Panorama
Sonntag, 28. September 2014

Oktoberfest-Attentat 1980: Neue Spur widerlegt Einzeltäter-These

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Anschlag auf das Oktoberfest kommt Bewegung in den Fall. Eine Frau, die damals schon ausgesagt hat, wendet sich noch einmal an einen Opferanwalt. Der will nun dafür sorgen, dass ihre Geschichte dieses Mal gehört wird.

Bei dem Attentat 1980 kamen 13 Menschen ums Leben. Mehr als 200 wurden verletzt.
Bei dem Attentat 1980 kamen 13 Menschen ums Leben. Mehr als 200 wurden verletzt.(Foto: picture alliance / dpa)

34 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest, bei dem 13 Menschen getötet und etwa 200 weitere zum Teil schwer verletzt worden waren, ist durch eine neue Zeugenaussage die These von einem Einzeltäter schwer erschüttert worden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat sich beim dem Anwalt Werner Dietrich, der sechs Opfer des Anschlags vertritt, eine Zeugin gemeldet.

Die Frau hat damals als Studentin Sprachunterreicht in einer Unterkunft für Aussiedler gegeben. Sie gab an, am Tag nach dem Attentat im Schrank eines ihrer Schüler Waffen und Flugblätter entdeckt zu haben. Die Flugblätter hätten einen lobenden Nachruf auf den Attentäter Gundolf Köhler enthalten, der bei dem Anschlag selber ums Leben gekommen war.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei den Namen Köhlers aber noch gar nicht bekanntgegeben. Die Zeugin meldete dies damals auch der Polizei, wurde aber nach ihren Angaben auf dem Polizeipräsidium abgewimmelt und wieder nach Hause geschickt.

Der Anwalt hat die neue Zeugenaussage in seinen Antrag auf Wiederaufnahme der Ermittlungen aufgenommen, den er bei Generalbundesanwalt in Karlsruhe eingereicht hat. Dietrich sieht in dieser Aussage den eindeutigen Beleg dafür, dass Köhler damals nicht alleine gehandelt haben kann. Die Behörden gehen dagegen bis heute davon aus, dass der Attentäter keine weiteren Hintermänner gehabt hat.

Quelle: n-tv.de