Politik

London will Flüchtlinge fernhalten Calais wird zur Festung umgebaut

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In England erhoffen sich viele Flüchtlinge ein besseres Dasein als in Frankreich. Doch beide Staaten wollen die Migranten nicht. Viele sollen zurückgeschickt werden.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Wieder stirbt ein Flüchtling bei der Durchquerung des Ärmelkanals. Politiker in Großbritannien und Frankreich wollen das Drama an der Meerenge zwischen den beiden Staaten nun hart bekämpfen. Tausende wollen durch das Nadelör Eurotunnel.

Angesichts der eskalierenden Flüchtlingskrise in Calais wollen Großbritannien und Frankreich für mehr Sicherheit am Tunnel unter dem Ärmelkanal sorgen. In der vergangenen Nacht war erneut ein Mensch beim Versuch gestorben, durch den Kanal nach Großbritannien zu gelangen, wie der Tunnelbetreiber Eurotunnel mitteilte. Zusammen mit ihm hatten Hunderte die zweite Nacht in Folge versucht, die Grenze zu überqueren.

Die Lage sei "sehr besorgniserregend", sagte Premierminister David Cameron. Die britische Innenministerin Theresa May kündigte an, sieben Millionen Pfund (9,9 Mio Euro) zusätzlich bereitzustellen. Mit dem Geld soll die Sicherheit am Eingang des Tunnels auf der französischen Seite erhöht werden. Vergangene Woche hatte Eurotunnel von Frankreich und Großbritannien 9,7 Millionen Euro für die Sicherung des Bauwerks gegen Flüchtlinge in Calais verlangt.

May sagte, es habe ein "sehr konstruktives" Treffen mit französischen Regierungsvertretern gegeben, Paris habe ebenfalls zusätzliche Mittel zugesagt. Eine Sicherheitszone für Lastwagen auf dem Weg nach Großbritannien, die auf französischer Seite warten müssen, hatte sie bereits angekündigt. Dafür soll am Bahnhof in Coquelles bei Calais ein zusätzlicher Sicherheitszaun gebaut werden.

Zwischen 3000 und 5000 Migranten sollen in Calais gestrandet sein und auf eine Gelegenheit warten, es nach Großbritannien zu schaffen. Sie erhoffen sich dort bessere Asylchancen und bessere Lebensbedingungen als in Frankreich. Es gab dabei in den vergangenen Wochen mehrere tödliche Unfälle; Medienberichten zufolge war der Tote in der Nacht bereits der achte seit Anfang Juni. Die Flüchtlinge versuchen, auf wartende Lastwagen oder direkt auf die Züge zu klettern, die durch den Tunnel fahren.

Ein Sprecher des Londoner Innenministeriums sagte, Frankreich und Großbritannien hätten sich geeinigt, insbesondere Migranten aus Westafrika zurück in ihre Heimatländer zu schicken.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa