Politik

Drogenlieferungen per Drohne Bremen erlässt Flugverbot um Gefängnisse

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Auch die Polizei setzt Drohnen bei ihrer Arbeit ein, etwa bei der Suche nach Vermissten.

(Foto: dpa)

Amazon und die Post wollen in Zukunft Drohnen zur Paketzustellung nutzen. Zum Ärger der Justiz setzen Kriminelle die Idee schon um, um beispielsweise Drogen in Gefängnisse zu schmuggeln. Als erstes Bundesland ergreift Bremen Gegenmaßnahmen.

Nach Schmuggelversuchen mit kleineren handelsüblichen Drohnen will Bremen den Luftraum um seine Gefängnisse für ferngelenkte Fluggeräte zur Sperrzone erklären. Den entsprechenden Gesetzentwurf habe der Senat bereits gebilligt und an die Bürgerschaft weitergereicht, teilte die Justizbehörde mit. Bremen sei das erste Bundesland, das sich zu der Maßnahme entschließe.

Der Gesetzentwurf sieht ein Überflugverbot im Umkreis von 100 Metern um die Bremer Justizvollzugsanstalten vor; bei Verstößen droht eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro. In Bremen hatten Unbekannte nach Behörden-Angaben zweimal versucht, Drohnen über ein Gefängnis zu steuern. Sie wollten damit unter anderem Drogen einschmuggeln.

Auch in Hamburg und Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Monaten Versuche bekannt, Drogen und andere Dinge per Drohne an Gefängnisinsassen zu liefern, als die Fluggeräte abstürzten beziehungsweise im Gefängniszaun hängen blieben. Die Vorfälle fielen nur auf, weil die Drohnen abstürzten. Viele Lieferungen dürften ungehindert zu ihren Empfängern gelangen. Seit einfache, per Smartphone zu steuernde Drohnen für wenig Geld im Handel erhältlich sind, werden auch aus anderen Ländern immer mehr ähnliche Zwischenfälle gemeldet.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa