Panorama

3300 Datenträger sichergestellt NRW-Missbrauch hat "gewaltige Dimension"

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Im November durchsuchte die Polizei ein Haus in Alsdorf. Mittlerweile gibt es Verdächtige in neun Bundesländern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der in Nordrhein-Westfalen aufgedeckte Fall von Kindesmissbrauch weitet sich immer weiter aus: Mittlerweile wird in neun Bundesländern ermittelt, die Masse an gefundenen Datenträgern überrascht selbst die Polizei.

Die Dimensionen sind erschreckend und ein Ende noch nicht abzusehen: Im Zuge der Ermittlungen zu dem in Nordrhein-Westfalen entdeckten Kindesmissbrauch-Netzwerk sind mittlerweile 3300 Datenträger sichergestellt worden. Das erklärte ein Sprecher der Polizei Köln. Die Ermittler seien selbst von diesem Ausmaßen überrascht worden.

"Wir haben mit einer Vielzahl an Daten gerechnet, aber diese Masse, die wir vorgefunden haben und immer noch vorfinden, hat uns überrascht", sagte der Kölner Kripochef Klaus-Stephan Becker der Zeitung. In dem Fall, der in Bergisch Gladbach seinen Ausgangspunkt hatte, sollen etliche Männer ihre Kinder missbraucht und Bilder davon in riesigen Chat-Gruppen geteilt haben.

Die federführende Polizei Köln hat laut "Rheinischer Post" inzwischen 31 Beschuldigte identifiziert. 16 kommen demnach aus Nordrhein-Westfalen, 13 aus acht weiteren Bundesländern. Darüber hinaus hätten die Ermittler in dem Fall auch Verbindungen ins benachbarte Ausland gefunden. Allein in Nordrhein-Westfalen sitzen bereits sieben Verdächtige in Untersuchungshaft, außerdem gab es je eine Festnahme in Hessen und Rheinland-Pfalz.

"Nichts Vergleichbares in Deutschland"

Hunderte Polizisten arbeiten sich derzeit rund um die Uhr durch das Datenmaterial, unter dem sich massenhaft belastendes, kinderpornografisches Material befindet. Die Ermittlungsgruppe "Berg" sucht in Chats und Unmengen bei Verdächtigen beschlagnahmten Dateien nach Belegen für Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch. Dabei geht es nicht um ein zentral organisiertes Missbrauchsnetzwerk, sondern um die digitale Vernetzung einer Vielzahl von Tätern, darunter Familienväter.

Das ganze Verfahren habe "gewaltige Dimensionen angenommen", die über Nordrhein-Westfalen hinaus reichen, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob der "Rheinischen Post". "Trotz meiner 45 Dienstjahre kenne ich nichts Vergleichbares in Deutschland", so Jacob.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/AFP