Politik
(Foto: Twitter)
Freitag, 13. Mai 2016

Jetzt ist "Ende Gelände": Braunkohlegegner besetzen Tagebau Welzow

Im brandenburgischen Braunkohletagebau Welzow-Süd hat der zivile Ungehorsam begonnen. Hunderte Braunkohlegegner besetzten den Tagebau des schwedischen Energieriesen Vattenfall. Die Polizei beobachtet das Geschehen aus sicherer Distanz.

Hunderte Braunkohlegegner halten seit den Mittagsstunden in Brandenburg den Tagebau Welzow-Süd des Energiekonzerns Vattenfall besetzt. Nach Angaben des Protestbündnisses "Ende Gelände" hatten sich mehr als 1000 Menschen auf den Weg zur Grube gemacht. Auch der Konzern und die Polizei bestätigten die Aktion. Der Protest soll das Wochenende über andauern und ist Teil einer weltweiten Aktionsreihe, die sich unter dem Slogan "#breakfree2016" gegen die Nutzung fossiler Rohstoffe wie Kohle und Öl richtet.

"Angesichts der Dringlichkeit des Klimaproblems halten wir es für notwendig und angemessen, einen Schritt weiter zu gehen: vom öffentlichen Protest zum zivilen Ungehorsam", heißt es in einem "Aktionskonsens" der Initiative. Auf Twitter kursierten Fotos von Aktivisten, die Förderbänder besetzten und im Gelände tanzten.

Ein Vattenfall-Sprecher sagte, die Arbeiten im Tagebau seien planmäßig beendet worden. Der Werkschutz werde den Tagebau nicht räumen, man verlasse sich ganz auf die Polizei. Eine Polizeisprecherin sagte, die Lage werde aus der Luft beobachtet und die rechtliche Lage geprüft. Es solle aber die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden.

Grüne laden zum Protest

Die Grünen riefen zur Teilnahme an den Anti-Kohle-Protesten auf. "Wir Grüne beteiligen uns an allen legalen Aktionen", erklärte der Parteivorsitzende der Brandenburger Grünen, Clemens Rostock, in Potsdam. Grünen-Abgeordnete aus dem Brandenburger Landtag, dem Berliner Abgeordnetenhaus sowie dem Bundestag und dem EU-Parlament kündigten ebenfalls an, zu dem Aktionswochenende in der Lausitz zukommen. Auch die Bundesvorsitzende Simone Peter will dabei sein.

Der Tagebau Welzow-Süd wird vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall betrieben. In dem Tagebau werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert; Hauptabnehmer ist das Kraftwerk Schwarze Pumpe. Vor kurzem hatte Vattenfall angekündigt, seine gesamte deutsche Braunkohlesparte mit Tagebauen und Kraftwerken an den tschechischen Energiekonzern EPH und den Finanzinvestor PPF Investments zu verkaufen. Insgesamt liegen gut eine Milliarde Tonnen Braunkohle in den weiteren geplanten Tagebauen der Lausitz - zumindest einen großen Teil davon will EPH verfeuern.

Quelle: n-tv.de

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