Politik

Viele Kinder unter den Opfern Ärzte: Assad bombardiert Klinik in Homs

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erhebt schwere Vorwürfe: Syriens Machthaber Assad habe zunächst eine Bombe über einem Wohngebiet abwerfen lassen - und dann die Überlebenden im Krankenhaus bombardiert. Das Ziel: möglichst viele Zivilisten treffen.

*Datenschutz

Bei einem Angriff mit Fassbomben auf ein syrisches Krankenhaus sind nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sieben Menschen getötet und 47 weitere verletzt worden - die Hälfte von ihnen Kinder unter 15 Jahren. Der Vorfall habe sich bereits am Samstag in Safarana ereignet, teilte die Organisation in Genf mit. Die Stadt liegt nordöstlich von Homs und wird von syrischen Rebellen gehalten.

Zunächst sei von einem Hubschrauber eine Fassbombe über bewohntem Gebiet abgeworfen worden. Dabei seien zwei Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Kurz nachdem die ersten Opfer in das von MSF unterstützte Krankenhaus gebracht worden waren, seien dort in Abständen von bis zu 40 Minuten noch einmal drei Fassbomben abgeworfen worden, teilte die Organisation mit. Diese Praxis sei gängig, um möglichst viele Menschen zu treffen, erklärte MSF-Einsatzleiter Brice de le Vingne.

Der Westen wirft der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad vor, im Kampf gegen Aufständische immer wieder Fassbomben einzusetzen. Dabei handelt es sich um mit Sprengstoff und Metallteilen gefüllte Fässer. Nach Angaben der Vereinigten Staaten warf die syrische Luftwaffe allein im September mehr als 1700 Fassbomben auf Moscheen, Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Ziele ab. Assad bestreitet derweil, Fassbomben einzusetzen.

Krankenhaus ist stark zerstört

Das Krankenhaus in einer von den Regierungstruppen belagerten Region wurde den Berichten zufolge stark zerstört. Die Organisation bot an, beim Wiederaufbau zu helfen. Die Ärzte ohne Grenzen betreiben im Norden Syriens sechs medizinische Einrichtungen und unterstützen mehr als 150 weitere Krankenhäuser und Arztpraxen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen weit mehr als vier Jahre. Zunächst friedliche Proteste gegen die Regierung in Damaskus ab März 2011 schlugen in einen Bürgerkrieg um. Schätzungen zufolge wurden seither mehr als 240.000 Menschen getötet, mehr als vier Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen aus Syrien vertrieben worden. Zehntausende von ihnen versuchen derzeit, Europa zu erreichen.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

Mehr zum Thema