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Obst und Sexismus-Vorwürfe Netto provoziert mit nackten Werbe-Models

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Sexistische Werbung führt immer wieder zu Shitstorms im Netz.

(Foto: imago images / McPHOTO)

Trotz der Tatsache, dass schon viele Unternehmen mit sexistischer Werbung negativ aufgefallen sind, passiert es immer wieder: Dieses Mal wirbt Discounter Netto mit fast nackten Models für unverpacktes Obst. Der Kunden-Shitstorm lässt nicht lange auf sich warten.

Lebensmittel-Discounter Netto erlebt in den sozialen Netzwerken einen Shitstorm, nachdem das Unternehmen in einer Anzeige mit viel nackter Haut für unverpacktes Obst und Gemüse geworben hat. Die Werbekampagne, die immer noch im Umlauf ist, zeigt unter anderem eine nackte Frau, die sich zwei Paprika vor ihre Brüste hält. Darüber steht die Überschrift: "Nackte Tatsache! Wir haben unverpacktes Obst und Gemüse. Kaufe unverpackt".

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Damit ist das Unternehmen nach Ansicht einiger Beobachter deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Da heißt es bei Twitter beispielsweise: "Was haben Sie sich dabei gedacht?". Ein Nutzer wünscht dem Unternehmen sogar einen Umsatzeinbruch.

Der Twitter-Account von "Pinkstinks.de" zeigt außerdem, dass nicht nur nackte Frauen, sondern in einer anderen Anzeige auch nackte Männer gezeigt werden. Eine weitere Instagram-Userin kommentiert: "Ich dachte, diese Zeiten lägen hinter uns", und versieht den Post unter anderem mit dem Hashtag "sexismusimalltag". Auch Prominente ärgern sich über die Werbung: So postete auch Schauspielerin Sibel Kekilli in einer Instagram-Story etwas dazu und fragte: "Und dafür wurde eine Werbeagentur beauftragt?"

Das eigentliche Anliegen von Netto - dass Obst und Gemüse unverpackt verkauft werden - rückt dabei eher in den Hintergrund, weil sich zahlreiche User über die sexistische Aufmachung der Werbung aufregen. Doch scheinbar stört dies das Unternehmen wenig, denn die Anzeige ist immer noch sichtbar.

Der kalkulierte Sexismus-Skandal

Der Discounter ist mit einer solchen Werbung kein Einzelfall. Zuletzt produzierte True Fruits mit einer Werbeanzeige Schlagzeilen. Eigentlich wurde dabei für einen Smoothie geworben. Daneben war jedoch eine Frau mit nackter Haut abgebildet, auf deren Rücken mit Sonnenmilch ein Penis aufgemalt war. Die einkalkulierte Aufregung war groß. Teilweise wurden auch Boykottaufrufe gegen das Unternehmen laut.

Eine hohe Aufmerksamkeit ist den Unternehmen mit diesen Aktionen sicher, allerdings kommen sexistische Inhalte bei vielen potenziellen Kunden gerade in Zeiten der "MeToo"-Bewegung nicht gut an. Netto jedenfalls hat seine Werbung nicht auf seinem Instagram-Account gepostet. Vielleicht, weil das Unternehmen schon ahnte, was manch ein Nutzer davon halten würde.

Quelle: n-tv.de, sgu

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