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Auch Zivilisten getötet Anti-IS-Allianz bombt Weg für Rebellen frei

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In der Provinz Idlib haben Rebellen die syrische Armee verdrängt. In der Nachbarprovinz Aleppo wird noch gekämpft - auch die Anti-IS-Allianz greift jetzt ein.

(Foto: REUTERS)

Die von den USA angeführte Koalition gegen den IS hat Schätzungen zufolge auch mindestens 150 Zivilisten auf dem Gewissen. Bei einem Schlag bei Aleppo löschen die Bomben eine ganze Familie aus. Erstmals scheint die Allianz gezielt den Rebellen zu helfen.

Bei einem Bombardement der US-geführten internationalen Militärallianz ist im Nordwesten Syriens nach Angaben von Aktivisten eine ganze Familie getötet worden. Die Eltern und ihre fünf Kinder seien in der Nacht bei Angriffen auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der Provinz Aleppo gestorben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die Angriffe wären die erste direkte Luftunterstützung der Amerikaner für die Rebellengruppen, die in Kämpfen gegen die IS-Terrormiliz um ihren Nachschubkorridor zur türkischen Grenze fürchten müssen. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte lediglich, dass bei einem Luftangriff nahe Aleppo ein Abwehrgeschütz und eine Stellung des IS zerstört worden seien.

Die Zahl der Zivilisten, die bei Attacken der Allianz seit dem 23. September getötet worden seien, liege damit inzwischen bei 148, unter ihnen 48 Kinder und 32 Frauen.Die Allianz räumte im Mai ein, dass im vergangenen November bei einem Angriff in Aleppo zwei Kinder getötet worden seien. Der Tod weiterer Zivilisten wurde bislang nicht bestätigt. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Informantennetzwerk vor Ort, ihre Angaben sind unabhängig kaum überprüfbar.

Der Islamische Staat (IS) hatte vor gut einer Woche eine Offensive gegen die Rebellen gestartet und dabei Soran nördlich der Millionenstadt Aleppo eingenommen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle war Soran auch das Ziel der US-Luftschläge. Aleppo wird teilweise von Truppen des Machthabers Baschar al-Assad und Rebellengruppen kontrolliert. Da unter diesen auch die radikale Al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, sowie andere Extremistengruppen sind, waren US-Luftangriffe für unwahrscheinlich gehalten worden.

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP/dpa

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