Panorama

Der Kreml spielt mit der Zeit In Russland bleibt es ewig Winter

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Die Uhr des Kreml-Glockenturm muss fortan nicht mehr vor- und zurückgestellt werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit drei Jahren schon gilt in Russland die Sommerzeit. Der Wechsel hin zur Winterzeit war abgeschafft worden. Ein Großteil der Russen kann sich damit aber nicht anfreunden - darum kommt jetzt das andere Extrem, und zwar auf Dauer.

Mehr als drei Jahre nach dem Ende der Zeitumstellungen in Russland führt das größte Land der Erde am kommenden Sonntag nun dauerhaft die sogenannte Winterzeit ein. Seit dem Frühjahr 2011 gilt in dem Riesenreich zum Ärger vieler Bürger ganzjährig die Sommerzeit. In der Nacht zum Sonntag würden die Uhren nun um eine Stunde zurückgestellt, dies sei endgültig, teilten die Behörden mit.

Bürger hatten beklagt, bei der Sommerzeit in den Wintermonaten Probleme mit dem Aufstehen zu haben. Die Staatsduma und Kremlchef Wladimir Putin hatten im Sommer die zuletzt zunehmend umstrittene Initiative des früheren Präsidenten Dmitri Medwedew gekippt.

Auch die Zahl der Zeitzonen erhöht sich von neun wieder auf die ursprünglichen elf. Mehr als ein Drittel der Russen sei froh über die dauerhafte Winterzeit, ermittelte das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom in einer repräsentativen Umfrage. 35 Prozent der Befragten hätten sich jedoch für eine Rückkehr zu dem lange auch in Russland üblichen Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit ausgesprochen.

Auch Deutsche nörgeln

Aber auch in Deutschland wird mindestens zweimal im Jahr über die Abschaffung der Zeitumstellung diskutiert. Während sich die einen am kommenden Sonntag über 60 Minuten mehr Schlaf freuen, leiden andere unter dem Wechsel zur Normalzeit. Nur 27 Prozent der Deutschen halten laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK Gesundheit die Zeitumstellung für sinnvoll - die große Mehrheit von 71 Prozent lehnt den turnusmäßigen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit ab. Bei empfindlichen Menschen kann nämlich durch die Zeitumstellung der Biorhythmus durcheinander geraten.

In der Nacht zum Sonntag endet in den meisten europäischen Ländern die Sommerzeit: Um drei Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde auf die mitteleuropäische Zeit (MEZ) zurückgestellt.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa/AFP