Panorama

Japanisches Gericht will 3300 Euro Vagina-Künstlerin muss Geldstrafe zahlen

Japan ist einer der größten Märkte der Erotikindustrie. Die Darstellung von Geschlechtsteilen ist dennoch untersagt. Einer Künstlerin, die 3D-Modelle ihrer Vagina fabriziert, bringt das Verbot nun eine Verurteilung ein - und ganz viel Aufmerksamkeit.

Nach einem aufsehenerregenden Gerichtsprozess ist die japanische "Vagina-Künstlerin" Megumi Igarashi zu einer Geldstrafe von 400.000 Yen (knapp 3300 Euro) verurteilt worden, weil sie unter anderem Plastiken in Form ihrer Genitalien ausgestellt hatte. Das Tokioter Bezirksgericht sprach die Künstlerin wegen der Verbreitung von "obszönem Material" schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte 800.000 Yen gefordert. Der Fall hatte eine scharfe Zensur-Debatte ausgelöst.

Igarashi war vor zwei Jahren festgenommen worden, weil sie einen Bauplan für ein Kajak in Form ihrer Vagina als Datensatz für 3-D-Drucker verbreitet hatte. Nach heftigen Protesten und Widerspruch ihrer Anwälte kam sie wenige Tage später wieder frei, wurde dann aber nach wenigen Monaten erneut festgenommen, weil sie im Schaufenster ihres Tokioter Geschäfts kleine Vaginen präsentiert hatte.

"Ein Körperteil ist nicht schuldig"

Trotz einer florierenden Porno-Industrie ist die Zurschaustellung von Genitalien in Japan verboten. Diese werden normalerweise nur verpixelt oder mit schwarzem Balken gezeigt. Dass ihre Genitalien zum Gegenstand eines juristischen Verfahrens wurden, stößt bei der Künstlerin, die sich auch Rokude Nashiko (Böses Mädchen) nennt, auf Spott.

"Ich bin unschuldig, denn weder die Daten für weibliche Genitalien noch meine Kunstwerke in Form von Vaginas sind obszön", sagte sie dem Gericht im vergangenen Jahr. Zu dem Termin an diesem Montag erschien sie mit einem Spruchband, auf dem stand: "Ein Körperteil ist nicht schuldig".

Quelle: ntv.de, shu/AFP

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