Panorama

Mittel ohne Zulassung im Test Erster Hoffnungsträger gegen Covid-19?

130866070.jpg

Belastbare Ergebnisse mit Remdesivir gegen Covid-19 werden für Anfang April erwartet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Derzeit gibt es weder einen Impfstoff noch ein nachweislich wirksames Medikament zur Bekämpfung des Coranavirus. In Bayern soll ein Patient mit einem Wirkstoff behandelt werden, der in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Ein Fall aus den USA macht Mut.

Wie das "Deutsche Ärzteblatt" in seiner Online-Ausgabe berichtet, wurde ein Covid-19-Patient in den USA erfolgreich mit dem Virustatikum Remdesivir kuriert. Nun soll auch ein infizierter 80-jährigen Mann, der in Bayern auf einer Intensivstation liegt, mit dem in Deutschland noch nicht zugelassenen Mittel behandelt werden, wie der Bayrische Rundfunk (BR) berichtet.

Demnach wollen die Mediziner damit dem Beispiel von amerikanischen und chinesischen Ärzten folgen, die das ursprünglich gegen den Ebola-Erreger entwickelte Medikament bereits erfolgreich zur Behandlung einsetzten.

Der Patient ist derzeit in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Er wurde mit grippeähnlichen Symptomen in die Klinik eingeliefert. Der Test auf das Coronavirus verlief positiv. Da sich sein Zustand verschlechterte, begannen die Ärzte, den Patienten mit einem Medikament gegen HIV zu behandeln - was aber nur eine leichte Verbesserung brachte.

Belastbare Ergebnisse Anfang April

Medikamente gegen HIV, Malaria und Hepatitis werden auch in den USA und China zurzeit im Einsatz gegen das Virus getestet. Genauso wie Medikamente gegen den Ebola-Erreger mit dem Wirkstoff Remdesivir. Es wurde von der Klinik nun zum Einsatz angefordert und soll, da es in Deutschland noch nicht zugelassen ist, nach Angaben des BR eine Sonderzulassung der Regierung von Oberbayern erhalten.

Das entsprechende Medikament wurde von dem US-amerikanischen Pharmazie-Unternehmen "Gilead Sciences" für den Einsatz gegen die Ebola-Epidemie von 2014 bis 2015 konzipiert. Es handelt sich bei Remdesivir um ein Virustatikum, es kann die Vermehrung von Viren unterbinden, indem es seine Erbinformationen umschreibt. Dadurch kann zwar keine Infektion verhindert werden, aber möglicherweise schwerst erkrankten Menschen das Leben gerettet werden.

Der Patient, der in den USA erfolgreich mit dem Virustatikum behandelt wurde, litt an einer bilateralen Lungenentzündung und erholte sich nach einer einmaligen Infusion mit Remdesivir. Allerdings sind sich die Mediziner weltweit noch nicht sicher, ob die Wirkung tatsächlich Remdesivir zuzuschreiben ist. Trotzdem gehört es für alle Experten zum Hoffnungsträger beim Einsatz an schwer an dem Sars-CoV-2-Erreger erkrankten Patienten. In China laufen zurzeit Studien an Erkrankten. Belastbare Ergebnisse werden für Anfang April erwartet.

Quelle: ntv.de, awi