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Deutscher Arzt als Folterer? Chile fordert Auslieferung

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Hartmut Hopp in den 80er Jahren in Santiago de Chile.

(Foto: dpa)

Chile verlangt von Deutschland die Auslieferung des Arztes Hartmut Hopp. Der Vorwurf: Der Deutsche soll die rechte Hand des berüchtigten Leiters der Colonia Dignidad gewesen sein. Auch werden ihm Folter und Kindesmissbrauch vorgeworfen.

Die chilenische Justiz hat die Auslieferung des Arztes Hartmut Hopp aus Deutschland beantragt, der als Vizechef der berüchtigten Colonia Dignidad in Chile mitverantwortlich für Menschenrechtsverletzungen sein soll. Das Oberste Gericht des südamerikanischen Landes stellte einen entsprechenden Antrag. Hopp galt als rechte Hand des verstorbenen Leiters der Colonia Dignidad ("Kolonie der Würde"), Tumulte bei Schäfers Beerdigung . Die chilenische Justiz wirft Hopp Kindesmissbrauch und Folter während der Militärdiktatur vor. In Deutschland hat die Staatsanwaltschaft Krefeld im August Ermittlungen gegen den Arzt aufgenommen, der sich im Mai aus Chile abgesetzt hatte.

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Haupttor der Siedlung "Colonia Dignidad" im Jahr 1988.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Die Richter des Obersten Gerichtshofes in Santiago de Chile schrieben in ihrem Antrag, da es zwischen beiden Ländern kein Auslieferungsabkommen gebe, werde Deutschland gebeten, Hopp im Einklang mit der Konvention von Havanna auszuliefern. Diese gilt bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der ehemalige Nazi-Offizier Schäfer war nach jahrelanger Flucht 2005 in Argentinien gefasst und dann nach Chile überstellt worden. Dort wurde er 2006 wegen sexuellen Missbrauchs von rund 20 Kindern in der Siedlung zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er starb im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus.

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Schäfer im Jahr 2005.

(Foto: dpa)

Neben sexuellem Missbrauch sollen in der sektenartig organisierten Colonia Dignidad während der von 1973 bis 1990 dauernden Militärdiktatur Augusto Pinochets auch politische Gefangene zu Tode gefoltert worden sein. Die Kolonie, die inzwischen Villa Baviera ("Bayerisches Dorf") heißt, diente auch als Fluchtburg für Alt-Nazis. Nach außen hin wurde sie als landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt präsentiert. Geleitet wurde die Kolonie unter dem Einsatz von Psychoterror, Unterdrückung, Zwang zur Beichte und der Pflicht zum absoluten Gehorsam.

Quelle: n-tv.de, AFP

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