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Krankenkassen ungleich belastet Ostdeutsche schlucken mehr Pillen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Unterschied beim Medikamentenverbrauch zwischen Ost und West ist verblüffend: Ostdeutsche nehmen deutlich mehr Medikamente. Grund sind aber nicht häufigere Erkrankungen.

Die Arzneimittel-Ausgaben sind in manchen Teilen Ostdeutschlands einem Zeitungsbericht zufolge fast doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Das zeigt ein Städtevergleich zum Medikamenten-Verbrauch der Krankenkasse Barmer GEK, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Demnach gab die Krankenkasse in Bremen (34.100 Barmer-Versicherte) vergangenes Jahr 13,9 Millionen Euro für Medikamente aus, in Halle in Sachsen-Anhalt (35.500 Barmer-Versicherte) waren es dagegen 24,2 Millionen Euro.

Auch andere Städtepaare belegen dem Bericht zufolge diesen Unterschied: Im rheinland-pfälzischen Trier schluckten 19.000 Barmer-Versicherte Arzneimittel im Wert von 7,6 Millionen Euro, im brandenburgischen Cottbus (19.000 Barmer-Versicherte) waren es 11,6 Millionen. Im bayerischen Landshut (16.300 Barmer-Versicherte) gab die Kasse demnach 5,8 Millionen für Arzneimittel aus, in Gotha in Thüringen (ebenfalls 16.300 Versicherte) waren es 9,5 Millionen Euro.

Hauptgrund für die Unterschiede ist dem Bericht zufolge offenbar, dass die Pharmaindustrie in Ostdeutschland sehr viel aggressiver wirbt als im Westen. "Wir vermuten intensive Aktivitäten der Pharmaindustrie im Osten der Republik, um das Verordnungsverhalten der Ärzte entsprechend zu beeinflussen", zitierte die Zeitung einen Barmer-Sprecher.

Quelle: n-tv.de, apo/AFP

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