Politik

Alternativ-Gesetzentwurf Ärzte sollen Bürger zu Organspende beraten

116941724.jpg

Organspender können Leben retten. Doch wie soll das Gesetz dazu künftig aussehen? Unter Politikern herrscht zu dem Thema Uneinigkeit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um Organspenden zu erhöhen, sieht Gesundheitsminister Spahn die doppelte Widerspruchslösung vor. Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Politikern spricht sich dagegen aus und will am Montag einen Gegenentwurf präsentieren.

Das Gegenmodell zu dem Organspende-Gesetzentwurf von Gesundheitsminister und CDU-Politiker Jens Spahn setzt neben einem Online-Register auf mehr Beratungsangebote. "Unser Vorschlag sieht vor, dass der Hausarzt seine Patienten bei Bedarf alle zwei Jahre über die Organ- und Gewebespende berät und sie zur Eintragung in das Online-Register ermutigt", sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock den Funke-Zeitungen. Am Montag will die Abgeordnetengruppe um Baerbock ihren Alternativ-Entwurf vorstellen.

Die fraktionsübergreifende Gruppe will im Grundsatz bei der heutigen Entscheidungsregelung bleiben. Der Anfang April vorgestellte Gesetzentwurf von Spahn, SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach und weiteren Abgeordneten sieht dagegen die doppelte Widerspruchslösung vor. Das heißt, jedem Erwachsenen könnte nach seinem Tod als Organspender gelten, wenn er nicht schriftlich widersprochen hat und die Angehörigen nicht von einem Widerspruch wissen.

Die Gruppe um Baerbock will ein bundesweites Online-Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende einrichten, um die Zahl der potenziellen Organspender zu erhöhen. Dadurch "sind im Bedarfsfall für die Krankenhäuser einfach und sicher die notwendigen Infos erreichbar, ob die Person Organspender ist", sagte Baerbock.

Geplant ist, die Bürger regelmäßig bei der Verlängerung ihres Personalausweises zu ihrer Organspendebereitschaft zu befragen. Diese Entscheidung könne jederzeit online über ein gesichertes Verfahren von zu Hause aus geändert werden, sagte die Grünen-Politikerin. Dem "Spiegel" sagte Baerbock: "Weil die Menschen regelmäßig auf die Organspende hingewiesen werden, wenn sie einen Ausweis beantragen, gibt es eine höhere Verbindlichkeit."

Das Gegenmodell zu Spahns Widerspruchslösung wird von Abgeordneten verschiedener Parteien unterstützt, darunter Stephan Pilsinger von der CSU, Karin Maag von der CDU, Ulla Schmidt von der SPD und der Linken-Politikerin Kathrin Vogler.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP