Politik

Weber bei Klamroths Konter "Bei der FPÖ sehen wir das wahre Gesicht"

EVP-Spitzenkandidat Weber schließt jede Zusammenarbeit mit rechten europafeindlichen Kräften aus. Die "vermeintlichen Patrioten" seien bereit, "ihr Land in den Schmutz zu ziehen und sogar zu verkaufen", sagt er bei n-tv. Das Skandalvideo von Ibiza nennt er "widerlich".

Der Spitzenkandidat der EVP, Manfred Weber, hat sich gegen eine Kooperation mit rechten Kräften in Europa ausgesprochen. Für ihn habe es nie eine Zusammenarbeit mit der FPÖ gegeben, sagte er bei n-tv. "Und ich schließe jede Zusammenarbeit mit rechten Kräften aus, die Europa im Kern ablehnen und nicht wollen."

In der Sendung "Klamroths Konter" äußerte er sich auch zum Skandalvideo von Ibiza, das den bisherigen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt, wie er 2017 einer vermeintlichen russischen Oligarchin Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe in Aussicht stellte. "Mich hat es schockiert. Es war widerlich", so Weber.

Den FPÖ-Politikern warf er vor, die eigenen Interessen über die des Landes zu stellen. "Die eigentliche Debatte dahinter ist ja, dass die, die vermeintlich Patrioten sind, die vermeintlich ihr Land verteidigen, dass die im Kern bereit sind, ihr Land in den Schmutz zu ziehen und sogar zu verkaufen wenn es darauf ankommt, nur um persönlichen und politischen Profit daraus zu ziehen", sagte Weber weiter. Bei der FPÖ in Österreich sehe man nun das "wahre Gesicht", das gelte auch für die AfD in Deutschland und Le Pen in Frankreich. "Ich werde alles tun, damit wir verhindern, dass die irgendwann mal in Verantwortung kommen."

Auf die Frage, ob Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hätte wissen müssen, dass man mit der FPÖ nicht regieren kann, sagte Weber. "Ich habe in den vielen Gesprächen mit Sebastian Kurz immer wieder gespürt, wie schwer es ist in dieser Regierung zu arbeiten." Zugleich würdigte er die Arbeit des österreichischen Kanzlers. "Die letzten zwei Jahre wurde in Österreich gut regiert und bei den Punkten, die aufgekommen sind, hat Sebastian Kurz immer mit aller Entschiedenheit und Klarheit reagiert." Besonders hob Weber die Debatte um die Identitären und den Ibiza-Skandal hervor, wobei sich Kurz eindeutig positioniert habe.

Den ungarischen Präsidenten Viktor Orban, dessen Fidesz-Partei auch der EVP-Fraktion im Europaparlament angehört, forderte er zu einem Kurswechsel auf. "Wenn er das nicht macht, wird es auch zu weiteren Konsequenzen, zum Ausschluss, kommen." Zugleich kritisierte Weber explizit dessen Politik. "Viktor Orban hat Entscheidungen gefällt, die ich nicht akzeptieren kann. Beispielsweise die Universitätsfrage, beispielsweise das neue Gesetz zum Umgang mit Nicht-Regierungsorganisationen", so Weber weiter.

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Quelle: n-tv.de, ghö

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