteam aus Düsseldorf zur Absturzstelle aufgebrochen. Mit den vier deutschen Polizisten flogen die vier französischen Ermittler, die die Arbeit in Düsseldorf bisher unterstützt hatten. Zum deutschen Team gehört ein Spezialist des Landeskriminalamts für lasergestützte Tatortvermessung und digitale Spurenkarten. An diesem Mittwoch will das Team die Absturzstelle aufsuchen.

Bundeswehr schickt Hubschrauber

Die Bundeswehr kündigte unterdessen an, sie werde die Bergungsarbeiten in den Alpen mit zwei Hubschraubern unterstützen. Die Helikopter seien mit Winden ausgerüstet, um Helfer im steilen Gelände um die Absturzstelle bei Seyne-les-Alpes abseilen zu können, erklärte das Verteidigungsministerium. Deutschland entspreche damit einer Bitte der französischen Behörden. Der Hubschraubereinsatz solle in den kommenden Tagen anlaufen.

Auf die Versicherungsunternehmen kommen nach Schätzungen der Lufthansa Ansprüche von 300 Millionen Dollar zu. Bei der Summe handle es sich um eine vorläufige Schätzung. Der endgültige Betrag könne darüber oder darunter liegen. Den Hauptteil der Kosten werden Schadenersatzzahlungen an die Angehörigen der Passagiere ausmachen. Die Lufthansa zahlt den Hinterbliebenen zunächst bis zu 50.000 Euro je Opfer als Soforthilfe.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP/dpa