Politik

Angriff auf Saudi-Anlagen Aussicht auf rasche Reparatur drückt Ölpreis

Nach der Attacke auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verteuert sich Öl drastisch. Experten rechnen mit einer lange Zeit eingeschränkten Produktion. Doch offenbar sind die Schäden schneller behoben als gedacht.

Einen Tag nach dem deutlichen Anstieg der Ölpreise hat sich die Lage am Markt wieder entspannt. Hintergrund sind Spekulationen, Saudi-Arabien könnte die Produktion nach den Angriffen auf einige Anlagen deutlich schneller hochfahren als zunächst angenommen. So ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Ölproduktion binnen zwei bis drei Wochen wieder normalisiert. Zuvor hatten Börsianer befürchtet, dass die Reparaturen mehrere Monate in Anspruch nehmen werden.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 61,76

Derweil erklärte ein hochrangiger Regierungsvertreter, das Königreich habe bereits fast 70 Prozent der Produktionsmenge von 5,7 Millionen Barrel Öl pro Tag wiederhergestellt, die durch die Attacken lahmgelegt worden war.

In der Folge verbilligte sich die Sorte Brent aus der Nordsee um bis zu 6,9 Prozent auf 64,24 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Vortag war der Preis wegen der Angriffe auf saudi-arabische Ölförderanlagen um zeitweise ein Fünftel gestiegen - das war zugleich der größten Kurssprung seit 1991. Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen den USA und Iran sei vorerst aber nicht mit weiteren größeren Preisrücksetzern zu rechnen, sagte Analystin Fiona Cincotta vom Brokerhaus City Index.

Im Sog des fallenden Ölpreises gingen auch die Titel der Ölkonzerne auf Talfahrt. Die Papiere von BP und Exxon verloren bis zu 1,5 Prozent. Ölindustrie-Dienstleister wie Halliburton, Saipem, Schlumberger oder Schoeller Bleckmann büßten bis zu 5,1 Prozent ein.

Die USA machen den Iran für die Attacken verantwortlich, zu denen sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Bürgerkriegsland Jemen bekannt haben. Iran weist die Anschuldigungen zurück.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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