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Regimetreue Spermien? Samenbank nimmt nur loyale Chinesen an

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"Die Liebe zur Partei beginnt mit einem Spermium", kommentiert ein Nutzer auf WeChat.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit freiwilligen Samenspenden können Männer auch in China schnelles Geld verdienen. Eine der größten Samenbanken des Landes knüpft die bezahlte Ejakulation neuerdings jedoch an die "Liebe zum sozialistischen Mutterland" – und erntet prompt Spott.

Für spendenwillige Männer setzt eine der größten Samenbanken Chinas neuerdings Linientreue voraus: Samenspender müssten "das sozialistische Mutterland lieben, die Führung der Kommunistischen Partei unterstützen, loyal gegenüber der Sache der Partei" sowie anständige und gesetzestreue Bürger sein, "frei von politischen Problemen", kündigte der Betreiber der Samenbank, das Pekinger Universitätskrankenhaus III, über die in China beliebte Mitteilungs-App WeChat an.

Wie die politischen Vorbedingungen überprüft werden, wird zunächst nicht näher erklärt. Abgesehen von den ideologischen Anforderungen müssen Männer sich einem herkömmlichen Gesundheitstest unterziehen. Für eine erfolgreiche Spende erhalten sie umgerechnet rund 700 Euro.

Im Internet ernteten die im Zuge einer Werbeaktion für Samenspenden veröffentlichten neuen Richtlinien Spott. "Die Liebe zur Partei beginnt mit einem Spermium", kommentierte ein Nutzer auf WeChat. "Offensichtlich haben sie in Biologie nicht gut aufgepasst. Anerzogene Wesenszüge sind nicht vererbbar", spöttelte ein anderer.

Quelle: n-tv.de, mra/AFP

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