Panorama

Einreiseverbote und Umbuchungen Was Sars-CoV-2 für Urlauber bedeutet

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Fluggesellschaften zeigen sich angesichts des Virus kulanter, was Umbuchungen betrifft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus bremst nicht nur das öffentliche Leben aus, sondern durchkreuzt auch Reisepläne: Um eine Ausbreitung zu verhindern, werden immer mehr Einreisebeschränkungen aufgestellt. Wohin dürfen deutsche Urlauber trotzdem noch reisen - und was passiert, wenn sie dort krank werden?

Vor Reisen in welche Regionen wird gewarnt?

Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor Reisen in die chinesische Provinz Hubei. Abgeraten wird auch von nicht notwendigen Reisen in den Rest des Landes - mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao. Auch von nicht erforderlichen Reisen nach Italien rät die Behörde ab, ohne jedoch explizit eine Reisewarnung auszusprechen. Das Robert-Koch-Institut stuft inzwischen ganz Italien als Risikogebiet ein.

Was sollte ich vor Reiseantritt tun?

Ganz gleich wohin die Reise geht: Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich bei der Botschaft oder dem Konsulat des jeweiligen Landes in Deutschland zu informieren, bevor man in den Flieger oder Zug steigt. Schließlich ändert sich die Situation stündlich, und in einigen Ländern gelten Beschränkungen für Reisende aus Deutschland. Gleichzeitig sollten Reisende die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (www.diplo.de) lesen und sich in die Krisenvorsorgeliste eintragen, mit der Deutsche im Ausland erfasst werden.

In welchen Ländern gelten derzeit Einreisebeschränkungen für Reisende aus Deutschland?

Israel verwehrt Touristen aus Deutschland die Einreise derzeit komplett. Wer sich bereits im Land befindet, muss dieses laut Gesundheitsministerium "in den nächsten Tagen auf geordnete Weise" verlassen. In El Salvador gilt ebenfalls ein Einreisestopp für Besucher aus Deutschland und auch Kasachstan lässt Reisende aus Deutschland nicht mehr ins Land.

Italien wurde zur Sperrzone erklärt, die Grenzen jedoch nicht geschlossen. An bestimmten Flughäfen in besonders betroffenen Gebieten darf allerdings nur noch einreisen, wer geschäftlich in Italien zu tun hat oder dort wohnt.

Wer von Deutschland aus nach Russland reist und plant in Moskau zu bleiben, muss sich laut der International Air Transport Association bei einer Hotline melden und sich zunächst selbstständig 14 Tage in Isolation begeben. Auch in Uganda müssen Reisende aus Deutschland zuerst eine 14-tägige Selbst-Quarantäne durchlaufen. Polen führt an der Grenze zu Deutschland Temperaturmessungen durch - zunächst in Bussen, künftig sollen auch Züge und Autofähren kontrolliert werden.

Reisende aus Deutschland, die nach Nepal fliegen, erhalten laut der nepalesischen Botschaft in Deutschland kein Visum bei der Einreise ins Land mehr. Vielmehr müssen sie bereits im Voraus ein Visum beantragen und dabei ein Zertifikat vorzeigen, das bestätigt, dass sie nicht am Coronavirus erkrankt sind. Eine Einreise ist nur noch über Katmandu möglich. Vietnam hebt die Visafreiheit für Deutsche vorübergehend auf. Thailand-Reisende aus Deutschland müssen sich laut der Botschaft bei der Einreise einer vorbeugenden Kontrolle unterziehen. Wenn sie Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Atemprobleme haben, werden sie medizinischem Personal vorgestellt.

Wer sich in den vergangenen 14 Tagen in Italien oder China aufgehalten hat, muss noch mit weit mehr Einschränkungen rechnen. In fast allen Ländern gibt es aber Ausnahmen für die Reisebeschränkungen: Einreisen dürfen dann etwa Staatsbürger des jeweiligen Landes, Diplomaten oder Menschen, die dort ihren Wohnsitz haben.

Was soll ich tun, wenn ich im Urlaub krank werde?

Wer es ins Urlaubsland geschafft hat und dort Krankheitssymptome entwickelt, dem rät das Auswärtige Amt, telefonisch einen ortsansässigen Arzt zu kontaktieren - möglicherweise können dabei das Reiseunternehmen oder das Hotel helfen. Wenn vor Ort eine Quarantäne angeordnet wird, gilt diese auch für Touristen: Sie müssen die Anordnung der lokalen Gesundheitsbehörden befolgen. Über die App "Sicher Reisen" des Auswärtigen Amts können sich Reisende über die Lage im Reiseland auf dem Laufenden halten.

Was muss ich bei der Rückreise nach Deutschland beachten?

Wer den Urlaub im Ausland krankheits- und quarantänefrei überstanden hat, muss bei der Rückkehr nach Deutschland eventuell bürokratische Hürden überwinden. Zwar liegen derzeit keine Einreisebeschränkungen vor, wer mit dem Flugzeug oder Schiff aus dem Iran, Italien, Japan oder Südkorea zurück nach Deutschland reist, muss aber laut Auswärtigem Amt eine sogenannte Aussteigekarte ausfüllen. Darin müssen Reisende angeben, wo und wie sie in den kommenden 30 Tagen zu erreichen sind - für den Fall, dass bei einem Mitreisenden das Coronavirus nachgewiesen wird. Wer aus China einreist, muss zusätzlich Angaben zum Aufenthaltsort in China, zu Kontaktpersonen und zum Gesundheitszustand machen.

Wenn nach der Rückkehr aus einem Coronagebiet Krankheitssymptome auftreten, gilt wie immer: Hausarzt oder ärztlichen Bereitschaftsdienst telefonisch kontaktierten, Kontakt zu den Mitmenschen vermeiden und im Zweifel zu Hause bleiben.

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich mich entscheide, zu Hause zu bleiben?

Pauschalreisen können Kunden generell kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubsort "unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände" auftreten, die den Urlaub erheblich beeinträchtigen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist dafür nicht zwingend notwendig. Es lohnt sich also, beim Reiseveranstalter nachzufragen, ob Stornieren oder Umbuchen auf Kulanzbasis möglich ist. Zahlreiche Reiseveranstalter lockern derzeit ohnehin ihre Regelungen, Umbuchen oder Stornieren sind oftmals bis 14 Tage vor Antritt der Reise kostenlos.

Auch Fluglinien zeigen sich wegen des Coronavirus kulanter: Die Lufthansa ermöglicht es Passagieren, kostenlos umzubuchen oder zu stornieren, wenn der Flug wegen veränderter Einreisebestimmungen nicht angetreten werden kann. Unabhängig davon dürfen Kunden einmal auf ein neues Datum in diesem Jahr umbuchen. Bei Eurowings ist auch einmaliges Umbuchen auf einen neuen Zielort möglich. Condor bietet für Neubuchungen zwischen dem 5. und 20. März eine kostenlose Umbuchung an. Die etwaigen Mehrkosten des neuen Flugtickets gegenüber dem bereits bezahlten Preis müssen dann aber bezahlt werden. Den Flug aus bloßer Angst vor einer möglichen Ansteckung gänzlich zu stornieren und erstattet zu bekommen, dürfte sich schwieriger gestalten.

Quelle: ntv.de