Politik

Islamisten attackieren Großstadt Boko Haram fällt in Gombe ein

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Wo Boko Haram auftaucht, verbreitet die Terrorgruppe Angst und Schrecken. Hier: ein ausgebranntes Dorf im Tschad - die erste Attacke der Islamisten in Nigerias Nachbarland.

(Foto: REUTERS)

Im Norden Nigerias stürmen Kämpfer der Islamisten-Miliz Boko Haram die Großstadt Gombe. Unter den Einwohner breitet sich Panik aus. Die Regierung reagiert mit Luftschlägen auf die Attacke.

Hunderte Kämpfer der nigerianischen Islamistenmiliz Boko Haram sind Augenzeugenberichten zufolge in die Stadt Gombe im Nordosten des Landes eingefallen. Wie Einwohner der Stadt berichteten, habe die Miliz bereits das Zentrum erreicht und auf Flugblättern zum Boykott der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 28. März aufgerufen.

Aus Regierungskreisen verlautete, dass die Angreifer inzwischen zurückgeschlagen worden seien. Die Regierung verhängte dennoch eine 24-stündige Ausgangssperre über Gombe, da nicht bekannt sei, ob sich Kämpfer der Terrorgruppe in der Stadt versteckt halten. Die Bewohner sollten zu Hause bleiben, "um die Sicherheitskräfte nicht an ihrer Arbeit zu hindern, wieder für Recht und Ordnung in der Stadt zu sorgen", sagte der Gouverneur von Gombe. Die Luftwaffe bombardierte Stellungen der Angreifer. Zu möglichen Opfern der Kämpfe gab es zunächst keine Angaben.

"Die ganze Stadt ist in Panik", berichtet ein Augenzeuge. Den Angaben zufolge seien die Einwohner von naheliegenden Orten vor dem Angriff gewarnt worden. Viele hätten sich deshalb in Sicherheit bringen können. Andere Einwohner wagten es nicht zu fliehen, weil sie fürchten müssen, ins Kreuzfeuer zu geraten.

Fünf Tote bei Angriff im Tschad

Gombe, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats, war bereits mehrfach Ziel von Attacken und Anschlägen der Islamisten. Zuletzt entging Präsident Goodluck Jonathan dort vor rund zwei Wochen bei einer Wahlkampfveranstaltung nur knapp einem Attentat. Gombe hat rund 200.000 Einwohner.

Die Parlamentswahl in Nigeria sollte ursprünglich diesen Samstag stattfinden, wurde aber um sechs Wochen verschoben. Die Wahlkommission nannte als Grund vor allem die anhaltenden Kämpfe gegen Boko Haram. Eine weitere Verschiebung wurde ausgeschlossen.

Boko Haram kämpft seit Jahren für einen eigenen Staat im Nordosten Nigerias und hat ihre Angriffe auf die Nachbarländer Niger und Tschad ausgeweitet. Am Freitag starben bei der ersten Attacke der Terrorgruppe im Tschad mindestens fünf Menschen. Die Islamisten hatten ein Dorf überfallen und angezündet.

Quelle: ntv.de, fma/dpa/AFP/rts