Politik

Gespräche über zweite Amtszeit Alle wollen Gauck

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Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit wäre Gauck 77 Jahre alt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Gauck. Der will erst im Frühsommer entscheiden, ob er noch einmal antritt. Dass er es tut, wünschen sich auch die Regierungsparteien – auch aus Eigennutz.

Spitzenpolitiker der Regierungsparteien versuchen laut einem Bericht derzeit in vertraulichen Gesprächen, Bundespräsident Joachim Gauck zu einer zweiten Amtszeit zu bewegen. Dabei werde auch über eine "italienische Lösung" gesprochen, also ein möglicher Rückzug nach der Hälfte der neuen Amtszeit, berichtete die "Frankfurter Rundschau" und beruft sich auf Koalitionskreise. Gauck wäre bei einem erneuten Amtsantritt 77 Jahre alt.

In mehreren Gesprächen baten demnach führende Unions- und SPD-Politiker Gauck, in der Bundesversammlung am 12. Februar 2017 noch einmal anzutreten. Sie hätten dabei betont, dass niemand von ihm verlange, bereits mit dem Plan eines vorzeitigen Amtsverzichts ins Rennen zu gehen. Man habe dem 76-Jährigen aber versichert, dass er nicht dafür kritisiert würde, wenn er im Laufe seiner zweiten Amtszeit feststelle, dass seine Kräfte doch nicht ausreichten, hieß es.

Gezanke vor der Wahl stört

Da es keinen anderen Kandidaten gebe, der in beiden Volksparteien mehrheitsfähig sei, fürchte man in Union und SPD negative Auswirkungen auf den Bundestagswahlkampf 2017, falls sie den Bürgern bei der Präsidenten-Suche ein Schauspiel von Parteiengezänk und Handlungsunfähigkeit böten, hieß es weiter.

Als sich die Parteien in Italien in einer ähnlichen Situation im Jahr 2013 nach mehreren Wahlgängen nicht auf einen Nachfolger einigen konnten, hatte der damals 87-jährige Präsident Giorgio Napolitano entgegen seiner ursprünglichen Absicht noch einmal kandidiert. Weniger als zwei Jahre später trat er zurück.

Gaucks Amtszeit endet im März 2017.  Er hatte zuletzt erklärt, er werde seine Entscheidung über eine zweite Amtszeit im Frühsommer bekannt geben. Erst kürzlich sprach sich eine klare Mehrheit der Deutschen für eine zweite Amtszeit Gaucks aus.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bei der Wahl 2010 noch Gaucks damaligen Kontrahenten und späteren Amtsinhaber Christian Wulff von der CDU unterstützt hatte, sprach sich bereits für eine zweite Amtszeit des 76-Jährigen aus. "Ich würde mich freuen", sagte Merkel kürzlich, betonte aber, Gauck müsse die Entscheidung selber treffen.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa/rts

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