Politik

Brandbrief an CDU Arbeitgeber warnen vor teurer Grundrente

126155911.jpg

Der Arbeitgeberverband BDA lehnt den Plan der SPD zur Grundrente strikt ab.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die CDU dürfe sich nicht auf einen Kompromiss mit der SPD einlassen, warnt der Arbeitgeberverband BDA. Seine Befürchtung: Die geforderten Änderungen bei der Grundrente würden das Vorhaben zehnmal teurer machen als geplant.

Der Arbeitgeberverband BDA warnt einem Medienbericht zufolge die Union vor einem Grundrenten-Kompromiss mit der SPD. In einem Brandbrief an den CDU-Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus fordert BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter "dringend", von den jüngst bekanntgewordenen Plänen abzusehen, wie "Bild am Sonntag" vorab berichtete.

"Es darf nicht sein, dass immer weitere Milliarden für das Koalitionsklima statt für dringend nötige Infrastruktur- und Zukunftsmaßnahmen investiert werden", zitiert das Blatt aus dem Schreiben. Spitzenvertreter der großen Koalition wollen am Montag über die geplante Grundrente beraten. Verhandlungskreisen zufolge soll zunächst eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Kanzleramtschef Helge Braun von der CDU und SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil tagen. Sie solle den am späten Abend zusammenkommenden Partei- und Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU und SPD einen Einigungskorridor vorschlagen.

Eine Vereinbarung laufe darauf hinaus, dass es anstelle der von der Union geforderten Bedürftigkeitsprüfung eine Einkommensüberprüfung geben könnte. Damit wäre gewährleistet, dass die Grundrente vor allem jenen zugutekäme, die nur über ein geringes Einkommen verfügen. Laut Zeitung hält Kampeter dieses Modell für unangemessen teuer.

Der BDA gehe davon aus, dass es rund zehnmal so viel kosten würde wie die im Koalitionsvertrag vorgesehenen 200 Millionen Euro. SPD-Übergangschefin Malu Dreyer sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Ich bin zuversichtlich, dass wir bald eine Einigung in Sachen Grundrente bekommen." Die Grundrente solle automatisch gezahlt werden. "Dafür soll niemand zum Amt gehen und einen riesigen Stapel an Formularen ausfüllen müssen", betonte sie.

Quelle: ntv.de, ibu/rts