Panorama

Unterschiede bei Grundschulen Welche Regeln für Schule und Kita in welchem Bundesland gelten

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Gelernt werden soll vorrangig zu Hause.

(Foto: imago images/MiS)

An eine flächendeckende Rückkehr zum gewohnten Präsenzunterricht im Klassenraum ist nach der Verlängerung des Lockdowns nicht zu denken. Doch die Bundesländer legen die Vorgaben unterschiedlich aus. Während manche bis auf Weiteres auf Distanzlernen setzen, plant eine Landesregierung die zeitnahe Öffnung.

Baden-Württemberg: Die baden-württembergische Landesregierung stellte in Aussicht, Kitas und Grundschulen ab dem 18. Januar eventuell zu öffnen. Das gibt der gemeinsame Bund-Länder-Beschluss für den Fall her, dass das Pandemie-Geschehen dies gestattet. Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte dies am Dienstagabend als "Ziel". Es könne aber erst kommende Woche anhand der aktuellen Infektionszahlen entschieden werden, ob dies "vertretbar" sei.

Bayern: Bayern bleibt angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens bei seinem bisherigen Kurs. Lockerungen an Schulen und Kitas wird es nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder im Januar nicht geben. "Wir dürfen nicht vorzeitig abbrechen", erklärte er auf Twitter. Auch nach dem Ende der Winterferien wird es deshalb bis auf Weiteres lediglich Distanzunterricht plus Notbetreuung für jüngere Kinder geben. Für Abschlussklassen gelten auch hier Ausnahmen. Der Präsenzunterricht in den Schulen solle ab Februar wieder aufgenommen werden, zunächst an den Grundschulen. Um ausgefallenen Unterrichtsstoff nachzuholen, sollten die Faschingsferien genutzt werden.

Berlin: Die Schulen in der Hauptstadt bleiben vorerst weitgehend geschlossen. "Es ist so, dass ab dem 11. Januar weiterhin kein Regelunterricht an den Berliner Schulen stattfindet", sagte Kultursenator und Bürgermeister Klaus Lederer nach einer Sondersitzung des Senats. Allerdings soll es ab dem 11. Januar nach Angaben der Bildungsverwaltung für die abschlussrelevanten Jahrgänge Wechselunterricht geben. Dabei sollen die Lerngruppen maximal halb so groß sein wie üblich. Ab dem 18. Januar soll es dann auch in den Klassen 1 bis 3 mindestens drei Stunden täglich Unterricht in der Schule geben, ebenfalls in Gruppen, die höchstens halb so groß wie üblich sein dürfen. Im nächsten Schritt wird diese Regel ab dem 25. Januar auf die Klassen 4 bis 6 ausgeweitet.

Brandenburg: Die Landesregierung will erst am Freitag abschließend über die Verlängerung und Verschärfung der Corona-Beschränkungen entscheiden. Dies erklärte Regierungssprecher Florian Engels. Die Vereinbarungen der Regierungschefs von Bund und Ländern müssten in Landesrecht umgesetzt werden. "Das betrifft insbesondere die Einschränkungen des Bewegungsradius aus Regionen mit hohen Infektionszahlen und den Schulbereich, aber auch weitere Themen", erklärte Engels.

Bremen: In Bremen bleibt die Schulanwesenheitspflicht auch nach dem Ende der Weihnachtsferien am Freitag ausgesetzt. Damit können Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollen.

Hamburg: An den Schulen der Hansestadt bleibt die Präsenzpflicht aufgehoben. Die Schüler sollen möglichst online unterrichtet werden, können aber weiter betreut werden. "Distanzunterricht ist das Modell. Wir schicken aber kein Kind weg", sagte Schulsenator Ties Rabe. Auch in die Kindertagesstätten können Eltern bei Bedarf weiterhin ihre Kinder schicken, sofern sie sie nicht zu Hause betreuen können.

Hessen: In Hessen gab es zunächst keine genaueren Beschlüsse. Dort sollen nach ersten Angaben von Ministerpräsident Volker Bouffier nach dem Krisengipfel vom Dienstag Kitas und Grundschulen aber wohl öffnen. Weiterführende Schulen sollen dagegen geschlossen bleiben. Das Kabinett tagt noch am heutigen Mittwoch.

Mecklenburg-Vorpommern: Im bisher vergleichsweise wenig von der Pandemie betroffenen Mecklenburg-Vorpommern sollen Kitas und Grundschulen geöffnet bleiben. "Wir machen so weiter wie bisher", sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dem NDR. Es wird zwar ausdrücklich an Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu behalten - für die Klassen eins bis sechs bleiben Schulen aber geöffnet. Die Schülerinnen und Schüler sollen nur kommen, wenn eine Betreuung zu Hause nicht möglich ist. Ab Klasse sieben ist weiter Distanzunterricht vorgesehen. Laut der SPD-Politikerin will das Land prüfen, ob in Regionen mit einem Inzidenzwert von unter 50 schon ab 18. Januar eventuell eine frühere Rückkehr zu Präsenzmodellen in weiteren Klassenstufen infrage kommen könnte.

Niedersachsen: Niedersachsen lässt alle weiterführende Schulen gemäß der Bund-Länder-Beschlüsse bis Ende des Monats zu, wird jedoch bei Grundschulen weniger strikt sein. Laut Landesbildungsministerium werden Grundschüler nach dem Ende der Weihnachtsferien ab dem kommenden Montag zunächst eine Woche im Distanzunterricht zu Hause beschult und wechseln ab dem 18. Januar in ein Wechselmodell, bei dem sich Präsenz- und Digitalunterricht in halber Klassenstärke abwechseln.

Nordrhein-Westfalen: In den nordrhein-westfälischen Schulen wird es im Januar keinen Präsenzunterricht geben. Ab der kommenden Woche - spätestens jedoch ab Mittwoch - sollen die Kinder im Distanzunterricht lernen, kündigte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer an. Für Kinder der ersten bis zur sechsten Klasse solle es in den Schulen Betreuungsangebote geben. Kindertagesstätten sollen bis Ende Januar in einen "eingeschränkten Pandemiebetrieb" gehen. NRW-Familienminister Joachim Stamp appellierte an die Eltern, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Wenn dies nicht gehe, sollen Kinder ab Montag in den Einrichtungen in festen Gruppen betreut werden.

Rheinland-Pfalz: Der bislang bis 15. Januar vorgesehene Fernunterricht wird bis zum 22. Januar verlängert, wie Bildungsministerin Stefanie Hubig mitteilte. Bei besonderem Betreuungsbedarf bleiben Schulen weiter geöffnet. Sobald die Infektionszahlen nach unten gehen und belastbarer sind als jetzt, sollen die Schulen in der letzten Januarwoche für die Klassenstufen 1 bis 6 in den Wechselunterricht übergehen. Die Präsenzpflicht für die Schülerinnen und Schüler soll aber weiter aufgehoben bleiben. Für die Abschlussklassen gibt es ab 15. Januar eine Sonderregelung mit dem Ziel, sie in geteilten Gruppen mit Abstandsregeln in der Schule zu unterrichten. Auch Auszubildende sollen vor ihren Abschlussarbeiten häufiger in die Schule kommen können. Die Kindertagesstätten bleiben weiterhin für die Jungen und Mädchen offen, deren Eltern keine Betreuung sicherstellen können. Auch Kinder mit einem besonderen Unterstützungsbedarf sollen weiter in die Kita gehen können.

Saarland: Das Saarland hat infolge der Lockdown-Verlängerung noch keine neuen Regeln angekündigt. Seit dem 16. Dezember gilt dort die Maßgabe, dass alle Kinder und Jugendlichen möglichst zu Hause bleiben sollen. Die Schulen sind auf Distanz- und Fernunterricht umgestiegen, die Präsenzpflicht ist aufgehoben. Für die Klassen eins bis sechs gibt es Angebote, falls eine Betreuung zu Hause nicht möglich ist. Auch Schülerinnen und Schüler, die in den eigenen vier Wänden keine geeigneten Arbeitsmöglichkeiten haben, sollen in den Schulen betreut werden können. Auch bei Kitas wird Betreuung zu Hause empfohlen, ein Notbetrieb soll aber verfügbar sein.

Sachsen: Im besonders hart von der Pandemie betroffenen Sachsen bleiben Schulen und Kitas bis mindestens 8. Februar komplett geschlossen. Alle Schülerinnen und Schüler bleiben nach Angaben der Landesregierung zunächst bis 31. Januar im Distanzunterricht zu Hause, Ausnahmen gelten nur für Abschlussklassen älterer Jahrgänge. Für Grundschul- und Kitakinder gibt es eine Notbetreuung. Danach folgen vorverlegte Winterferien bis zum 8. Februar, die zweite Ferienwoche soll dann in der Karwoche vor Ostern nachgeholt werden. Die Schulen sollen auch dann nur öffnen, falls es die Infektionslage erlaubt - und nur im Wechselschichtsystem.

Sachsen-Anhalt: Für die Kinder und Jugendlichen wurden die Weihnachtsferien bis zum Wochenende verlängert. Ab Montag werden die wenigsten von ihnen in die Schulen zurückkehren. Die Landesregierung entschied, dass die Schulen wegen der weiterhin angespannten Infektionslage geschlossen werden. Nur die Abschlussklassen sollen möglichst täglich in Präsenz unterrichtet werden. Für alle anderen soll Fernunterricht angeboten werden. Eltern mit systemrelevanten Berufen können Kinder der ersten bis sechsten Klasse in den Schulen notbetreuen lassen. Trotz der angekündigten Schulschließungen können sich Lehrkräfte und weiteres Personal ab Donnerstag freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Ein Grund dafür sei, dass bis zum Wochenende in vielen Schulen viel Personal zusammenkomme, um den Unterricht nach den Ferien zu organisieren.

Schleswig-Holstein: Die meisten Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein werden nach den Weihnachtsferien bis Ende Januar nicht in den Schulen unterrichtet. Vom 11. Januar an soll es Distanzunterricht geben, der Unterricht in den Schulen sei ausgesetzt, sagte Bildungsministerin Karin Prien in Kiel. Das gilt auch für die Berufsschulen. Ausnahme sind die Abschlussjahrgänge. Sie sollen ab Montag entsprechende Lern- und Vorbereitungsangebote in den Schulen bekommen. Wie schon im Frühjahr werde es auch eine Notbetreuung für Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sechs geben. Prien sagte, es könnte auch schon vor Ende Januar erste Schritte zur Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts geben. Voraussetzung sei, dass in Schleswig-Holstein die Zahl der Neuinfektionen dauerhaft deutlich unter der Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner pro Woche liege.

Thüringen: Auch im ebenfalls schwer betroffenen Nachbarland Thüringen bleiben Schulen und Kitas noch bis Ende Januar komplett geschlossen, wie die Landesregierung in Erfurt entschied. Die Winterferien sollen in die letzte Januarwoche vorgezogen und in der anschließenden ersten Februarwoche zusätzlich auch noch kein Präsenzunterricht stattfinden. Erst ab Mitte Februar soll dann nach dem derzeitigen Planungsstand ein "eingeschränkter Regelbetrieb" wieder anlaufen.

Quelle: ntv.de, tsi/AFP/rts/dpa