Politik

"Es geht um mehr" Clinton gewinnt, aber Sanders gibt nicht auf

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Für seine Anhänger ist Sanders ein moderner Robin Hood.

(Foto: dpa)

Eine Aussicht auf die Präsidentschaftskandidatur hat Bernie Sanders nicht mehr. Normalerweise verkünden Bewerber dann ihren Rückzug. Sanders macht das exakte Gegenteil.

Auch nach der letzten großen Vorwahlrunde gibt der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders nicht auf. "Am nächsten Dienstag setzen wir den Kampf in Washington DC fort", sagte er vor jubelnden Anhängern im kalifornischen Santa Monica.

In einer Woche findet die letzte Vorwahl der Demokraten in der US-Hauptstadt statt. Ihr Ergebnis wird allerdings nichts mehr ändern: Eine Chance auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten hat Sanders nicht mehr, nicht einmal theoretisch, denn Clinton hat die Stimmen, die sie beim Parteitag in Philadelphia braucht, längst zusammen.

"Wir werden hart kämpfen, um die Vorwahl in Washington DC zu gewinnen", so Sanders. "Und dann tragen wir unseren Kampf für Gerechtigkeit nach Philadelphia." In Philadelphia veranstalten die Demokraten im Juli ihren Nominierungsparteitag.

In Santa Monica sprach Sanders über die Themen, die seinen Wahlkampf seit Monaten bestimmen. Es gehe darum, eine Regierung zu schaffen, die "für uns" arbeite, nicht für die reichsten "ein Prozent" der Amerikaner.

"Es geht um mehr als um Bernie"

Seine Rede wurde immer wieder unterbrochen von Jubel, Applaus und Sprechchören. Als das Publikum "Bernie, Bernie" skandierte, sagte Sanders: "Ihr wisst alle, dass es um mehr geht als um Bernie. Es geht um uns alle zusammen."

Mit scharfen Worten griff Sanders den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump an, der in seiner Siegesrede nur Stunden zuvor die Sanders-Anhänger "willkommen" geheißen hatte. "Ich glaube, das amerikanische Volk wird niemals einen Kandidaten unterstützen, dessen wichtigstes Thema die Bigotterie ist, der Mexikaner, Muslime, Frauen und Afro-Amerikaner beleidigt. Wir werden nicht zulassen, dass Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wird!"

Trump hatte in einem Golfclub in New York gesagt: "An alle Anhänger von Bernie Sanders, die von einem manipulierten System von Superdelegierten im Stich gelassen wurden: Wir heißen euch mit offenen Armen willkommen." Clinton hat die Mehrheit der Delegierten für den Nominierungsparteitag bislang nur mit Hilfe der umstrittenen Superdelegierten sicher. Allerdings hat sie auch unter den gewählten Delegierten eine klare Mehrheit.

Auch mit Blick auf Trump machte Sanders deutlich, dass es ihm nicht in erster Linie um den Einzug ins Weiße Haus geht, sondern um eine Umgestaltung der USA. "Unsere Mission ist mehr, als nur Donald Trump zu besiegen. Es geht um einen Umbau unseres Landes." Er beendete seine Rede mit dem Ausruf: "Der Kampf geht weiter!"

Die "New York Times" berichtet derweil, Sanders plane, wenigstens die Hälfte seiner Wahlkampfmitarbeiter zu entlassen. Normalerweise ist das der erste Schritt, bevor ein Bewerber seine Niederlage eingesteht.

Bei den Vorwahlen am Dienstag hatte Clinton in New Jersey, New Mexico, South Dakota und Kalifornien gewonnen. In North Dakota und Montana gewann Sanders.

Quelle: ntv.de, hvo